10.12.16: VANESSA BACKES

Das Saarland als Eichmaß für Katastrophen

Alice Hoffmann präsentierte sich als biedere „Vanessa Backes“ bei Kulturlant

Wenn ältere Frauen sich auf der Straße begegnen und anfangen zu erzählen, über dies und jenes und vielleicht auch über die große Welt, hört man gerne zu. Genauso war es, als sich am Samstag eine eben dieser Frauen auf der Kulturlant-Bühne in Lantershofen präsentierte. Ihr Name: Vanessa Backes. Hinter dem Pseudonym steckte niemand anderes, als Schauspielerin Alice Hoffmann, die einst als „s’Hilde“ an der Seite von Gerd Dudenhöfers Figur des Heinz Becker bundesweit bekannt wurde. Mit der Person der Frau Backes spielt sie die spät geschiedene Frau, deren Mann sich eine jüngere gesucht hat, und erklärt dem Publikum das Leben und das Saarland und explizit das Leben aus der Sicht der Saarländerin.

„Sinnerer Saarländer do?“ so die erste Frage der scheu wirkenden Backes, die sich über die fünf nach oben gehenden Hände unter den 230 Gästen im ausverkauften Lantershofener Winzerverein freute. Dem Rest mußte sie erst einmal ihren Dialekt erklären, zunächst aber traute sie sich, Mantel und Tuch abzulegen. Ein Stuhl als einzige Requisite auf der Bühne mußte herhalten, als Frau Backes unterm Mantel die Kittelschürze präsentierte. Natürlich die „Schärz für gut“, also die Sonntagsschürze. „Mit kollossal schlankenden Längsstreifen“, wie sie betonte. Zurück zum Sprachunterricht: wichtigstes Wort des Saarländers ist „ebbes“ und Zentrum des saarländischen Kulturverständnisses ist „Hauptsach gut gess“, also gut gegessen. Am liebsten Dibbelappes, der dem rheinischen Döppekooche nahe kommt.

Feindbild Nummer eins des Saarländers ist der „Pälzer“, der ihm schon deshalb suspekt ist, weil ein Pälzer sechs Saarländern keinen Saarland-Witz erzählen will, da er den dann auch noch sechs Mal erklären müßte. Prekär dagegen: das Saarland scheint ein Eichmass für Katastrophen zu sein: „Wenns in Kanada Hochwasser hat oder in Australien der Wald brennt, dann oft in einer Fläche von den Ausmaßen des Saarlandes“, sei im Fernsehen immer wieder gerne zu hören. Mit zunehmender Dauer redete Frau Backes sich war, ehe ihr dann einfiel, dass sie sich noch gar nicht vorgestellt hatte. Zuvor tat sie noch kund, dass Frauen in der saarländischen Sprache nicht weiblich, sondern sächlich sind: „s’Hilde zum Beispiel. Oder s’Sophie mit Doppel-S.“ Einmal warm mit dem Publikum, traute sich Vanessa Backes noch mehr und forderte auf: „Wenn Sie was nicht verstehen, fragen sie ruhig, und zwar mit Häää?“

Irgendwie gelang es ihr im Laufe des Abends dann auch, den Blick weit über den Tellerrand hinaus schweifen zu lassen. Nach der Scheidung sei sie nun auch im saarländischen Landtag angekommen. „Ich putz do.“ Ach so. Die große Politik hat sie dennoch erfasst, denn: „Wir sind Bundeskanzler.“ Also die deutschen Frauen. Sinnierend über die Gehirngrößen von Männern und Frauen fielen so kluge Sätze, wie „Wenn immer der Klügere nachgibt, wird die Welt bald von Dummschwätzern regiert.“ Besser als Politik ist aber die Regenbogenpresse zu verstehen, besonders die Welt der Gespenster, also der Spencers mit Scharles, der Die-Do und der „Schroh Camelia.“ Das Publikum wußte schon, wer gemeint war. „Ich guck ja auch so gern die Hochzeiten der Königshäuser, die werden nur noch von den Beerdigungen übertroffen“, zeigte Frau Backes auch ihren makabren Touch. Am Ende ließ sie dann auch noch die Hüllen fallen, also Mantel, Mütze, Schürze und Perücke und aus der biederen Vanessa Backes wurde die quicklebendige Alice Hoffmann. Das Publikum dankte ihr mit lang anhaltendem Beifall.

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„Denk emol“

Zum ersten Mal agiert sie außerhalb eines Theatergeschehens: ohne Bühnenbild, ohne Rahmenhandlung. Einfach nur bewaffnet mit ihrem Handtäschchen erzählt Frau Backes aus ihrem neuen Leben, das sie sich nach der zerbrochenen Ehe aufbauen musste. Sie gründet eine Ich-AG, besucht einen Englischkurs, kommt in den saarländischen  Landtag und beginnt, sich erstmals Gedanken zu machen über „außerhäusliche“ Themen.

„Denk emol“: Hartz-Reform, Angela Merkel, Kreditkarten, aber auch die Flatterhaftigkeit der Männer. Das alles sind die Themen, die in diesem Programm natürlich wie immer mit der ihr typischen Naivität, wenn auch diesmal mit einem Schuss kabarettistischer Schärfe, die Lachmuskeln in Bewegung versetzen. Um den Dialog mit dem Publikum möglich zu machen, gibt es zunächst eine Einführung in die saarländische „Dialektik“. Frau Backes ist dabei auch lernbegierig was andere „Sprachen“ und Sitten betrifft, und nachdem sie ihre Zuschauerinnen und ZuschauerI zu Kommentaren und Zwischenrufen animiert hat, bleibt sie ihnen nie eine Antwort schuldig.

Eine Überraschung wartet am Schluss. Für alle, die wissen wollen, wer sich genau unter der Kittelschürze verbirgt gibt es einen „Striptease“. Mit den entsprechenden Posen, tänzerisch gekonnt und doch ohne sich wirklich auszuziehen, verwandelt sich Frau Backes witzig und pfiffig in Alice Hoffmann.

19.11.16: PURPLE SCHULZ

Kleine Seen voller Tränen

Purple Schulz gab sich in Lantershofen auf die Zeitreise seines Lebens

Längst ist die Zeit vorbei, in denen der Kölner Sänger Purple Schulz die großen Hallen und Open-Air-Festivals stürmte. Heute tritt der gerade 60 Jahre alt gewordene Schulz, der nur auf seinen Spitznamen Purple, und nicht auf den eigentlichen Vornamen Rüdiger hört, ausschließlich in Sälen mit der Kapazität von ein paar hundert Gästen auf. Und auch auf eine Band verzichtet er ganz, vielmehr lässt es sich nur von einem Musiker begleiten. So kam Schulz am Samstag auch nach Lantershofen, zum zweiten Mal hatte Kulturlant den Musiker eingeladen. An seiner Seite zeigte sich Markus Winstroer an Gitarre und Violine als genialer Partner. Winstroer gehört zur ersten Garde der Gitarristen in Deutschland, er begleitet Stars wie Marius Müller-Westernhagen, Wolf Maahn oder Andrea Berg.

Die beiden Musiker boten den 150 Gästen in Lantershofen eine musikalische Zeitreise durch das Leben von Purple Schulz, so beschrieb er es jedenfalls. Niedergeschrieben hatte er diese Zeitreise erst kürzlich in seinem Buch „Sehnsucht bleibt.“ Das bot Ehefrau und Managerin Eri am Merchandisingstand an, Familie Schulz reist gemeinsam zu allen Konzerten, und zwar mit Hund. In seiner aktuellen Deutschland-Tournee „Der Kleine mit dem Unterschied“ betrachtet Schulz das Leben aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Er drückt es so aus: „Ich führe durch die dreispurigen Sackgassen des Lebens und zeige auf faszinierende Weise alle Facetten des Menschseins.“ Das begann bereits im Auftaktstück, wo er zugab: „Ich hab viel zu wenig Zeit für dich.“ Aktuelle und alte Sonst gaben sich im Anschluss die Klinke in die Hand. „Guck mal, nur schöne Leute“ aus dem Jahr 1990 als Schmeichelei ans Publikum, dass, wo es denn konnte, kräftig mit einstimmte. Übertrieben melancholisch, wie man es aus den beschreibenden Worten hätte vermuten können, kam Schulz übrigens nicht daher. Das verbietet ihm wohl schon die Tatsache, dass er Kölner ist und sein Haus vor den Toren der Stadt einen unverbaubaren Blick auf den Dom liefert. „Das ist nicht fair“, war eines der humorvollen Stücke, auch wenn es ums Altern ging. Schulz macht dem Zahn der Zeit Vorwürfe, weil der nicht am ständig wachsenden Männerbauch nage. Dann wieder Nachdenkliches: im Song „Fragezeichen“ versucht sich der Pianist Schulz, in die Person des schwer dementen Vaters zu versetzen, bei „Weitergehen“ denkt er an den seinen Auftritt beim Tag der Einheit in Dresden nach, wo er feststellen mußte: „Deutschland ist zerrissen, es gibt derzeit keine Einheit.“ Und schon kommt wieder der Rheinländer  in ihm durch. Das derzeit wichtigste der Kölner Gebote sei „Jeder Jeck ist anders.“ Schulz erklärte singend seinen rheinischen Buddhismus und gab sich kritisch den Religionen gegenüber. „Nur Singen verbindet“, so die Aussage, nach der er sich die Schlagersänger-Verkleidung anlegte und die Probleme im Titel „Wir werden das Schaffen“ schlagermäßig locker zu besingen versuchte.

Ein anspruchsvolles Programm, dass der Kölner da seinem Publikum präsentierte und in dem seine großen Hits nicht fehlen durften. Die bewahrte er sich für den Schluss der mehr als zweistündigen Show auf. Da gab es dann im Block die 80er-Jahre-Gassenhauer „Kleine Seen“, „Sehnsucht“ mit dem zum Markenzeichen gewordenen „Ich will raus“-Schrei, „Du hast mir grade noch gefehlt“ und natürlich „Verliebte Jungs.“ Nach zwei weiteren Zugaben war dann Schluss, das Publikum dankte dem Duo bereits vorab mit stehenden Ovationen.

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Der Kleine mit dem Unterschied

PURPLE SCHULZ könnte es sich leicht machen, in die Schatzkiste seines Lebenswerks greifen und uns zwei Stunden lang seine unvergessenen Hits servieren. Doch wer sein letztes Programm „So und nicht anders!“ gesehen hat, weiß, dass es dem Kölner Songschreiber und Pianisten bei der Unterhaltung vor allem auch immer um die Haltung geht. So auch in seinem neuen Programm „DER KLEINE MIT DEM UNTERSCHIED“, in dem uns PURPLE SCHULZ durch die dreispurigen Sackgassen des Lebens führt und auf faszinierende Weise alle Facetten des Menschseins zeigt. Schulz bietet dabei allem und jedem die Stirn, hinter der sich ein geradezu buddhistischer Humor verbirgt. Und nimmt dabei nicht nur sich selbst, sondern gleich das ganze Leben auf und in den Arm.

Begleitet wird PURPLE SCHULZ von Markus Wienstroer an Gitarre und Violine. Wienstroer ist einer der besten Live- und Studiomusiker Deutschlands und hat bereits mit vielen Weltstars auf der Bühne gestanden.

PURPLE SCHULZ lässt uns seine Evergreens neu entdecken und präsentiert neben teils noch nie aufgeführten Stücken auch erstmals Songs aus dem im Herbst 2016 erscheinenden neuen Album. Dabei gelingt ihm stets das Kunststück, sich neu zu erfinden und doch treu zu bleiben. Mit seinen 168cm Körpergröße ist er „DER KLEINE MIT DEM UNTERSCHIED“: Seine Lieder sind Filme für die Ohren, die uns kein Happy End vorgaukeln, aber immer mit einem Lächeln nach Hause begleiten. Sie machen Mut, sie geben Kraft und haben die Wirkung einer musikalischen Notfallapotheke.

05.11.16: FORGOTTEN SONS

Marillion-Hits der „Fish-Ära“ brachten die „80er“ zurück

Coverband „Forgotten Sons“ wurde in Lantershofen gefeiert

Eine Reise in die 1980er Jahre erlebten knapp 200 Fans der britischen Band „Marillion“ am Samstagabend in Lantershofen. Dort ließ die fünfköpfige Cover-Band „Forgotten Sons“ die eigenwillige Musik von Marillion aus deren Anfangszeit aufleben. „Die Hits aus der Fish-Ära“ war das Konzert unterschrieben. Hinter Fish steckt Derek William Dick, der als Sänger 1981 in die 1979 gegründete Band einstieg. Mit ihm als Frontmann konnte die Band sich als eine der einflussreichsten Bands des Neo-Prog etablieren, einer in den 1980er Jahren aufblühenden Form des Progressive Rock. In dieser bis 1988 anhaltenden Formation erschienen vier Alben, darunter „Misplaced Childhood“ mit den beiden größten Single-Erfolgen der Band, „Kayleigh“ und „Lavender.“

Die Forgotten Sons, die bundesweit Fans haben und die immer wieder als beste Marillion-Coverband hierzulande tituliert werden, lockten zahlreiche Fans aus einem großen Umkreis nach Lantershofen. Dort wurde bereits nach wenigen Takten deutlich, dass die Band ihren Vorschusslorbeeren gerecht wird. Keiner der fünf Musiker drängte sich auf. Im Gegenteil, sie produzierten einen präzisen instrumentalen Background, vor dem Frontmann Nico Würsching alle Möglichkeiten hatte, mit seiner doch sehr an Fish erinnernden Stimme Marillion-Klassiker aufleben zu lassen. Dabei legte er vom ersten Ton an einen dynamischen Sound auf. Ihm gelang es mühelos, die vor Spannung berstende Atmosphäre der Songs in den Saal zu transportieren, das Publikum zeigte sich hellauf begeistert und feierte jeden der gecoverten Marillion-Songs lautstark.

Im Mittelpunkt des knapp dreistündigen Konzerts stand dabei das Konzeptalbum „Misplaced Childhood“, das mit Abstand erfolgreichste Werk der Briten. Mit diesem gelang es Marillion durch die Single-Auskopplungen von „Kayleigh“ und „Lavender“ ein breites Publikum für sich zu gewinnen. Das Album, das eine Sammlung von Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen, vor allem in Bezug auf die Kindheit und Jugend im schottischen Edinburgh darstellt, zeichnet sich durch große Stimmungsschwankungen zwischen Euphorie und Depression aus. Es behandelt Motive aus vergebener Liebe, schlagartigem Erfolg, Akzeptanz und verlorener Kindheit, endet aber trotz aller Probleme optimistisch. Wie bei Marillion üblich, verzichteten auch die Forgotten Sons auf Pausen zwischen den Stücken und spielte die zehn Titel nur mit musikalischen Übergängen an einem Stück – 41 Minuten lang durften sich die Marillion-Fans über diesen perfekten musikalischen Vortrag freuen, ehe sich die Band mit den Zugaben „Forgotten Sons“, „Fugazi“ und „Garden Party“ völlig verausgabt verabschiedete.

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A Tribute To Marillion´s Fish Era

Das Quintett aus dem Rhein-Main-Gebiet entführt die Zuschauer musikalisch in die 80er Jahre, in denen sich Marillion als eine der einflussreichsten Formationen des Neo-Progressivrocks etablieren konnte. Der Erfolg der Anfangsjahre ist eng verknüpft mit dem damaligen Frontmann Derek William Dick – besser bekannt als „Fish“.

Auch heute noch gibt es viele eingefleischte Fans, die sich gerne an diese Zeit und die zwischen 1981 und 1988 entstandenen vier Alben zurückerinnern. Die „Forgotten Sons“ debüttierten vor drei Jahren im etablierten Musiktheater Rex in Lorsch und hinterließen dabei einen bleibenden Eindruck. „Eine bessere Marillion-Coverband ist kaum vorstellbar,“ schrieb der Bergsträßer Anzeiger in der Ausgabe vom 18. Oktober 2011.

Der deutsche Marillion Fanclub „The Web Germany“ wurde relativ schnell auf die hessischen Musiker aufmerksam. Nachdem sich die Verantwortlichen mehrfach von den Live-Qualitäten überzeugt hatten, erschien Mitte 2013 im clubeigenen Magazin „made again“ ein mehrseitiges Feature. Speziell über die Live Präsentation des Albums „Misplaced Childhood“ heisst es dort: „Bei aller Liebe zu Fish, aber hier merkt man doch, dass es nicht nur auf den Sänger ankommt, sondern die ganze Band. Mich berührt diese Version des Klassikers nämlich deutlich mehr als die des ‚Onkels‘ auf seiner Return to Childhood Tour. Hier sitzen eben die Töne und das macht einfach mehr Spaß, als wenn man um das Gelingen jedes Solos bangen muss.“

Neben dem Album „Misplaced Childhood“, das 2015 sein 30-jähriges Jubiläum feiert, und von dem Quintett live in voller Länge präsentiert wird, umfasst die Setliste natürlich auch die Klassiker der weiteren Alben, die auf den heutigen Konzerten der Originale nicht mehr zu finden sind.

 

22.10.16: AUSBILDER SCHMIDT

Gib noch zwei Schüsse auf Bölingen ab

Ausbilder Schmidt entpuppte sich in Lantershofen als perfekter Stand-up-Comedian

Springerstiefel, Feldhose, rotes Barrett und Sonnenbrille: seit nunmehr 20 Jahren verkörpert der Idar-Obersteiner Holger Müller die Person des gefürchteten „Ausbilder Schmidt“ auf den Kleinkunstbühnen im Land. Am Samstag gastierte er bei Kulturlant in Lantershofen. Dort warteten mehr als 200 Rekrutinnen und Rekruten im Saal auf ihren „Anschiss.“ Den sollten sie bekommen. Den Panzer vor der Tür geparkt, spielte der Ausbilder sein aktuelles Programm „Weltfrieden. Notfalls mit Gewalt.“ Dabei ging er auf die aktuellen Themen des Friedens in der Welt gar nicht ein, lieber beschwor er die Toten mithilfe des „Aschenbecherrückens“ und erweckte Typen, wie Erich Honecker, Napoleon, Louis de Funes oder Klaus Kinski zu neuem Leben, um in deren Rollen zu schlüpfen. Wie gewohnt war beim Ausbilder einmal mehr alles ein wenig größer und ging ein wenig besser. „Ich habe keinen Fuchsschwanz am Panzer hängen, sondern ein ganzes Wolfsrudel.“ Aha. Dabei nahm er natürlich die Bundeswehr mächtig aufs Korn. Was ihm überhaupt nicht passt: „Ich habe jetzt eine Chefin.“ Die Verteidigungsministerin habe einen Schmusekurs verordnet. „Soll ich jetzt die Rekruten morgens um halb elf mit einem Milchkaffee wecken?“ Der Mann mit Vornamen „Ausbilder“ und Nachnamen „Schmidt“ wirkte verwirrt ob der neuen Befehle, hatte aber auch seinen Respekt vor der Ministerin: „Wer sieben Kinder hat, kann auch eine Armee führen.“ Manch einer seiner Gags war früheren Programmen entnommen, das Publikum im Saal des Lantershofener Winzervereins störte es aber nicht.

Was Holger Müller in Perfektion beherrscht, ist Stand-up-Comedy. Keiner im Saal war vor ihm sicher. Im 18-jährigen Florian, der nicht gedient hatte, fand er das perfekte Rekruten-Opfer. Dem jungen Mann dürfte der Abend noch lange in bester Erinnerung bleiben. Gleiches gilt für all die, die dem Ausbilder Witze oder andere Dinge aufschrieben und sich damit plötzlich im Programm wiederfanden. Für den besten Witz rückte der Ausbilder sogar fünf Euro als Belohnung raus. Und die Aufforderung eines Gastes: „Gib bei der Heimfahrt bitte noch zwei Schüsse auf Bölingen ab“, sorgte ebenfalls für großes Gelächter.

Was der Comedian ebenfalls nicht für sich behalten konnte, waren Tipps fürs Leben, mit denen man überraschen sollte: „Schiebt mal morgens um halb sieben die Schneeschaufel über den Bürgersteig. Dann werden alle Rollladen in der Nachbarschaft hochgehen.“ Oder aber: „Gib dem Zeitungsjungen eine Ohrfeige und sag ihm, wer austeile, müsse auch einstecken können.“ Er ist schon ein komischer Kauz, dieser Ausbilder, der von sich sagt: „Wenn ich jemanden sehen will, der mich mag, schaue ich in den Spiegel.“ Kein Wunder, dass auch sein Sohn mit dem schönen Namen „Ruck-Zuck“ darunter zu leiden hat. „Bei ihm habe ich einen Stubendurchgang gemacht. Um 4:30 Uhr. Sonntags.“ Erziehung ist also gleichzusetzen mit Rekruten-Ausbildung, denn: „Im Kindergarten werden unsere Kids doch regelrecht weichgespült. Die müssen doch zu Hause auch mal sagen: Mama, deine Bio-Gemüse-Lasagne schmeckt nicht. Mach da Fleisch rein! Von mir aus den Hamster von meinem Bruder.“

Mehr als zwei Stunden sorgte Holger Müller für einen Gag nach dem anderen, ehe er am Ende Barrett und Sonnenbrille ablegte, sich als smarter Typ gab und ein wenig über die kuriosesten Geschichten seiner 20-jährigen Ausbilder-Karriere plauderte.

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„Weltfrieden“ – notfalls mit Gewalt

Sind wir doch mal ehrlich, ob Lusche oder Nichtlusche: jeder will in Frieden leben. Selbst ein harter Brocken wie Ausbilder Schmidt. Deswegen ist er ja auch in den 80er Jahren zum Bund gegangen, um eben den Frieden für dieses Land zu verteidigen. Äh, jaaaa ok, er ist auch wegen dem Panzerfahren hingegangen und wegen dem Schiesstand und ja er wollte auch Rekruten zusammenstauchen.Aber der Wille war da, für den Frieden, oder so ähnlich. Er war halt noch sehr jung!

Und heute brennt es überall auf der Welt, nix mehr mit „überschaubarer kalter Krieg“. Ob Länder, Diktaturen, Terrorgruppierungen, Banken, Lobbyisten und FrauenrechtlerInnen. Alle wollen sie unseren Frieden zerstören – und nerven.

Aber was noch mehr nervt, ist die heutige Bettnässergeneration die noch nicht mal mitbekommt, dass wir angegriffen werden. Es geht doch schon bei der guten alten Lebensversicherung los. Die klauen unser Geld! Und was machen wir? Nichts!

Das soll sich ändern, den jungen Leuten muss jemand mal wieder den A… aufreißen, oder?

Ausbilder Schmidt in neuer Mission. Ihr wollt Frieden? Dann wehrt euch!

Zugegeben, die Methoden bei Ausbilder sind nicht immer die „feinsinnigsten“, aber sie sind halt irgendwie effektiv. Zumindest ist Ausbilder Schmidt davon überzeugt, Jawoll!

Wenn ein Mann beim Friedensmarsch mitläuft dann hat er gefälligst die Jesuslatschen gegen Stiefel zu tauschen. Nur so kommt er auch sicher ans Ziel! Und was sollen die Demonstrationen mit Pappschildern vor den Banken? Panzer müssen vor die Banken, dann steigt auch der Zins fürs Sparguthaben wieder!

Vertrauen in die Politiker verloren? Ausbilder Schmidt marschiert in den Bundestag ein und sorgt für Zucht und Ordnung. Auch ein Spitzenpolitiker braucht mal wieder einen Anschiss – und ist dankbar! Alles für den Frieden.

Ausbilder Schmidt greift in seinem neuen Programm aktuelle Themen auf. Diese präsentiert er gewohnt mit viel Leidenschaft, Improvisation, Stand up Comedy und Show für die ganze Familie! Aber natürlich gibt es wieder neue Geschichten aus der Chaos-Familie vom Ausbilder. Und Ausbilder Schmidt ist auf seine alten Tage gefordert – das neue Ausbildungs-Modell vom Verteidigungsministerium wurde vorgestellt: „Carmen Chantalle“, die Ausbilderin! Arghhhhhhhhh! Harte Konkurrenz für den Ausbilder, da muss er sich strecken und wehren – alles für den Frieden! Ach ja, unser Ausbilder Schmidt – man muss ihn einfach gern haben. Weil sonst gibts was auf die Schnauze!

24.09.16: MARKUS MARIA PROFITLICH

Profitlich hatte mächtig Stress

Top-Comedian gastierte am Samstag in Lantershofen

Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schwergewicht der deutschen Comedyszene: Markus Maria Profitlich. Am Samstag gastierte der Bonner, der heute in Königswinter lebt, zum Auftakt der neuen Spielzeit beim Grafschafter Verein „Kulturlant e.V.“ in Lantershofen. Die Veranstaltung war seit Monaten ausverkauft, die 230 Besucher hatten einen Heidenspaß.

Karg war es auf der Bühne: ein Stuhl, ein Tisch, darauf ein riesiger Koffer, der auf eine Zaubershow hindeutete. Das war alles, als der ungemein schräg Blockflöte spielende TV-Star den Saal betrat. „Mensch Markus“ hieß die Comedyserie, die ihn bekannt machte. Und nun hatte dieser Markus ein ganz anderes Probleme. Eine Zivilisationskrankheit: Stress. „Schwer im Stress“ war dann auch der Titel des neuen Soloprogramms von Profitlich, der klar machte, welchen Stress man sich denn so alles machen und welchen man bekommen kann. Wortgewandt, und mit gewohnt großer Mimik und Gestik, berichtete er vom Freizeitstress, oder aber vom Stress in der Bundesbahn, wo mittlerweile gutes Benehmen die Ausnahme darstellt. Wer Stress in der Partnerschaft sucht, sollte sich unbedingt zunächst einen Partner zulegen. Und gegen Stress helfen die drei „Me“: Meditation, Medikation – und Metaxa. Und wo baut Markus seinen Stress ab? „In der Kneipe, im Massagesalon oder gar in einer Sekte.“ Irgendwie kam alles durcheinander. Da half dann nur noch Yoga: „Meine Lieblingsfigur ist der liegende Elefant auf dem Sofa“ bekannte Profitlich. Und dabei bereiteten ihm dann die Kinder Stress. Sein Mantra: „Frag die Mama.“

Stress in der Küche sei derweil passé, denn er hat ja einen Thermomix: „Der kocht das Menü von ganz alleine, da hat man auch mal Zeit für andere Dinge. Essen gehen zum Beispiel.“ Und was regt den Comedian noch auf? „Mittelspurfahrer – diese Fleisch gewordenen Tempomaten. Besonders, wenn sie aus der Schweiz kommen.“ Stress bereitet aber auch der Geschenkekauf, besonders der vor Weihnachten. Das sei Krieg, betonte Markus, dem kein originelleres Geschenk zum 90. Geburtstag des Onkels einfiel, als ein Sack Graberde.

Es wurde schon mal ein wenig ruhiger, wenn er Witze übers Alter machte. Derbe Sprüche fehlten auf der Lantershofener Bühne auch nicht. Aber seine Schwester sei ja selber schuld, wenn sie sage: „Deine Witze sind alle unter der Gürtellinie.“ Die Reaktion: „Deine Brüste auch.“ Dennoch blieb „Mensch Markus“ in Lantershofen überwiegend brav, packte alle benötigten Requisiten aus seinem großen Koffer. Wie auch die Bauchrednerpuppe, die Kollege Sascha Grammel ihm geschenkt hatte. Damit wollte er sich auf einem neuen Betätigungsfeld probieren. Zu blöd, dass es eine Pantominenpuppe war. Nach rund zwei Stunden und der detaillierten Darstellung der Erfolge seiner Bastelarbeiten einer luxuriösen Toilette mit Reinigungsfunktionen (was drei Nachbarhunden das Leben kostete), konnte das Publikum dem Comedy-Schwergewicht noch eine Zugabe entlocken, dann war Schluss. Nach der Show gab sich der TV-Star publikumsnah und erfüllte gerne Autogramm- und Fotowünsche. Das war dann stressfrei.

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Schwer im Stress!

Die neue One-Man-Show von Mensch Markus

Stress ist auf dem besten Weg, die Volkskrankheit Nummer eins zu werden. Wir sind von allem und jedem gestresst: vom Job, von der Partnersuche, vom Urlaub mit den Kindern… und nicht zuletzt von unseren vergeblichen Versuchen, etwas gegen den Stress zu tun!

Der Vollblutkomiker Markus Maria Profitlich hält uns in seinem brandneuen Soloprogramm den Spiegel vor und beleuchtet das Phänomen Stress lustvoll von den unterschiedlichsten Seiten – illustriert von haarsträubenden Beispielen aus seinem eigenen Kosmos.

Wie bringt man ein trödelndes Kind pünktlich zur Schule, ohne vor Wut ins Lenkrad zu beißen? Was tun, wenn man im Stau steht und nicht nur der Kragen, sondern auch die Blase bald platzt? Und was ist das passende Last-Minute-Geschenk für den neunzigjährigen Onkel? Ein Duftbäumchen für den Rollator?

Markus lässt Situationen, die wir alle schon mal erlebt haben, mit treffsicherer Komik vor unseren Augen entstehen. Er schlüpft in rasantem Tempo in verschiedenste Rollen, ergründet alltägliche Wahrheiten in witzigen Standups und gibt körperlich alles – zum größten Vergnügen seines Publikums, dass sich auf einen umwerfenden Abend freuen darf.

Aber Vorsicht! Für zwei Stunden sind Ihre Lachmuskeln schwer im Stress!

11.05.16: TORSTEN STRÄTER

Löslicher Zitronentee für 98 Reichspfennig

Torsten Sträter produzierte in Lantershofen Lachkrämpfe im Publikum

Zum Abschluss der Kultursaison 2015/2016 präsentierte der Grafschafter Verein Kulturlant am vergangenen Mittwoch im seit Monaten ausverkauften Lantershofener Winzerverein einen absoluten Senkrechtstarter der Comedyszene. Torsten Sträter, 49-jähriger gelernter Schneider und Quereinsteiger der Szene schaffte es binnen weniger Jahre auf mittlerweile 300 Auftritte im Jahr, viele davon für Fernsehanstalten. Auch der Lantershofener Termin mußte wegen einer TV-Anfrage um einen Tag vorverlegt werden. Was Sträter, der als genialer Poertry-Slammer entdeckt wurde, auszeichnet, ist neben seiner Gabe, ein florierendes Kopfkino zu erzeugen, die sonore Märchenonkel-Stimme, mit der er seine Erzählungen rüberbringt. Da reichen oft wenige Worte, wie der Job-Empfehlung seines Freundes: „Wenn du etwas ändern willst, werde Schneider.“ Es bedarf schon des kurzen Nachdenkens. Anderes Beispiel: „Auch Arme haben Beine.“

Eigentlich hatte das Publikum in Lantershofen ja eine Aneinanderreihung von vorgelesenen Geschichten erwartet, das beschränkte sich aber im Laufe der fast drei Stunden Show auf vier oder fünf vorgetragene Werke. Sträter hatte irgendwie immer was anderes zu erzählen, dabei kam er vom berühmten Hölzchen aufs Stöckchen, schweifte immer wieder ganz weit vom eigentlichen Thema ab und bekam dann auf seltsame Weise wieder die Kurve. „Das ganze Programm hat einen roten Faden, aber der erschließt sich ihnen erst nächsten Mittwoch“, ließ Sträter dazu wissen. Eines machte er aber gleich klar: „Charme kann man nicht lernen.“

Der Slammer war sich auch nicht zu schade, von weniger tollen Ereignissen in seinem Leben zu erzählen. Fast eine ganze Stunde nahm die Berichterstattung seines Auftrittes in der Schweiz ein, wo das Publikum weder lachte, noch klatschte. Schon die Anreise per Flieger war ihm ein Greuel: „Vor drei Dingen habe ich Angst: Fliegen, Haie und Blut abnehmen. Irgendwann stürze ich mal mit dem Flieger ins Meer, dann kommt ein Hai und nimmt mir Blut ab.“ Das Nachbarland Schweiz hatte es dem Komiker so gar nicht angetan: „Für den Übernachtungspreis bekommst Du in Castrop-Rauxel Eigentum, das bis zum Horizont reicht.“ Egal, Sträter hat ja ein ganz anderes Lebensmotto nämlich: „Schokolade ist sechs Monate haltbar – warum?“ Dazu passten seine vorgetragenen Diättagebücher wie die Faust aufs Auge. Gebracht hat es scheinbar wenig, außer tollen Geschichten, die er mittlerweile in drei Büchern veröffentlicht hat. Und die schafften es bereits auf die Bestsellerliste.

Da der Ruhrgebieter so gerne aus seinem Leben erzählte, erklärte er einem 15-jährigen Gast die Welt vor dem Handy und dem Internet so: „Du trinkst gleich ein Alkopop, aber wir hatten damals nur zwei Getränke: TriTop für die Reichen, bei denen man klingelte und sie zum Spielen abholen wollte und dann erfuhr: der Michael ist gerade im Südflügel und übt Cello. Für die Armen gab es löslichen Zitronentee, die Bruttoregistertonne für 98 Reichspfennig. Das war wie Katzenstreu mit Zitronengeschmack.“ Ob der Junge es begriffen hat, konnten nicht geklärt werden, viele Gäste im Publikum aber bogen sich den ganzen Abend vor Lachen. Das begann schon nach wenigen Sekunden und einem Lichtwechsel der Bühnenbeleuchtung: „Habt ihr jetzt das Licht gewechselt oder hab ich einen Schlaganfall?“

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Torsten Sträter hat einige Preise gewonnen, unter anderem das renommierte Scharfrichterbeil (Stahl, scharf, schwer, Passau), den Publikumspreis des Prix Pantheon (Kupfer, schwer, schön, Bonn) und Bester Papa der Welt (Schlüsselanhänger, großartig, Kunststoff, Sohn).

Er liest seine Geschichten vor und erzählt dazwischen Seltsames Zeug. Reichlich davon. Was immer er tut, ist von einer gewissen Ruhe geprägt. Hysterie ist ihm fremd. Sträter erzählt sicherheitshalber auch nur von Dingen, von denen er etwas versteht, also zum Beispiel: Die Einsamkeit, die einen umweht, wenn man mah in der gesamten Republik über die eigene Familie lustig macht, tote Hunde, triviale Literatur, die Kindheit im Ruhrgebiet (dauert an), Diäten, soziale Befindlichkeiten, Fleischwurst-Beschaffungsmaßnahmen, der ganze Kladderadatsch.

Dabei erhebt sich Torsten Sträter niemals über sein Publikum. Das ist die emotionale Reife des Endvierzigers. Außerdem weiß er genau, wer ihm die Playstation 4 finanziert. Seine „Kundschaft“ ist mit ihm gewachsen, aber ohne den üblichen Verlust an Augenhöhe, und so lautet die ständige oberste Direktive: zusammen Spaß haben. Aber: Darf man einfach so vorlesen? Man muss sogar. Etwas vorgelesen zu bekommen, lässt uns seit unserer Kindheit innehalten und entspannen. Oder, wie in Sträters Fall, an den Schädel fassen und kaputtlachen. Beides ist völlig in Ordnung.

Denn: „Lachen reinigt die Zähne.“ (Sprichwort aus Tahiti)
„Funktioniert nicht bei gebrannten Mandeln.“ (Torsten Sträter)

09.04.16: Ozan & Tunc

Skurille Rollenspiele über Ab- und Zuwanderer

Das Duo Ozan & Tunc präsentierte in Lantershofen eine wahre Sketchparade

Als der Name des Programms entstand, konnte niemand ahnen, dass dieser einmal zu einer derartigen politischen Thematik passen würde, wie die berühmte Faust aus Auge: „Ab- und Zuwanderer.“ Mit dem Gastspiel unter diesem Titel sorgten der in Hamburg geborene Tunç Denizer und der aus Izmir stammende Ozan Akhan am Samstagabend vor gut 200 Zuschauern im Lantershofener Winzerverein für eine Menge politisch unkorrekter Lacher. Natürlich waren da auch die aktuelle Flüchtlingswelle und die Probleme der Integration Thema, aber mehr am Rande. „Es gibt halt immer noch viele Menschen, die in Deutschland zur Welt kommen, aber die Sprache nicht sprechen“, bemerkte Akhan, um klarzustellen, wer das sei: „Die Bayern.“ Ansonsten sorgten die beiden Schauspieler mit ihren Sketchen über die wahren Ab- und Zuwanderer des Lebens für Heiterkeit. Oftmals war es die Verwechslung, die den Humorfaktor herauf beschwor. Das wahrhaftige Interview mit dem NSA-Mitarbeiter Rüdiger zum Beispiel. Der entpuppte sich eher als Aktivist der NSE, also des Natur-Schutzes-Ennepetal. Es kamen die „Ab- und Zuwanderer der Straße“ mehrfach zu Wort, zwei Penner, die die wahren Probleme der Menschheit mit ihren ganz eigenen profanen Mitteln zu lösen wußten. „Burn out“ heißt ausgebrannt, also kein Geld für neues Bier in der Tasche. So einfach war das.

Da tauchte plötzlich der ein wenig verwahrloste Alt-Junggeselle Lothar auf, der auf Frauensuche seinen Rap vortragen durfte. Immerhin sucht er derzeit bei „Nietenpartner.de“, der Sketch war eine Paraderolle für Tunç Denizer. Da mußte Bodybuilder und Eskalationstrainer Akhan dem schwulen Andi, der wahrlich alle Klischees seiner Neigung erfüllte, Nachhilfe in Sachen Selbstbehauptung geben. Nicht fehlen durften im aktuellen Programm von Ozan & Tunç die afghanischen „Loosa Brothers“ mit ihrer skurillen Hit-Performance auf der Suche nach einem Engagement in den Theatern der Welt. Vor allen Dingen Tunç Denizer zeigte sich auf der Kulturlant-Bühne immer wieder als begnadeter Schauspieler, schlüpfte von einer Klasserolle in die nächste und begeisterte das Publikum, egal ob als Buchkritiker für Zungenbrecher oder als Stimmendarsteller im Büro des „Privatdetektivs Süßbacke“, wo der aggressive Kater selbst das Publikum zusammenzucken ließ.

Das Duo sprang zwischen Comedy und Kabarett hin und her, wollte sich nicht festlegen. Als der neuerdings geringfügig beschäftigte Arbeiter „Ali Öztürk“ sich beispielsweise per Brief bei seinem grausamen Chef für die gekürzten Arbeitszeiten bei noch weniger Lohn bedankte, blieb so manchem das Lachen im Halse stecken. Und auch über das Angebot im Comedy-Restaurant, wo im Menü unter anderem Empörungssuppe und Hetztiraden im bürgerlichen Teig angeboten wurden, zwang unweigerlich zum Nachdenken. Es waren tatsächlich komische Begegnungen und wahnsinnige Geschichten, die Ozan & Tunç bildlich erzählten.

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Bahnfrei für das Duo Ozan & Tunç mit ihrem zweiten Programm „AB UND ZUWANDERER“. Die zwei Comedians und Ensemblemitglieder der Kölner “ STUNK SITZUNG“ (Ozan Akhan) und des Bonner “PINK PUNK PANTHEON“ (Tunç Denizer) führen ihre Reise weiter, durch die Comedy- und Kabarettwelt. Die Vollblut-Schauspieler versprühen in ihrem neuen Programm extrem viel Spaß, Spielfreude und überschäumende Energie. Kein Auge kann und wird trocken bleiben vor Lachen.

Freuen Sie sich auf neue und alte Bekannte: „Lothar“ der Mittvierziger Dauersingle, bekommt zum ersten Mal in seinem Leben Post von Frauen, ob es wohl Liebesbriefe sind? Die orientalischen „Loosa Brothers“ steigen auf der Karriereleiter höher. Schaffen sie den Sprung auf die Las Vegas Bühnen oder den Broadway? Der geringfügig beschäftigte Arbeiter „Ali Öztürk“ bedankt sich bei seinem grausamen Chef für die gekürzten Arbeitszeiten bei noch weniger Lohn. Warum?

Erleben Sie komische Begegnungen und wahnsinnige Geschichten von Zuwanderern die zugleich ja auch Auswanderer sind! Erfahren Sie eine völlig neue Sicht auf Migration. Ein türkisches Sprichwort sagt: “Meine Heimat ist nicht der Ort wo ich geboren bin, sondern der Ort wo ich satt bin!”

Ozan&Tunç erzählen, singen, tanzen und philosophieren was das Zeug hält. Tauchen Sie hinein in eine Welt der Skurrilität und unglaubliche Geschichten aus dem wahren Leben. Lassen Sie sich verzaubern von diesem einzigartigen Duo wenn sie gekonnt in ihre unterschiedlichen Rollen schlüpfen und mit ihrer Mimik und Gestik den Saal einfach zum kochen bringen. Die kaum in Worte zu fassende Comedy gleicht einer Wundertüte voller Überraschungen. Auf den Punkt gebracht: Die müssen verrückt sein, die AB UND ZUWANDERER!

12.03.16: Stephan Sulke

Viel mehr, als Uschi, Ulla und Lotte

Liedermacher Stephan Sulke lockte seine Fans nach Lantershofen

Der Grafschafter Kulturverein „Kulturlant e.V.“ hat wieder ein neues musikalisches Thema besetzt. Am Samstag präsentierte der Verein im Saal des Lantershofener Winzervereins Stephan Sulke. Der Liedermacher und Chansonnier, der bereits vor 42 Jahre beim legendären Rudi Carrell seinen ersten Fernsehauftritt hatte, lockte mehr als 200 Fans in den nahezu ausverkauften Winzerverein. Viele von ihnen hatten Schallplatten und CD’s mitgebracht, wollten unbedingt ein Autogramm erhaschen. Das gab es nach mehr als zwei Stunden von Sulke auch, der sich im Anschluss an das Konzert zum Get-together unter seine Fans mischte und bereitwillig Autogramm- und Fotowünschen nachkam.

Zuvor hatte er die Menschen im Winzersaal mit seinen Auftritt begeistert. Sulke erzählte viel, entpuppte sich dabei als hervorragender Witze-Erzähler, das Salz in der Suppe machte aber die Musik. Auf der stilvoll und bunt illuminierten Kulturlant-Bühne wechselte der Chansonnier zwischen Flügel und Keyboard hin und her und hängte sich zwischenzeitlich auch die Akustik-Gitarre um. Mit sonorer Stimme, oftmals fast flüsternd, zog er die Besucher in seinen Bann. Seine Lieder waren ein Spiegelbild seines fast ein halbes Jahrhundert andauernden Schaffens. Sulke beschäftigte sich musikalisch mit einer großen Vielfalt von Themen, überraschen konnte er seine Fans dabei immer wieder, zum Beispiel mit einer absolut neuen Komposition, bei der er vorab verriet: „Ich habe ein Lied geschrieben über die Blödheit.“

Das Publikum lauschte beinahe andächtig, feierte aber jedes Stück beinahe frenetisch. Mitsingen war bei Sulke aber auch ein Thema, dabei hielt sich Auditorium mit der Lautstärke dezent zurück und zeigte sich dennoch textsicher. Neben vielen Stücken aus der jüngsten Vergangenheit waren es natürlich die Lieder, die den Menschen seit Jahren und Jahrzehnten im Gehirn umherschweben, die für besondere Begeisterung sorgten. Ganz vorne die Titel über die Frauen. Die heißen bei Sulke „Lotte“, oder „Ulla“, ganz besonders aber „Uschi.“ Seinen wohl größten Erfolg „Uschi mach kein Quatsch“ verdankt er dem Zufall, wie er betonte: „Im Vertrag mit meiner Plattenfirma stand etwas von 30 Minuten Musik pro Album, mit unseren sensiblen, feinfühligen und intelligenten Liedern für ebenso sensible, feinfühlige und intelligente Menschen hatten wir einmal nur 28 Minuten gefüllt. Da war noch Platz für das wenig sensible Lied über die unnahbare Uschi.“ Diesem Umstand verdankt der Liedermacher seinen größten Hit.

Nach gut zwei Stunden war dann eigentlich Schluss, das Publikum aber forderte vehement Zugaben und lief bei Sulke offene Türen ein. Gleich drei Mal kam er wieder zurück, um sich am Ende mit der Ballade über den „Mann aus Rußland“ endgültig zu verabschieden. Seine angekündigte „letzte Tour“ aber war das noch nicht. Sulke wird sich im kommenden Jahr zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum noch einmal auf die Reise durchs Land begeben. „…und tschüss“ wird diese Tournee dann heißen.

Veranstaltungsankündigung

Was mag das wohl für einer sein, dieser Typ, der sich nicht im Geringsten bemüht, aus seinem Leben und seiner Poesie auf Biegen und Brechen eine Einheit zu formen. Das Kind Berliner Emigranten, in Shanghai zur Welt gekommen, in der Schweiz aufgewachsen, in Frankreich und den USA zuhause gewesen: eine Vita der Rastlosigkeit, die sich auch im kunterbunten Fächer der von ihm bisher ausgeübten Tätigkeiten wiederspiegelt. Sulke war Jurastudent in Zürich und Bern, veröffentlichte Lieder in englisch und französisch unter Pseudonym, leitete sein eigenes Tonstudio, baute technische Geräte für Rundfunksender, komponierte Songs, die von Erika Pluhar, Katja Ebstein, Herbert Grönemeyer und anderen interpretiert wurden, arbeitete in einem Architekturbüro und hatte Ausstellungen als Bildhauer und Maler.

Und dann diese lakonischen, wie Miniaturen in den Raum gestellten Lieder. Solch krude Gegensätzlichkeit leugnet Sulke absolut nicht: „Ich mag Gegensätze. Gegensätze sind der Ursprung aller Dinge. Abgesehen davon, hab ich auch nicht sehr viel Phantasie, will heißen, ich seh‘ die Dinge, wie sie wahrscheinlich sind und beschreib einfach das Gesehene. Auch hab ich eine ungeduldige und unstete Seele. Viele Dinge verleiden mir relativ schnell. Ich gehe nicht hin und schaue mir die Pyramiden 25 Mal an, wenn ich sie mal gesehen habe, dann habe ich sie halt gesehen.“ Was den Fans mit seinen Liedern gänzlich anders geht.

Stephan Sulke hat mittlerweile die „70“ überschritten und befindet sich nach eigener Aussage auf seiner letzten Tournee.

27.02.16: Carmela de Feo ist „La Signora“

Wirbelwind und Escort-Girl für Hässliche

„La Signora“ Carmela de Feo nahm in Lantershofen kein Blatt vor den Mund

Was war das denn? Als „La Signora“ wirbelte die Carmela de Feo, Oberhausenerin mit italienischen Wurzeln, am Samstag mehr als zwei Stunden lang über die Kulturlant-Bühne im Lantershofener Winzerverein und löste dabei unter den mehr als 200 Besuchern Begeisterungsstürme aus. „Das war das Beste, was ich bisher bei Kulturlant erlebt habe“, war ein Gast noch lange nach dem Programm sichtlich hin und weg. Wohlgemerkt, ein war ein männlicher Gast. Die Herren waren an diesem Abend absolut in der Unterzahl. Wohl wissend, dass sie von der selbsternannten Diseuse, Direkteuse und Dompteuse mit Dutt und Denkerstirn auf ganz besondere Weise ihr Fett wegbekommen würden. Denn die Signora lud nicht nur zum Männerwichteln ein, sie hatte auch klare modische Vorstellungen, was man dem „Escort-Girl für Hässliche“ nicht unbedingt ansah. Entsprechend teilte sie aus, sah die Herren im Publikum überwiegend gekennzeichnet mit hässlichen karierten Hemden. Überhaupt spielte die studierte Akkordeon-Musikerin mit absolviertem Tango-Meisterkurs mit dem kompletten Auditorium, da wagte schnell niemand mehr eine unüberlegte Bewegung. La Signora entging nichts und sie wußte vieles nicht nur zu kommentieren, sondern stieg immer von der Bühne herab, um sich ins Publikum zu mischen und Interviews zu führen. Der ganze Saal wurde zur großen Mitmachzone, den Besuchern stockte der Atem und dennoch waren als Teil der ganzen Show am Ende restlos begeistert.

La Signora hatte, wie sollte es auch anders sein, Redebedarf. Über Männer beispielsweise, oder über die Ehe. Sie stellte ihre besonderen Fähigkeiten in den Raum: „Ich kann aus Krampfadern lesen“ und berichtete über ihre Teilnahme an der Kochshow. „Beim Promille-Dinner gab es bei mir Spaghetti Kukidente, besonders bissfest.“

Und immer wieder griff La Signora zu ihrem Lieblingsinstrument, um sich die Dinge des Alltags von der Seele zu singen. „Willkommen in der Mittelschicht, mehr gibbet nicht, als kalte Füße und ein Fertiggericht“, war da zu hören. Oder die Ballade von der mit Pasta bekochten Gesellschaft, bei der das Essens mangels Sieb durch nicht ganz reine Haarnetz abgeschüttet wurde. Da hieß es dann zur Melodie von „Weiße Rosen aus Athen“ eben „Schwarze Nudeln aus Versehn.“ Das Kopfkino ließ grüßen. An Selbstbewußtsein mangelte es jedenfalls nicht. Selbst Gott mischte sich als Stalker ins Programm ein und mußte immer wieder beruhigt werden. Schließlich entdeckte La Signora aber, dass sie selbst zu vergöttern sei, die „Ruhr-Gebieterin“ eben. Das Auditorium huldigte ihr und ließ sich geduldig manipulieren. Denn sie kannte ja die wahre Schöpfungsgeschichte: am Anfang gab es nämlich die Frauen. Oder besser: mehrere davon. Schließlich war es ja das Paradies, ehe Gott aus ein paar Restabfällen den Mann schuf. Der nahm ihr die Geschichte an diesem Abend in Lantershofen aber nicht übel. Derweil liefen so manchem Gast die Tränen vor Lachen übers Gesicht. „Dat Schminken hätteste dir sparen können, du siehst aus wie das Phantom der Oper“, so La Signoras Kommentar dazu.

Veranstaltungsankündigung

Da isse wieder: Sie ist nicht eine Frau, sondern DIE Frau. La Signora. Diseuse. Direkteuse. Dompteuse. Mit Dutt und Denkerstirn revolutioniert Carmela de Feo auch in ihrem dritten Bühnenprogramm wieder gängige Auffassungen weiblicher Erotik. Und liefert dazu mondäne Gags im Akkord.

Die Lady in Black is back: „Man nennt mich La Signora und ich bin eine Frrrauu.“ Mit diesem Satz hat sich Carmela de Feo selbst ein Comedy-Denkmal gesetzt. Mit Hirn, Scharme und Schnauze setzt sie neue Akzente in der deutschen Humorlandschaft. Schwarz ist das neue Pink: Die Femme Brachial gibt sich gewohnt kühn und kühl, zeigt aber auch jede Menge Gefühl.

Nach ihren verzweifelten Bräutigamfang-Versuchen resigniert La Signora in ihrem dritten Programm keineswegs. Sie ist nicht mehr von Kopf bis Fuß auf Hiebe eingestellt, sondern scheucht sich selbst unbarmherzig wie einen Gaul durch den Ernst des Lebens. Sucht hemmungslos nach Menschen, denen es noch schlechter geht als ihr. Allen, die sinnsuchend durchs Leben stolpern, raunt das rassige Ruhrgebietsvollweib mit Italo-Wurzeln seine geballte Lebensweisheit zu: Für alles gibt es eine Lösung: „Träume nicht Dein Leben, sondern nimm Deine Tabletten!“

Wenn die eiserne Lady aus Oberhausen mit flinken Fingern ihr Instrument umgarnt und ihr Mundwerk dazu Tango tanzt, liegt ihr nicht nur die Männerwelt zu Füßen. Virtuos und angstfrei tastet sie sich an die Themen, die uns wirklich bewegen: Ob Eskort-Service für Hässliche oder Frühstück nach dem Tod, mit jeder Menge Feuer im Faltenrock präsentiert die Schwarze Nudel des Frauenkabaretts mondänes musikalisches Komasaufen: Wahnwitzig mutiert sie von der „Sex Bomb“ zur Miss Marple. Und wenn die graubestrumpften Beine auch mal Riverdance tanzen, versinkt der Zuschauer hilflos im Bällchenbad der Emotionen. Trotzdem, La Signora zeigt immer noch, wer hier den Gehrock anhat. Fast meint man, unter ihrem gestrengen Nadelstreifenblüschen ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich Chefin, du niente!“ aufblitzen zu sehen. Und wenn sie mit gestrengem Blick durchs Publikum marschiert, dann sollte der Zuschauer seine Tabletten griffbereit haben. Denn der fleischgewordene Mix aus Sophia Loren und Mutter Beimer ist der Traum, den bislang keiner gewagt hat, zu träumen. Ein Haarnetz für ein Halleluja!

25.02.16: Hattler

Star-Bassist Helmut Hattler und sein Lieblingsprojekt

Zwei Stunden lang begeisterte der „Kraan-Gründer“ in Lantershofen

Eine lebende Legende der deutschen Musikszene konnte annähernd 200 Fans am Donnerstagabend in Lantershofen erleben. Dort war der mittlerweile 64-jährige Helmut Hattler mit seinem aktuellen Bandprojekt „Hattler“ zu Gast. Er gilt immer noch als einer der besten Bassisten Deutschlands und stellte dies in dem zweistündigen Konzert unter Beweis. Hattler ist den meisten seiner Fans als Bassist der legendären Krautrock-Band „Kraan“ ein Begriff, auch als Kopf von „Tab Two“ feierte er große Erfolge. Voller Stolz verkündete er in Lantershofen, dass sein Projekt „Hattler“ nun auch schon zehn Jahre lang in gleicher Besetzung antritt. Dazu gehören der seitens des Bandleaders als für die Band völlig überqualifiziert bezeichnete Gitarrist Torsten de Winkel, der seit Jahrzehnten an Hattlers Seite spielt, Schlagzeuger Oli Rubow und Fola Dada, die dem Bandpropjekt Hattler ihre markante Stimme gibt. Die vier Schwarzwälder schafften es in Lantershofen, das Publikum, das teilweise aus großer Entfernung angereist war, mit den ersten Takten in ihren Bann zu ziehen. „Hattler“ veranstalteten eine große, zweistündige Party und begeisterten die Fans.

Die Musik, die hinter den Titeln von Hattler steckt, in eines der gängigen Genres zu stecken, ist da eher unmöglich. Eigentlich sei das ja auch gar keine Musik im eigentlichen Sinne, ließ der Bassist von der Bühne herab wissen. Denn Hattler vereint Instrument und Elektronik, alles ist experimentell, aber dennoch äußerst melodisch und tanzbar. Wenn der „Meister“ dann noch seine Bassgitarre bearbeitet, wie andere ein Banjo, sind die Fans verzaubert.

Zwei Dutzend seiner Titel, allesamt kleine musikalische Meisterwerke, brachten „Hattler“ in Lantershofen zu Gehör. Dazu flackerte über der Band eine ausgeklügelte Videoshow. „Die gehört einfach dazu, seit 2008 hat es kein Konzert ohne die Video-Animation gegeben“, so der Starbassist, der sich auf der Bühne dezent im Schatten seiner Sängerin zurückhielt, aber das keineswegs musikalisch. Zu hören waren in Lantershofen übrigens sehr viele Songs, die auch auf dem aktuellen Albus „Live Cuts II“ präsent sind. Titel wie „Dot Competition“, „Nachtstrom“, „Watchagonnado“ oder „Dimitri“ zeigen schon rein äußerlich, hier wartet etwas Besonderes. Musik aus früheren Projekten gab es in den drei Zugaben zu hören. Gitarrist Torsten de Winkel wies schmunzelnd darauf hin, dass schon in den ersten Jahren der Zusammenarbeit mit Hattler das, was man da produzierte, Aufsehen erregte und nicht bei allen Kollegen Zustimmung fand. „Damals kam dann ganz schnell die Jazzpolizei“ unkte de Winkel, um zu poppigem Elektro-Jazz anzusetzen. Zudem brachten Hattler eine unnachahmliche Melange aus coolen Clubsounds, psychedelic Pop und NuJazz zu Gehör. Den Spagat, modernste Elektronik, handgemachte instrumentale Virtuosität und eine großartige Stimme zu einer organischen Einheit zu verbinden, schafften „Hattler“ jedenfalls spielend.

Für den Grafschafter Verein Kulturlant e.V. bedeutete das Konzert auf jeden Fall eine große Ehre. „Einen solchen Star der Szene auf die Grafschaft holen zu können, ist schon etwas ganz Besonderes“, so der Vorsitzende Klaus Dünker.

Veranstaltungsankündigung

Neben seiner Arbeit mit KRAAN, TAB TWO und SIYOU’n’HELL fokussiert Helmut Hattler nun seit über zehn Jahren seine ganze Erfahrung und Leidenschaft auf sein Lieblingsprojekt HATTLER.

Live wird das Repertoire der international erfolgreichen HATTLER-Alben von einer Band umgesetzt, die den Spagat „spielend“ schafft, modernste Elektronik, handgemachte instrumentale Virtuosität und eine großartige Stimme zu einer organischen Einheit zu verbinden. Den Konzertbesucher erwartet eine unnachahmliche Melange aus coolen Clubsounds, psychedelic Pop und NuJazz, die als  druckvolle Liveversionen der besten HATTLER Titel zu Gehör gebracht werden: „Wir sind halt eine echte Live-Band und es geht bei den Konzerten immer nur um Musik und Rhythmus.”