15.01.15: Hennes Bender

Das Entkleiden gelang selbstständig

Comedian Hennes Bender präsentierte sich in Lantershofen in Bestform

Mit dem Gastspiel „klein/laut“ des TV-bekannten Comedian Hennes Bender hat der Verein Kulturlant e.V. am Donnerstag seine Comedyreihe im Lantershofener Winzerverein fortgesetzt. Gut 150 Gäste wollten dabei hören, was Bender, den sein Comedy-Kumpel Jochen Malmsheimer als das “Cornichon des deutschen Kabaretts“ tituliert, zu sagen hat. Bender brachte das Publikum dabei zu einem Dauergrinsen. Kein Wunder, wenn der 1,62-Mann mit den Worten „Früher, als ich klein war…“, beginnt. Denn klein ist er heute noch, sogar noch kleiner, als vor ein paar Jahren. Da war es noch 1,63 Meter. „Andere Körperteile wachsen im Alter“, wußte Bender zu berichten. Aber: „warum werden die Ohren größer und ich höre trotzdem immer schlechter.“

Bender gab sich in Lantershofen keineswegs kleinlaut, er war gewohnt klein und laut, wenn auch nicht mehr so laut, wie in früheren Programmen. Ist auch kein Wunder, er ist ja schon 47 und regt sich nicht mehr über alles auf. „Das ist ein Art resignative Reife“, so die Selbstdiagnose. Zudem habe man sich in diesem Alter auch zu benehmen, wie ein 47-jähriger. Aber was heißt das und woher soll er das wissen. Bender war ja vorher noch nie 47. Sprach es, und zeigte dem Publikum stolz die Verpackung seines Reisegepäcks: ein Rollkoffer im Design des tollpatschigen Robotors R2D2 aus der Kult-Serie „Stars-Wars.“ Ja, Bender ist auch heute noch durch und durch Star-Wars-Fan. Aber dazu später mehr.

Der „König der Stand-up-Comedy“ machte sich erst einmal ein Bild: von Lantershofen, der Grafschaft, der Weingegend und von seinem Publikum, mit dem er den ganzen Abend über köstlich zu kommunizieren wußte. Dabei setzte er zu einem Rundumschlag über seine Wahrnehmungen in der realen und der virtuellen Welt um. Kaum ein Thema, dass nicht zur Sprache kam. Oberflächlichkeit konnte man ihm dennoch nicht vorwerfen. Wenn es was zu nörgeln gab, dann auch bitte detailliert. So schaute er früher gerne Fernsehen, bis zu jener ominösen Verkaufsshow, in der die Fernsehverkäuferin den Brotkasten mit den Worten „Viel Spaß beim Brotaufbewahren“ anpries. Seither ist bei Benders in Bochum die Mattscheibe schwarz. „Wenn Werbung nervt, boykottiere ich die Produkte“, machte der Comedian klar. Soll heißen: er ißt kein Müsli von Saitenbacher. Und wenn die Windschutzscheibe kaputt ist und ein Schneesturm tobt – zu Carglass fährt er trotzdem auf keinen Fall. Ein wenig politisch wurde es auch, da ging es in Richtung von Verteidigungsministerin von der Leyen (die Waffen der Bundeswehr sind Restbestände von Yps), gegen oberflächliche Aussagen der Bundeskanzlerin und natürlich zu Peer Steinbrücks „Was-Wäre-Wenn“ Spruch „Hätte, hätte Fahrradkette.“ So manch einer bekam sein Fett weg, nur für Papst Franziskus fand Bender lobende Worte: „Er sagt Sachen, die hat noch nie ein Papst gesagt.“ Dafür aber widmete er dem „Grafen“, also dem Sänger der Band „Unheilig“ für dessen Erfindung des Beerdigungs-Pop eine Hommage.

Mehr als zwei Stunden plauderte Hennes Bender in Lantershofen, zumeist in rasender Geschwindigkeit. Wer zu lange lachte, hatte schon wieder einen Gag verpasst. Kultig wurde es dann bei den beiden Zugaben, wo er zunächst im SpongeBob Schwammkopf-Kostüm auflief. Bender wird vielfach mit dem deutschen Synchronsprecher Santiago Ziesmer verwechselt, der den Spongebob fürs deutsche Fernsehen spricht. Bender hat die Quietsch-Stimme aber auch drauf, an der Nummer kommt er in keiner seiner Shows vorbei. Am Ende gab es dann auch noch einen Strip zu Joe Cockers Musik „You can leave your hat on.“ Kein normaler Strip, denn Bender entblätterte sich zu Disco-Nebel und Light-Show aus einem Star-Wars-Kostüm, und zwar bis aufs Blech. Auslöser der Nummer war vielleicht sein Befund aus dem letzten Gesundheits-Check-Up, in dem der Arzt notiert hatte: „Das Entkleiden gelingt selbstständig.“