20.01.2019: LISA ECKHART

Die Extravaganz in Person

Lisa Eckhart machte klar: „Ich bin nicht Künstler, ich bin Kunst“

Mit einem fulminanten „Kracher“ startete der Verein Kulturlant am Sonntagabend in sein diesjähriges Kabarettprogramm. Auf der Bühne erlebten 250 hin- und hergerissene Besucher eine der derzeit angesagtesten Kabarettistinnen im deutschsprachigen Raum. Lisa Eckhart, gerade einmal 26 Jahre alt, startet mit ihrem zweiten Bühnenprogramm derzeit durch, spielt nur vor ausverkauften Häusern. Auch in Lantershofen war seit Wochen kein Ticket mehr zu erhalten. Dass das neue Programm der sympathischen, aber dennoch unnahbar wirkenden Österreicherin, die ihre ersten Bühnenerfolge als Poetry-Slammerin feiern konnte, zwar „Die Vorteile des Lasters“ heißt, mit den Transportfahrzeugen aber so gar nichts zu tun hat, machte sie gleich zu Beginn klar. Musste sie aber eigentlich nicht, der Blick auf die Bühne genügte. Keine Ausstattung, nur ein Barhocker und ein Mikrofon, dahinter über die gesamte Dauer des Programms ein knallrot illuminierter Hintergrund. Davor die Künstlerin, die sich nicht als solche sieht, wenn sie sagt: „Ich bin nicht Künstler, ich bin Kunst.“ Frech im königlich-barocken Body und mit fetten High Heels an den Füßen erinnerte das Bühnenbild samt Lisa Eckhart dem Blick in gewisse Etablissements der Rotlicht-Bereiche großer Hafenstädte, wie Hamburg oder Amsterdam.

Passen dazu ihre Thematik: all das, was dem Christen die Hölle beschert, also was Spaß macht, war bei Lisa Eckhart Programm. Getreu der Feststellung „Ein grüner Smoothie ersetzt nicht den Absinth“ ließ sie vom Leder. Ihr Akzent wirkte mal verspielt, mal besorgniserregend hintergründig. Tabus? Nein, die kennt Lisa Eckhart nicht. Ihre Vergleiche, gefüllt von politischer Unkorrektheit, führten sie in schöner Regelmäßigkeit unter die Gürtellinie. Und dennoch blieb alles besagte Kunst. Lisa Eckharts Mission ist die Abrechnung mit der Gesellschaft, scharfzüngig und Bitterböse. Das, was der Mensch in seinem tiefsten Innern vielleicht möchte, aber nicht auszusprechen oder vielleicht nicht einmal zu denken wagt, Lisa Eckhart bringt es auf die Bühne. Aber was tun als Zuhörer? Klatsch man den verdienten Beifall, könnte man sich als Freund der lasterhaften Aussagen outen. Geht das überhaupt auf dem Land? Kann man es durch Zustimmung gutheißen, wenn Eckhart der katholischen Kirche empfiehlt, als besagten und verteilten „Leib Christi“ keine von einem Weihnachtsplätzchen abgenagte geschmacklose Oblate zu verteilen, sondern etwas, was eher an diesen Leib erinnerte. „Mett. Am besten eine große Portion.“ Ist es lustig, die Sternsinger mit den „katholischen Village People“ zu vergleichen? Scheinbar ja, denn das der rot illuminierte Saal zusammen mit der lebendigen Bühnenkunst, ließen die Hemmungen und Zurückhaltungen beim Lantershofener Publikum schnell verschwinden und in Begeisterung für die Vorstellung der Eckhart mit ihren bissigen Sätzen und der bemerkenswerten Bildhaftigkeit umschweifen. Wieder hatte sie ihre Zuhörer für sich eingenommen, um ihnen ihre Laster wie einen Spiegel vorzuhalten. Schnell wurde also klar, dass das Leben ohne den zu erwartenden Abgang in die Hölle langweilig und nicht länger lebenswert ist. Denn ohne die Strafe im Jenseits sind auch die Sünden ad absurdum geführt, es kann keine Verlockungen des Verbotenen mehr geben, kein verführerisches Laster und keine Lust. Das machte Lisa Eckhart mit einem für eine 26-jährige ausgesprochen stark ausgeprägten Selbstbewusstsein mehr als deutlich. Es war eine perfekte eigene Inszenierung, die der Österreicherin auf ihrer Missionsreise durch die Republik auch in Lantershofen stehende Ovationen bescherte. Gekommen war sie übrigens mit den besten Wünschen des Kabarettisten Torsten Sträter. Der hatte ihr erst wenige Tage vor dem Gastspiel auf der Grafschaft nach der Sendung „Nuhr im Ersten“ gesteckt, dass es in Lantershofen ein tolles Publikum gebe. Die Grüße Sträters gab sie gerne weiter.

Veranstaltungsankündigung

Die Vorteile des Lasters Es war nicht alles schlecht unter Gott. Gut war zum Beispiel, dass alles schlecht war. Denn alles, was man tat, war Sünde. Wir waren alle gute Christen und hatten einen Heidenspaß. Die Hölle zählte Leistungsgruppen, Ablässe waren das perfekte Last-Minute Geschenk und lasterhaft zu sein noch Kunst. Doch dann starb Gott ganz unerwartet an chronischer Langeweile. Und bei der Testamentsverlesung hieß es, wir wären alle von der Ursünde enterbt. Fortan war kein Mensch mehr schlecht, jedes Laster nunmehr straffrei und die Hölle wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So fand der Spaß ein jähes Ende. Heute ziehen Eisfirmen, Elektronikgeschäfte und jedes zweite Schlagerlied die sieben Sünden in den Dreck, indem man sie zur heiligen Tugend erklärt. Gott befahl uns zu entsagen, Coca Cola zu genießen. Man hat uns alles erlaubt und somit alles genommen. Polyamorie versaute die Unzucht. All-You-Can-Eat Buffets vergällten die Völlerei. Facebook beschämte die Eitelkeit. Ego-Shooter liquidierten den Jähzorn. Wellnesshotels verweichlichten die Trägheit. Sie alle haben’s schlecht gemeint. Doch schlecht gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von schlecht. Und kein Zweck heiligt das Mittelmaß. Darum gilt es, die Sünden neu zu erfinden. Wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft ohne den eigenen Spaß einzubüßen? Wie empört man seine Umwelt ohne als Künstler verleumdet zu werden? Wie verweigert man sich dem Konsumerismus ohne auf irgendetwas zu verzichten? Wie verachtet man die Unterhaltungsindustrie ohne Adorno schmeichelnd ans Gemächt zu fassen? Wie wird man zum Ketzer einer säkularisierten Welt?
  • Seien Sie neidisch auf andere, doch anstatt ihnen nachzueifern, ziehen Sie sie auf Ihr Niveau. Seien Sie träge und zeigen Sie Ihrem Partner, wer in der Beziehung die Windeln anhat.
  • Seien Sie jähzornig und beschimpfen Sie Werner Herzog.
  • Seien Sie wollüstig und beschränken Sie sich nicht auf die zwei, drei Abgründe Ihres Körpers. Seien Sie eitel und entreißen Sie Ihre Schönheit dem trüben Auge des Betrachters.
  • Seien Sie geizig und teilen Sie nicht länger brüderlich wie Kain den Schädel seines Bruders. Seien Sie maßlos in allem, nur niemals der Mittelmäßigkeit.
Links: www.lisaeckhart.com

05.01.2019: JAZZ OHNE STRESS VOL. 15

Duke Ellingtons Vermächtnis wurde gefeiert

Die Serie „Jazz ohne Stress“ erlebte einen riesigen Zuspruch

Den stressfreien Jazzabend unter der musikalischen Leitung des in Lantershofen aufgewachsenen Saxofonisten Jonas Röser gab es am vergangenen Samstag schon zum 15. Mal. Nur war es dieses Mal für das seit vier Jahren für die Veranstaltung federführende Team des Vereins Kulturlant nicht unbedingt ein „Jazz ohne Stress“, wollten doch so viele Gäste wie noch nie den musikalischen Jahresauftakt erleben. Dass sorgte für einen ausverkauften Winzerverein und eine Verdopplung der letztjährigen Besucherzahlen. Eine erste Erkenntnis der Musiker: es hat sich gelohnt, die musikalische Qualität der Veranstaltung in Verbindung mit der ton- und lichttechnischen Darstellung weiter zu erhöhen und zum nicht ganz runden Geburtstag von 15 Jahren das Ensemble auf der Bühne auf am Ende sechs begnadete Jazzmusiker zu verstärken. Sponsoren und private Geldgeber hatten neben den vielen Gästen, die ein Ticket lösten, diese Veranstaltung möglich gemacht und spornen Jonas Röser an, das hohe Niveau auch für die kommenden Jahre mindestens zu halten.

Röser und seine Band „Tricycle“ wurden schon zum Auftakt des Abends doppelt verstärkt und starteten das Jazzkonzert in Fünfer-Besetzung. Neben dem Saxofonisten gesellten sich zu Bandmitgliedern Caspar van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Schlagzeug) noch Pianist Gero Körner, vor allen Dingen aber der Kölner Ausnahmetrompeter Frederik Köster. Der 41-jährige, der bereits als neuer deutscher Trompeten-Star gefeiert wird, setzte vor allen Dingen mit seinem kraftvollen High-Note-Spiel klare Akzente. Das wurde bereits bei den ersten Tönen des Auftaktstücks „Chant“ aus der Feder von Duke Pearson deutlich. Nicht viel weniger setzte sich das Spiel von Jonas Röser in den Vordergrund. Er und Köster lieferten sich vor allem im „Recado Bossa Nova“ von Djalma Ferreira immer wieder musikalische Zwiegespräche, um am Ende gemeinsam einem vielumjubelten Höhepunkt zuzusteuern. Die Folge: schon nach der ersten Konzerthälfte kam das Quintett nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Nach der Pause gesellte sich Sängerin Barbara Barth zu den fünf Instrumentalisten. Sie bildet mit Gero Körner und Caspar van Meel das Ellington-Trio, bei dem die drei mit hohem Engagement die Musik des Bandleaders und Pianisten Duke Ellington interpretieren. Ellington war entsprechend tonangebend im zweiten Part des Abends, bei dem sich Saxophon und Trompete wunderbar ins Trio integriert wussten und die Ellington-Stücke mit tollen Soli immer wieder zu ergänzen wussten. Natürlich wurde dieser Part mit dem Stück eröffnet, mit dem die Ellington Big Band jedes ihrer Konzerte eröffnete und abschloss: „Take a Train.“ In der Folge hörte das Publikum dann gleich einige ruhige, teilweise melancholische Stücke aus der Feder der Jazzlegende. „Imagine my Frustration“, dass musikalisch von der Frau erzählte, die beim Ball nicht aufgefordert wurde oder die besonders traurige Ballade „Mude Indigo.“ Imposant und ganz was anderes dann aber das Solo des Bassisten Caspar van Meel, dass die Zuhörer auf eine Reise mit in die Wüste nehmen sollte, wo mit „Caravan“ einer der Hits und vielfach interpretierten Stücke Ellingstons spielt. Am Ende des rund zweieinhalbstündigen Konzerts kam die Gute-Laune-Musik des begnadeten Komponisten zurück. „It don’t mean a thing“ regte zu beständigen Fußwippen im Publikum an, ehe „I’m beginning to see the light“ einen großartigen Jazzabend beendete, den das Publikum mit lang anhaltenden Ovationen bedachte.

Veranstaltungsankündigung

Ellington, Swing & more…

Unter dem Motto „Back to the Roots“ ruft Jonas Röser (Tenorsaxophon) für Jazz ohne Stress vol.15 ein Ensemble auf den Plan, das stilistisch die swingenden und tanzbaren Rhythmen der unterschiedlichen Dekaden der traditionellen Jazzgeschichte zum Besten gibt. Mit seinem warmen, sonoren Tenorsound und einer für diese Zeit klassischen Quintett-Besetzung, angelehnt an die treibenden Beats der Hardbop Ära der 1950er Jahre, eröffnet Jonas Röser den Abend mit einem instrumentalen Set.

Der Saxophonist aus der Grafschaft hat für die kommende Ausgabe den renommierten und vielfach ausgezeichneten Trompeter Frederik Köster eingeladen. Der Kölner Trompeter zeichnet sich auf seinem Instrument mit melodisch-raffinierten Linien ebenso aus wie mit kraftvollem High-Note-Spiel. Er spielte bereits mit internationalen Größen wie Phil Woods, Albert Mangelsdorff, Randy Brecker, Nils Wogram, Nils Landgren, Nils Petter Molvaer,der WDR Big Band oder tourte auch mit Sportfreunde Stiller. Frederik Köster erhielt viele Auszeichnungen und Preise.Zuletzt erhält er 2017 für sein Album “CANADA” den ECHO JAZZ in der Kategorie Instrumentalist des Jahres national – Blechblasinstrumente/Brass!

Neben ihm werden Caspar van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Drums) mit von der Partie sein. Die beiden Musiker sind neben Jonas Röser fester Bestandteil der Konzertreihe und nicht wegzudenken, denn jeder Besucher erinnert sich gerne an die top eingespielte Rhythmusgruppe. Van Meel ist musikalisch vielseitig unterwegs, ein Ruhepol auf der Bühne. Mit seinem hohen kreativen Input ist er immer wieder Garant für anspruchsvolle Bühnen-Performances. Gemeinsam mit seinem Kollegen Brosowski, der mit seinen Soli ebenso die volle Aufmerksamkeit einfordert, bilden die beiden ein kongeniales Duo auf rhythmischer Ebene.

Außerdem wird Gero Körner (Piano) das Ensemble im 1.Set zur Vollständigkeit ergänzen und sich mit seinem musikalischen Gespür für traditionelle Spielhaltung hervorragend in den Kontext einbringen. Musikalisch schlägt er weite Bögen und vermittelt gerne zwischen einer Pop-Kultur der letzten 40 Jahre und der hohen Kunst des Klaviertrios im Jazz. Sein Album „plays greatest hits“ spielte er mit den Musikern der WDR-Bigband John Goldsby und Hans Decker ein.

Als wären das nicht schon die Highlights des Abends, wird Barbara Barth (Gesang) das 2. Set klanglich mit ihrer klaren Stimme erweitern. Man sollte sich die junge Künstlerin auf keinen Fall entgehen lassen. Als handwerklich exzellente Sängerin, die hörbar wirklich Lust hat, Geschichten zu erzählen, wird sie die Männerrunde unter dem Banner des Ellington Trios (Barbara Barth, Gero Körner, Caspar van Meel) stimmlich anführen. An diesem Abend allerdings nicht zu dritt, sondern in großer Besetzung. Gemeinsam mit Jonas Röser, Frederik Köster und Dominik Brosowski interpretieren die Künstler originell und zugleich traditionsbewusst Ellingtons Melodien, aus denen Jazzgeschichte wurde.

Duke Ellington war ein bekannter Komponist, Pianist und Big Band Leader. Dieser gehört zu den Klassikern des Jazz und gilt als Inbegriff des tanzbaren Jazz der 20er, 30er und 40er Jahre. Seine Kompositionen versetzen bis heute den Zuhörer in eine ganz besondere – mal swingende, mal sentimentale – Stimmung und entfalten ihre Wirkung in großer Big Band Besetzung ebenso wie in kleineren Formationen, wie zum Beispiel an diesem Abend das Duke Ellington Trio mit swingender Rhythmusgruppe und prägnanten Bläsersätzen.

Links: www.barbarabarth.de | www.frederikkoester.de | www.jonasroeser.de | www.casparvanmeel.com

29.12.2018: STILL COLLINS

Genesis-Fans feierten bei Kulturlant ein rauschenden Fest

„Still Collins“ beenden das Veranstaltungsjahr in Lantershofen

Mit einem fulminanten Tribute-Konzert beendete der Grafschafter Verein Kulturlant am vergangenen Samstag sein Veranstaltungsjahr 2018. Auf der Bühne im seit Wochen ausverkauften Lantershofener Winzerverein stand eine der schillerndsten Coverbands der Region, nämlich Still Collins. Die Bonner Formationen mit insgesamt sieben Musikern ist seit vielen Jahren bundesweit unterwegs, um die Musik von Phil Collins und seiner Band „Genesis“ zu zelebrieren. Frontmann Sven Komp kommt dabei mit seiner Stimme dem Original richtig nah, wie er schon bei den ersten Zeilen des Auftaktstücks „No Son of Mine“ unter Beweis stellte. Das Publikum entpuppte sich schnell als große Fangemeinde von Künstler und Tributeband, klatschte und sang von Beginn an mit, jeder der mehr als zwei Dutzend großen Genesis- und Phil Collins-Hits wurde lautstark bejubelt. Dabei ließen es Komp und seine Musiker zunächst eher gemächlich angehen. Songs, wie „Something happens on the way to Heaven“ oder „You’ll be in my heart” gehören der ruhigeren Kategorie der Collins-Hits an. “Groovy kind of love” und “Another day in paradise” passen ebenfalls in diese Liste. Sven Komp und Backgroundsängerin Katja Symannek verstanden es mit ihrer Band so, einen perfekten Spannungsbogen aufzubauen. Es gab keine langen Ansagen und Erklärungen, es folgte Hit auf Hit, die ohnehin schon tolle Stimmung wuchs mit jeder neuen Nummer. Ein erster Höhepunkt dann: „I can’t dance“ dass mit seiner eigenwilligen Melodie 1992 weltweit die Hitparaden stürmte.

Still Collins können übrigens nicht nur die Musik von Genesis und Phil Collins, wie sie im zweiten Konzertteil unter Beweis stellten. Da war auf einmal Peter Gabriel und sein „Solsbury Hill“ oder „Sledgehammer“ zu hören, ein kurzer Ausflug zu den musikalisch Artverwandten von Collins, mit dessen bekanntesten Nummern das Konzert dem Höhepunkt zusteuerte. „Easy Lover“, „You can’t hurry love“ oder „Two Hearts“; jetzt wurde es rockig und im Lantershofener Winzerverein ging so richtig die Post ab. Nach gut zwei Stunden toller Musik und einer Fülle von Zugaben verabschiedeten sich Still Collins von der Bühne und ernteten einen Riesenapplaus.

Über den freute sich auch Veranstalter Kulturlant, der mit der Idee, zwischen Weihnachten und Neujahr eine Tribute-Party auf die Beine zu stellen, einen Volltreffer gelandet hatte. Noch am Abend verkündete der Verein, dass es auch 2019 einen solchen Termin geben wird.

Veranstaltungsankündigung

Seit der Gründung im Herbst 1995 kann Still Collins auf weit über 1200 gespielte Konzerte zurückblicken und gilt als einer der Mitbegründer einer regelrechten Tributeband-Kultur in Deutschland, die seit ihrer Entstehung in den 90er Jahren einen kaum vergleichbaren Boom erlebt. Damals wie heute gilt: Selbst eingefleischte Fans des Originals tun sich schwer, einen akustischen Unterschied zwischen „Tribute“ und dem „Meister“ auszumachen, wenn Still Collins programmatisch auf die komplette musikalische Palette der Phil Collins- und Genesis-Musikgeschichte zurück blickt. Dabei hat die Band auch nach mehr als 20 Jahren „on stage“ immer noch genau so viel Spaß auf der Bühne wie beim ersten Konzert. Was jedoch in einem kleinen Musiklokal in Königswinter vor 120 Gästen begann, hat sich längst zu einem international gebuchten und renommierten Liveact entwickelt. Brillanter Sound, aufwendiges Lichtdesign, bei vielen Konzerten modernste LED Videotechnik – die Band ist gut gerüstet für die nächsten 20 Jahre in absoluten Top-Locations.

Die Besetzung:

  • Sven Komp (Gesang)
  • Katja Symannek (Backgroundgesang)
  • Uli Opfergelt (Gitarre)
  • Wolfgang Braun (Keyboard und Backgroundgesang)
  • Christoph Wüllner (Keyboard und Backgroundgesang)
  • Markus Hartmann (Bass)
  • Martin Littfinski (Schlagzeug)
  • Stefan Marenbach & Jürgen Lagemann (Sound)

Von „Selling England by the pound“ bis hin zum letzten Phil Collins Soloalbum „Going back“ blicken Still Collins programmatisch auf die komplette musikalische Palette der Phil Collins- und Genesis-Musikgeschichte und beleuchten gerne auch schon mal kurz das angrenzende Solo-Thema „Peter Gabriel“.

Mit rund 80 Konzerten pro Jahr gilt Still Collins als die gefragteste Phil Collins- und Genesis-Tributeband in Europa – und zwar SO gefragt, dass sogar der ehemalige Genesis-Sänger Ray Wilson bereits für mehrere gemeinsame Konzerte gewonnen werden konnte.

Stimme, Sounds, Arrangements: Selbst eingefleischte Fans des Originals tun sich schwer, einen akustischen Unterschied zwischen „Tribute“ und „Meister“ auszumachen. „Mach‘ die Augen zu und Du denkst, er sei es wirklich“, spricht man. Aber nicht nur das! Wer still Collins einmal live erlebt hat, der weiß: Hier wird nicht nur gecovert, hier gibt es eine äußerst unterhaltsame Bühnenshow einer erstklassigen Liveband!

Link: www.stillcollins.de

01.12.2018: LUAN PARLE & CLIVE BARNES

Die irische Seele hielt Einzug

Luan Parle und Clive Barnes boten in Lantershofen Folk und Country

Denkt man in Musik aus Irland, dann sind das in erster Linie die Traditionals, die in den Pubs rauf und runter gespielt werden und deren Melodien gerne von den Musikern deutscher Karnevalshochburgen für ihre Stimmungslieder übernommen werden. Musik zum Feiern, bei der man es sich gut gehen lässt. Musikalisch auf einer etwas anderen Wellenlänge kamen Luan Parle und Clive Barnes am Samstag in Lantershofen daher. Die Musik der beiden, die zu den besten Singer/Songwriter Irlands gezählt werden, war etwas ruhiger, aber keineswegs melancholisch. Parle und Barnes, die beide musikalisch weltweit unterwegs waren, haben auch privat zueinander gefunden und sind derzeit erstmals gemeinsam auf Tour durch Deutschland. Ihre Musik ist schwankt irgendwo zwischen Folk und Country, mit jedem ihrer Songs wurde die irische Lebensart, aber vor allem die irische Seele spürbar.

Luan Parle, die schon mit Elton John arbeitete, bestach durch ihre klare, manchmal auch kräftige Stimme, Clive Barnes war zunächst mehr im Hintergrund zu hören. Was beide präsentierten, waren teilweise Experimente. Stücke, die auf einer im kommenden Jahr zu produzierenden CD zu hören sein sollen. Stücke aus dem Leben, viel Hintergründiges, wie beim „Ghost of Martha“ oder bei „Day is done“ dargestellt. Das Publikum im Lantershofener Winzerverein hatte sich schnell auf die melodischen Songs mit Luan Parle in der musikalischen Hauptrolle eingestellt, als plötzlich Clive Barnes das Ruder übernahm, um das Publikum nach der herrlichen Stimme seiner Partnerin vor seinem „Drunken Sailer Voice“ förmlich zu warnen. Barnes erzählte von seiner Vergangenheit, den ersten Auftritten in Deutschland in der Band von Joe Cocker. Damals habe er ein Jahr lang mit Cocker gespielt, ihn aber nur auf der Bühne gesehen, geschweige denn, ein Wort mit ihm gewechselt. Erfahrungen, nach denen er die Musik Cockers nicht spielte, auch wenn er es könnte. Dafür lockerte das Duo die eigenen Vorträge mit der Musik anderer Künstler, denen sie eher einen Vorbildcharakter fürs eigene Schaffen anhefteten, auf. Für Clive Barnes ist das eher die Musik eines Tom Waits, während Luan Parle „Jolene“ von Dolly Parton perfekt interpretierte und auch Norah Jones Musik interpretierte.

Zwei Stunden lang begeistern Luan Parle und Clive Barnes mehr als 100 Fans ihrer Musik in Lantershofen. Am Ende gab es dann zwar mit „I’m on fire“ von Bruce Springsteen wieder Covermusik zu hören, dass die Stücke der beiden Siner/Songwriter aber deutliche Spuren hinterlassen hatten, zeigte alleine die Tatsache, dass die mitgebrachten Tonträge wie die berühmten „warmen Semmeln“ weggingen.

Veranstaltungsankündigung

Sie eröffnete Konzerte für Elton John – er begleitete legendäre Musiker wie Joe Cocker. Beide gehören zu den besten Singer/Songwritern Irlands: Luan Parle und Clive Barnes. Mit ihrem gemeinsamen Projekt sorgen sie für Gänsehaut-Feeling und begeistern ihr Publikum rund um die Welt.

Luan hat bereits drei fantastische Alben herausgebracht. Sie arbeitete mit einigen der erfolgsreichsten Künstler und Produzenten wie z.B. Grammy Gewinner Bill Bottrell (Sheryl Crowe, Michael Jackson, Prince, Travelling Wilburys, Elton John) zusammen. Für Elton John eröffnete sie drei Konzerte im Londoner Hammersmith Apollo. In 2007 erhielt sie den Meteor „Best Irish Female Artist 2007 Award“ und gleich dazu noch den „THE TATLER – WOMAN OF THE YEAR MUSIC AWARD“.  Mit ihrem Song „Ghost“ stürmte sie die irischen Charts – zahlreiche Fernsehauftritte folgten. Seit einiger Zeit geht sie mit ihrem Musikerkollegen und kongenialen (Blues-)Gitarristen Clive Barnes auf Tournee, seines Zeichens hochgepriesener Musiker von Weltruf, der bereits mit Joe Cocker, Taj Mahal, Dr. John, Jeff Beck, Solomon Burke, The Blind Boy’s of Alabama & Gary Clark Jr. die Bühne teilte. Auch Clive wurde für sein Können mehrfach ausgezeichnet – so wurde sein Album „Welcome to Farewell“ vom US-Magazin „Acoustic Guitar“ als Album des Jahres prämiert. Sein neues Album „Get Low“ ist in Vorbereitung. 2018 werden die beiden wohl auch gemeinsam ins Aufnahmestudio gehen – auf das Ergebnis darf man sehr gespannt sein!

Link: Luan Parle (Facebook) | Clive Barnes (Facebook)

22.11.2018: GUILDO HORN & DIE ORTHOPÄDISCHEN STRÜMPFE

Mit Engelsflügeln und großen Hits

Guildo Horn läutete in Lantershofen die Vorweihnachtszeit ein

Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen: am Donnerstagabend vergangener Woche stimmten Schlager-Ikone Guildo Horn und seine Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ auf der Kulturlant-Bühne mehr als 300 Fans auf das Fest ein. Zum Auftakt seiner Weihnachtstour ließ der „Meister“ im Lantershofener Winzerverein höchst weihnachtliche Gefühle aufkommen. Zwei Stunden lang begeisterte der Trierer das Publikum mit einer tollen Show nicht nur akustisch, sondern auch optisch. Beim Blick auf die Bühne wurde es nie langweilig, zumal in diesem Jahr eine Dekorateurin das ganze Ambiente in eine riesige Musiker-Krippe verwandelt hatte. Guildo und seine Band gaben sich dazu ganz Schlager-like, der Bandleader kam in immer neuen Kostümen auf die Bühne, Hemden und Jacken in den schrillsten Farben. Einmal zeigte er sich sogar oberkörperfrei und mit Engelsflügeln, am Ende dann im schicken Kostüm des Weihnachtsmannes.

Im Mittelpunkt aber stand die Musik, die hatte zumindest während des Konzertteils so gar nichts mit Schlagermusik zu tun. Im Gegenteil. Guildo und seine „Combo“, wie er die Orthopädischen Strümpfe liebevoll nennt, zelebrierten Hits aus der Rock- und Popgeschichte, zu denen Guildo die Texte ein wenig auf weihnachtlich getrimmt hatte. Da wurde aus „Y.M.C.A.“ plötzlich „Es weihnachtet sehr“ und aus dem Earth, Wind & Fire-Hit „September“ ganz einfach der „Dezember.“ Aus dem Showaddywaddy-Klassiker „Under the moon of love“ wurde folglich „Unter dem Weihnachtsstern“ und statt „In the ghetto“ hieß es nur „In der Krippe.“ Der Winzerverein wurde so von der ersten Minute an zur riesigen Partyfläche, das Volke johlte, klatschte und versuchte mitzusingen, wo es nur möglich war. Die Hände der Besucher waren meist über dem Kopf und klatschten, hochgehaltene Smartphones waren nur ganz selten zu beobachten. „Diese verwackelten Bilder schaut Ihr Euch sowieso nie mehr an“, hatte Guildo eine zweistündige Zeit der Abkehr vom Telefon verordnet.

Und die „Strümpfe“ hauten einen alten Hit nach dem anderen heraus, ließen die Discowelle der 1970er mit „Ma Baker“ oder „Celebration“ hochleben, erinnerten an Pink Floyds „Another Brick in the wall“ oder ans erste professionelle Musikvideo und die Geburtsstunde des Senders M-TV, als One-Hit-Wonder „The Buggles“ sangen: „Video killed the radio star.“ Bei Guildo Horn hieß das dann „Ich freu mich, weil das Christkind ist da.“ Aber der Meister konnte auch Balladen, machte aus Abba‘s „Chiquitita“ die Geschichte vom Maronenverkäufer „Dicker Dieter“, der seine Maronen mangels Käufern selber isst.

Kulturlant hatte für das Konzert nicht nur die Fangemeinde des „Meisters“ aus dem Ahrkreis bewegen können, die Gäste kamen aus einem weiten Umfeld, um die bunte und musikalisch einwandfreie Show der Band zu sehen. Hinter der hingen an den Bühnenseiten überdimensionale Sterne. Derweil servierten die Gastgeber die berühmten Nussecken. Nach gut eineinhalb Stunden setzte Horn dann zum Zugabenteil an, jetzt bebte der Saal. Denn der Schlager lebte in Form von „Wunder gibt es immer wieder“ oder „Tränen lügen nicht“ auf, ehe die Europa-Hymne des Meisters Song-Contest-Beitrag „Guildo hat Euch lieb“ ankündigte. Bevor der Trierer Entertainer endgültig entschwand, machte er noch musikalisch deutlich: „Weihnachten bin ich zuhaus“, natürlich zum Sound von „Music was my first love.“

Veranstaltungsankündigung

Weihnachten mit Guildo

Ein jedes Jahr, wenn die zuckerwattige Weihnachtszeit beginnt, scharrt das Weihnachtshorn seine Orthopädischen Strümpfe um sich herum und gemeinsam wird sich auf die Schönste aller Touren vorbereitet: Die „WeihnachtsFESTival der Liebe“ Tour, der sogenannte Speckgürtel des absoluten Wohlbefindens. Auftakt zu dieser herrlichen Tour ist am Donnerstag, 22. November, im beschaulichen Lantershofen.

Mandeln, Bratäpfel, Zimtsterne und Kokosmaronen werden verköstigt, eine Menge Glühpunsch erwärmt und während der Diaprojektor Weihnachtliches aus der glücklichen Kindheit der jungen Männer an die Wände projiziert, greifen die Musiker beherzt zu ihren Musikinstrumenten und füllen den Probenraum mit weihnachtlichen Klängen.

Die Vorbereitung christlichen und weltlichen Liedgutes weckt in den Orthopädischen Strümpfen eine nervöse Vorfreude und sie scharren ungeduldig mit ihren Füsschen um recht schnell mit ihrem Meister den weihnachtlichen Fackellauf durch Deutschlands schöne Städte zu beginnen.

Es wird serviert: traditionelles adventliches Liedgut gepaart mit „verweihnachtlichen“ Rock und Pop Klassikern, wie Dreamer, Timewarp, So this is Christmas, Under the Moon of Love, Eternal flame, das alles garniert mit den besten Schlagerfiletstückchen der 70er.

Eine wahrhaft göttliche Unterhaltung musikalisch unterstützt von seiner grandiosen Band „Die Orthopädischen Strümpfe.“

Am Ende des Jahres sollte die Welt sich noch einmal so richtig verwöhnen zu lassen und wem könnte man sich da besser anvertrauen als einem der besten Live-Entertainer, den Deutschland zu bieten hat: Dem Meister Guildo Horn.

Link: www.guildo-horn.com

 

17.11.2018: RENÉ SYDOW

Intellektuell hochklassiger Rundumschlag

Politisches Kabarett mit René Sydow sorgte für nachdenkliche Mienen

Politisches Kabarett muss nicht zwanghaft etwas zum Lachen sein. Bestimmt nicht, wenn man sich ein Programm von René Sydow anhört. Der 38-jährige Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Kabarettisten sprach am vergangenen Samstag vor 180 Gästen bei Kulturlant im Lantershofener Winzerverein und machte dem Publikum dabei gleich zu Beginn klar: „Wenn Sie Unterleibskomik erwarten, muss ich Sie wahnsinnig enttäuschen.“ Natürlich streute Sydow hin und wieder einen Gag ein, auch schon Mal einen uralten Witz. Die Aufmerksamkeit hochhalten, während man sich mit den aktuellen Problemen im Kleinen, wie im Großen beschäftigt, so der Tenor. Sydow, der zuletzt mit Kabarettpreisen nur so überschüttet wurde und der dennoch kein Dauergast in den einschlägigen Formaten ist, weil er sich ob seiner Texte gerne mit den Entscheidern in den Sendern anlegt, setzte zu einem Rundumschlag an und forschte dabei immer wieder nach der „Bürde des weisen Mannes.“ So lautete auch der Titel des Programms.

Dabei klagte Sydow nicht an. Immer wieder, wenn er Missstände aufzudecken versuchte, machte er auch klar: „Das muss wohl so sein.“ Vielleicht, um das Publikum nicht allzu sehr aufzuschrecken. Denn dort saßen einige, die sich direkt angesprochen fühlen konnten, wenn der Kabarettist sich über Kirche, Religion oder Schule äußerte. Und darüber, dass es immer nur ums eigene Ego und ums Geldvermehren gehe. „Krieg, Handel und Piraterie – dreieinig sind sie“, legte er Faust neu auf. Sydow befasste sich mit Europa, das den Glauben an sich selbst längst verloren habe. Nun mache die Politik ein Kaufhaus daraus, bei dem die Reichen immer reicher würden, die Armen, wie Spanien oder Italien aber nur den Zugang zu den Grabbeltischen im Erdgeschoss erhielten. „Die Politik erwartet Europa-Patriotismus, denkt aber selber nicht daran“, so Sydow, der neue Begriffsdefinitionen vorstellte: Imperialismus heißt heute Welthandel, Krieg nennt man neudeutsch Friedenseinsatz.

An der Kirche ließ der Kabarettist ebenfalls kein gutes Haar, wen er auch betonte: „Religionen sind schwer im Kommen.“ Aber sie seien auch ewige Vertröstungsmaschinen. Und eines sei auch klar: „Solange ein Münzlein im Kästchen liegt, der Bischof erster Klasse fliegt.“ Sydows ganz große Themen: Fernsehen, Internet, Schule. Aufs TV-Programm hatte er sich eingeschossen. Das Leben der Prominenten (und wie schnell wird man bei RTL2 prominent) biete Sendezeit für Dorftrottel, weil sie doch so authentisch daherkämen. Für Sydow eher „Analphabetismus als Chance.“ Man müsse die Zuschauer doch dort abholen, wo sie sind“, argumentieren die Privatsender. „Schwachsinn“, so der Kommentar des Kabarettisten, der in seinen Vortrag Zwiegespräche einstreute, eines sogar mit dem Teufel persönlich. Auch der wusste: Billigläden sind die neue Religion, Shopping-Malls die neuen Kirchen. Und der Menschen unterscheidet sich vom Maulwurf nur dadurch, dass er Bausparverträge unterschreibt.

Zuletzt dann Sydows Blick auf die Schulen, die heute mehr der Sozialarbeit, als der Lehre dienten, denn: „Das Kind ist heute ein Objekt, der Lehrer der Insolvenzverwalter der Windel-Ich-AGs.“ Wieso werden 2,8 Milliarden Euro in Deutschland in die Digitalisierung der Schulen investiert und dafür nicht viel besser Instrumente gekauft, Lehrer besser bezahlt und neu eingestellt? Flächendeckende Förderung? Gibt es nicht. „Wir fördern heute Exzellenzen und bieten keine Bildung mehr. So züchten wir uns eine McDonalds-Kultur ran, es geht nur noch um Wirtschaftskenntnisse, Geisteswissenschaften werden an Schulen komplett vernachlässigt.“ Vieles in Lantershofen war starker Tobak, aber auch politisches Kabarett als intellektueller Hochgenuss, auf den Punkt gebracht mit scheinbar unerschöpflichem Wortwitz. „Am Ende werden wir sagen“, bilanzierte der Kulturlant-Gast, „jeder einzelne von uns hat 30.000 Facebook–Kommentare geschrieben, 3.000 Fotos hochgeladen und die ganze Welt fotografiert, aber sie nie begriffen. Wir haben die Kinder digitalisiert und standardisiert, haben ihnen Kompetenzen statt Bildung vermittelt, bis sie gesichtslos in der Masse waren – und von den verlorenen Gesichtern haben wir Selfies gemacht.“

Veranstaltungsankündigung

„Die Bürde des weisen Mannes“

Nach seinem ersten, mit 11 Kabarettpreisen ausgezeichneten Programm GEDANKEN! LOS!, wurde René Sydow von der Presse als der „am lautesten geflüsterte Geheimtipp“ des politischen Kabaretts bezeichnet. Mit seinem zweiten Solo löste er dieses Versprechen ein und präsentierte uns ein Programm über den Irrsinn in der Politik. Er nahm sich Minister, Medienmacher und andere Mitglieder des organisierten (V)Erbrechens vor.

In seinem dritten Soloprogramm geht der Träger des Deutschen Kabarettpreises etwas weniger laut, aber umso intensiver der Frage nach, was uns zum Menschen macht: Bildung? Wahlrecht? Oder doch nur freies WLAN?

Warum wird die Welt nicht klüger, wenn der Zugang zu Wissen noch nie so leicht war? Warum verarmen Menschen, bei all dem Reichtum der Welt? Woher kommen Hass, Fanatismus und Turbo-Abi? Wer ist schuld an diesem Elend? Und wer trägt eigentlich die Bürde des weisen Mannes?

Zum Schreien traurig und schockierend lustig. Dunkel und hoffnungsvoll. Politisches Kabarett auf der Höhe der Zeit.

Pressezitate:

„Sydow beherrscht das schwere Metier der bitteren Ironisnahmemusiker sein Instrument. Seine Pointen streicheln nicht, sie kommen mit der Wucht einer Maschinengewehrsalve. Rotzfrech. gnadenlos ehrlich und mit so viel gedanklichem Zündstoff, daß man ein Städtchen damit sprengen könnte.“ (Schwarzwälder Bote)

„Interessant, vielschichtig, fesselnd (…) Kein Witze-Reißer oder Pointen-Trickser spricht da, sondern ein Dichter.“ (Ostsee-Zeitung)

„René Sydow ist eine Bereicherung für das deutsche Politkabarett.“ (Bonner Generalanzeiger)

„Der Abend wird erleuchtet von einer eloquenten Brillanz, die ihresgleichen suchen darf: Eine Sprache von wütender Schönheit und bezaubernd poetischen Wendungen.“ (Mainzer Allgemeine Zeitung)

„Ein fantastisches Zusammenspiel aus bissiger Politsatire und literarischen Texten.“ (Kölnische Rundschau)

„Ein linguistischer Höllenritt, ein Wortgefecht der Extraklasse.“ (Badische Neueste Nachrichten)

Preise und Auszeichnungen:

Deutscher Kabarett-Preis 2016 (Förderpreis) / St. Ingberter Pfanne / Stuttgarter Besen in Silber / Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg (Förderpreis) / Dresdner Satirepreis / Tuttlinger Krähe in Silber / Das schwarze Schaf in Silber / Rostocker Koggenzieher in Gold / u.v.m.

Link: www.rene-sydow.de

 

 

14.11.2018: SWR1 PUBLIC SINGING

Der größte Chor der Grafschaft

Zum Mitsingkonzert in Lantershofen kamen 300 begeisterte Gäste

„Wer singt im Chor, wer unter der Dusche und wer im Auto?“ Peter Kühn von der Band „Jukebox Heroes“ des Südwestrundfunks wollte es ganz genau wissen, als er das Publikum im Lantershofener Winzerverein zum „Public Singing“, oder besser zum Rudelsingen begrüßte. Erstmals hatte der Sender dazu auf die Grafschaft eingeladen, der örtliche Verein Kulturlant kümmerte sich um die Rahmenbedingungen. Rund 300 Gäste waren der Einladung zum gemeinsamen Singen gefolgt, der allergrößte Teil von ihnen weiblich. Sie alle sorgten dafür, dass in Lantershofen für gut zwei Stunden der größte Chor der Grafschaft entstand. Mindestens. Eines Dirigenten bedurfte es nicht, dennoch war Peter Kühn der Vorsänger, griff auch mal zur Gitarre, verschenkte Plastikgitarren und verbreitete allerbeste Laune. Die kam sowieso schnell auf, denn Rudelsingen macht offensichtlich glücklich. Den Besuchern der SWR1-Party machte es jedenfalls jede Menge Spaß.

Textfest musste niemand sein, denn auf einer großen Leinwand wurden die zu singenden Zeilen im Karaoke-Stil angezeigt, die Musik dazu kam von Band oder aber von Kühn’s Gitarre. Und da die allermeisten Besucher mit den populären, meist englischen Titeln vertraut waren, verpasste auch kaum jemand den Einsatz. Gesungen wurden Hits der letzten Jahrzehnte, „Yesterday“ von den Beatles oder aber „Wonderwall“ von Oasis. Besonders emotional wurde es bei den Balladen.

Nik Kershaw’s „I won‘t let the sun go down on me“ eröffnete den Chorgesang, “What’s up” von den Four Non Blondes beendete ihn. Dazwischen gab es die ganze Bandbreite der Rock- und Popmusik zu singen, die Toten Hosen fehlten ebenso wenig, wie Abba, Toto oder John Denver’s „Country Road.“ Noch am Abend verkündete Peter Kühn, dass das SWR1 Public Singing auch im kommenden Jahr wieder in Lantershofen Station macht. Kein Wunder, war von den fünf Veranstaltungen der diesjährigen Tournee die bei Kulturlant doch die am stärksten frequentierte.

02.11.2018: LA SIGNORA

Die Anführerin der untoten Hausfrauen

„La Signora“ hielt in Lantershofen 250 begeisterte Zuschauer auf Trab

„Ladies Night“ in Lantershofen, denn La Signora war da. Ihr Markenzeichen: langer, enger, schwarzer Rock, schwarze Bluse, Dutt mit schwarzem Haarnetz drüber. La Signora ist längst Kultfigur im deutschen Kabarett. Verkörpert wird sie von Carmela de Feo, Ruhrgebiets-Schauspielerin mit italienischen Wurzeln und daher mit massenhaft Feuer im Blut beschenkt. Die einen bezeichnen sie als „total durchgeknallt“, für andere bringt sie ihre Zuhörer in wenigen Sekunden von Null auf 100. Auf alle Fälle lockte sie bei ihrem zweiten Gastspiel bei Kulturlant die Massen, der Winzersaal in Lantershofen war mit rund 250 Gästen schon lange ausverkauft. Im Publikum saßen aber nicht nur Frauen, La Signora hat auch eine Menge männliche Fans. Vielleicht, weil sie diese nicht allzu sehr mit ihrem Programm strapaziert. Gut, wer in den vorderen Reihen sitzt, hat Mitspielgarantie. Und wehe, er oder sie lenkt die Signora ab. „Bist du bald fertig“, raunzt sie den Herrn an, der erstmal zu Snacks und Getränk greift. Und die drei, die nicht direkt zuhören, tauchen in La Signoras Programm immer wieder auf, allerdings als Tick, Trick und Track. Man(n) traut sich nun doch kaum zu falschen Bewegungen, während La Signora aus ihrem Alltag berichtet und sich als „mit Talent vollgestopftem Medienstar“ tituliert, die sich Abend für Abend im „Ballungsgebiet des Nichts“, also in der Provinz, auf die Bühne stellt. Diese Bühne, in Lantershofen wegen der großen Kartennachfrage dieses Mal auf 15 Quadratmeter verkleinert, ist ihre „Schablone, in der ich wohne.“ So heißt auch das neue Programm von La Signora, die ihre tägliche Autobahnfahrerei musikalisch verflucht: „Mein Herz ist ein Katalysator“ oder „Abgase – der Duft in meiner Nase.“

La Signora spielt „Pokemon go“ auf dem Jakobswegs und erinnert als Plumpsack an die Abzählspiele ihrer Jugend. Sie definiert die „Quallen der Liebe“ und stellt verliebt fest: „Ich hab Rücken, er hat Bauch.“ Immer wieder greift die studierte Musikerin zum Akkordeon, mit dem sie nicht nur zu musizieren, sondern auch Menschen und Dinge musikalisch darzustellen weiß. Zum Beispiel die Protagonisten ihres noch zu schreibenden Krimis, im dem sie den Mörder schon kennt: „Karla, die Schrankwand.“ Klingt abstrakt, aber La Signora schafft es, die Möbel zum Leben zu erwecken.

Ihr Programm ist weitaus mehr, als eine Aneinanderreihung von Nummern. La Signora ist Meisterin der Stand-up-Comedy, weiß ihr Publikum auszufragen und die Informationen so zu verarbeiten, dass sich die Gäste krümmen vor Lachen. Sie hat ihre eigene Sicht auf die Dinge, macht kein Yoga, weil es kein Mannschaftssport ist und sie schon gar nicht glücklich durch Yoga werden will. Warum? Weil es älter macht, denn „der Tod macht einen großen Bogen um mies gelaunte Frauen.“ Und darum bekommen die Männer am Ende des Programm von der selbsternannten „Anführerin der untoten Hausfrauen“ doch noch musikalisch einen mit: „Heul doch, Pappnase, heul doch“ singt sie sie zur Melodie „Papaoutai“ und wird doch noch zum „Pretty Woman 2018.“ Der Saal tobt, drei Zugaben sind Pflicht.

Veranstaltungsankündigung

Die Schablone, in der ich wohne

La Signora, der Nachtspeicher aus dem Süden mit seinem treuen, tastenreichen Gefährten dem Akkordeon, ist wieder unterwegs im Auftrag der Bespaßung. Gefangen in der Endlosschleife der guten Laune, macht sie böse Miene zum abgekarteten Spiel. Das Leben als Showgirl hat sie sich einfacher vorgestellt. Und während jeder Show stellt sie sich die gleiche Frage: Kommt jetzt der Durchbruch oder ist es nur der Blinddarm?

Fest steht jedoch, dass La Signora nicht von dieser Welt ist, sondern eine Außeritalienische. Schräg wie der schiefe Turm von Pisa, farbenfroh wie die Sixtinische Kapelle, fertig wie das Colosseum, heißer als der heilige Stuhl so ist La Signora. Mit der Grazie neapolitanischer Eseltreiber tanzt sich La Signora durch ihr neues Programm auf der verzweifelten Suche nach dem Unsinn ihres Lebens! Und so macht sie sich als Anführerin der untoten Hausfrauen in ihrem Showboot auf die Welt zu retten. Oder zumindest sich selbst. Falls das nicht klappt, wird sie mit Sicherheit noch einige aus dem Publikum mit in den Abgrund ziehen.

Getreu dem italienischen Lebensgefühl: Misserfolg ist auch Erfolg, nur anders! La Signora, die Callas des Akkordeons, lädt ein zu einem Abend, an dem Herzen gebrochen, Seelen verkauft und echte Gefühle täuschend echt imitiert werden.

Die Schablone, in der ich wohne! „Komm rein, dann kannste raus gucken“.

Der Westen: „Diese Frau ist total durchgeknallt…“

Kreiszeitung: „Unwiderstehlich komisch von der ersten Minute an…“

Badische Zeitung: „Unbändig im Temperament, hemmungslos in den Pointen. bietet die „italienische Unke“ geballte Frauenpower, die alle Konventionen sprengt!“

Süddeutsche Zeitung: „Von Null auf 100 braucht diese Frau handgestoppt 3,5 Sekunden….Für den Zuschauer bedeutet das: Zurücklehnen, abschalten, mitlachen.“

Eine Zuschauerin: „Dank La Signora bin ich ein glücklicher Singlewitwe!“

Ihre Agentin: „Ich werde ihr Talent knechten und in die richtigen Bahnen lenken.“

La Signora selber: „Ich hätte gerne mal einen Tag frei!“

Link: www.carmeladefeo.de

 

13.10.2018: MARC HALLER

„Erwin aus der Schweiz“ verzauberte Lantershofen

Marc Haller verband Magie, Comedy und Kabarett perfekt

Mal Comedy, mal Kabarett, mal Zauberei, die Mischung macht es. Von jedem etwas gab es am vergangenen Samstag auf der Kulturlant-Bühne im Lantershofener Winzerverein zu erleben, dargebracht von nur einer Person, dem Schweizer Marc Haller. Es war der Auftakt zum neuen Kleinkunstprogramm der Grafschafter mit insgesamt sieben Kabarett- und Comedyabenden bis zum kommenden April.

Marc Haller bedankte sich dabei nach zwei Stunden auf der Bühne beim ausrichtenden Verein Kulturlant, dass dieser sein Abo-Programm nutze, auch so auch weniger bekannten jungen Künstlern eine Bühne zu geben. Zugegeben, mit 31 Jahren gehört Haller der Kategorie „jung“ noch an, weniger bekannt ist er keinesfalls, zumindest nicht in seinem Heimatland Schweiz. Dort, wie auch im benachbarten Österreich, hat er sich über Talentshows einen Namen gemacht und gehört bereits jetzt zur Riege der Entertainer auf den Bildschirmen. In seinem Bühnenprogramm schlüpfte er am Samstag in die Rolle des „Erwin aus der Schweiz“, ein verunsicherter und schüchterner Typ, der es allerdings faustdick hinter den Ohren, oder besser im Ärmel hat. Aus diesem zauberte er gut gefüllte Orangensaftgläser oder den Kult-Zauberwürfel aus den 1980er-Jahren, den er einmal kurz in die Luft warf, und schon war das Rätsel gelöst. Haller verschluckte einen aufgeblasenen Luftballon oder machte aus einer gleich acht Weinflaschen. Nicht unbedingt neue Tricks, wie auch das immer wieder getrennte und wie durch Zauberhand wieder reparierte Seil. Die Art und Weise, wie der sympathische Schweizer seine Zauberei aber rüberbrachte, war neu. Die Besucher in Lantershofen klebten förmlich an den Lippen des Zauberers, der im bedächtigen Ton und manchmal sogar flüsternd seine Zaubershow mit einem Comedyprogramm verband. Im Saal des Winzervereins konnte man die berühmte Stecknadel fallen hören.

Haller erzählte einiges, brachte immer wieder die klugen Sprüche seines Großvaters zu Gehör, sprach über seine beiden Goldfische mit den Namen „Eins“ und „Zwei.“ „Wenn Eins stirbt hab ich immer noch Zwei.“ Mit seinem unschuldig wirkenden Schweizer Dialekt war er sich auch nicht zu schade, der großen Politik, vor allem der aus den USA, markante Seitenhiebe zu verpassen. „Trumps Bibliothek im Weißen Haus ist abgebrannt. Beide Bücher. Dabei hatte er das zweite noch gar nicht fertig ausgemalt.“ Programmsprünge, die das Publikum immer wieder überraschten und dabei köstlich unterhielten. Und wer in Lantershofen in einer der ersten Reihen saß, hatte auch noch große Chancen, in das Programm mit einbezogen zu werden. Auf alle Fälle war die Aufforderung ans Publikum „lassen Sie uns einen Abend lang lachen“ nicht zu viel versprochen, zum Lachen gesellten sich unter den 150 Gästen zudem Staunen über die perfekt dargebotenen Zaubertricks des Marc Haller.

Veranstaltungsankündigung

MARC HALLER – „Erwin aus der Schweiz“: Die Erfolgs-Comedy & Zauber Show aus der Schweiz kommt auf Deutschland-Tour

Marc Haller ist 1987 in der Schweiz mit zwei nichtmagischen Drillingsbrüdern geboren. Bereits mit 14 Jahren besuchte er die Zauberschule in Zürich und gewinnt schon zwei Jahre später den Förderpreis des Magischen Rings der Schweiz. Das Zaubern alleine reicht dem jungen „Wettswiler“ allerdings nicht und er bildet sich weiter. Der Weg führt ihr über die ScuolaTeatro Dimtri in Verscio, dem Musischen Gymnasium Zürich und der Lee Strassbergschule in New York nach Wien, wo er 2013 den Abschluss am Konservatorium im Hauptfach Schauspiel absolvierte.

In der ORF TV Show „Die Grosse Comedy Chance 2012“ beeindruckte ERWIN alias Marc Haller die Fachjury derart, dass sie ihn mittels „Jury Joker“ direkt ins Finale katapultierte. Die ORF Liveübertragung „Die grosse Comedy Chance – Das Finale“ beförderte Marc Haller über Nacht zum Shooting Star in Oesterreich.

Die Teilnahme bei der SRF-1 TV-Show „Die Grössten Schweizer Talente 2015“ löste ebenfalls eine wahre „Erwinmania“ aus und etablierte Marc Haller auch in der Schweiz vom Geheimtipp zu einer festen Showgrösse.

Jetzt ist Marc Haller, Gewinner des „Kleinen Prix Walo 2013“, des „SWISS TALENT AWARD 2014“ und Finalist „Die Grössten Schweizer Talente 2015“, mit seinem Programm ERWIN AUS DER SCHWEIZ auf grosser Tour. Der schräge, etwas verklemmte aber immer liebenswerte ERWIN ist die tragende Figur in Marc Hallers Comedy & Zauber Show. Vergessen sie das TV Format „Die Auswanderer“ jetzt kommt DER EINWANDERER. Begleiten sie Erwin auf seiner abenteuerlichen Reise, raus in die große weite Welt (Wien!). Zwerchfellüberbelastung garantiert.

Link: www.marchaller.ch

02.10.2018: SAHNEMIXX

SahneMixx beherrscht den Stil von Udo Jürgens

Authentische Tributeshow im Lantershofener Winzerverein

Gestern Berlin, morgen Luxemburg: die Tribute-Show „Einfach Udo“ der Eifler Band „SahneMixx“ hält das Vermächtnis des Udo Jürgens deutschlandweit und darüber hinaus hoch. Zwischendrin gab es für die Band in kleiner Besetzung mit neun Musikerinnen und Musikern eine Art Heimspiel in Lantershofen. SahneMixx gastierten am Dienstagabend bei Kulturlant im Winzerverein und lieferten dem am Ende restlos begeisterten Publikum eine Show, wie es Udo Jürgens genauso getan hätte. Perfekt abgestimmt kam Sänger Hubby Scherhag dem Original stimmlich ganz nah. Am weißen Flügel sitzend oder davor stehend, im Hintergrund das ganz in weiß gekleidete Orchester war schon das Bühnenbild eine, wenn auch verkleinerte, Kopie des Originals. Mehr als zwei Stunden lang gab es dann eine ganze Reihe von Hits und weniger bekannten Melodien, Medleys, Gassenhauern oder Balladen aus dem Vermächtnis des 2014 verstorbenen Künstlers zu erleben. Dabei brillierte nicht nur Sänger Hubby Scherhag. Die Instrumentalisten des Orchesters wussten immer wieder mit ihren Soli zu begeistern, Sängerin Jutta Capallo konnte den Gesang von Scherhag stimmlich perfekt untermalen. Bei „New York, New York“, dass die Band in Jürgens Hit „Ich war noch niemals in New York“ eingebaut hatte, kam sie ebenso als Solistin zum Zuge, wie im Duett bei „Liebe ohne Leiden“, dass Udo Jürgens einst mit Tochter Jenny gesungen hatte.

SahneMixx beherrschten auch den Spannungsbogen perfekt, sie hielten sich in der ersten Hälfte des Konzerts bewusst mit den ganz großen Hits zurück und brachten dem Publikum nicht ganz so bekannte Stücke rüber. Aber auch da gab es schon „Griechischer Wein“ zu hören, ein Lied, mit dem Jürgens auf die Sorgen und Nöte der ersten Gastarbeiter aufmerksam machen wollte und das vom Publikum zum Trinklied gemacht wurde. „Der gekaufte Drachen“ oder „Hautnah“ sorgten für nachdenkliche Mienen im Auditorium, dass dennoch jeden Titel frenetisch feierte, was sich mit jedem Titel noch ein steigerte.

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Die Gassenhauer „Aber bitte mit Sahne“, „Siebzehn Jahr, blondes Haar“, „Ehrenwertes Haus“ oder „Mit 66 Jahren“ wurden von SahneMixx mehr zelebriert, als vorgetragen. „Danke für den Abend“ hieß es nach knapp zwei Stunden. Aber dann ging es auch in Lantershofen zu, wie bei den Konzerten des Stars Udo Jürgens: Hubby Scherhag kam alleine wieder auf die Bühne, passend echt im weißen Bademantel, setzte sich an den Flügel und begann zu spielen: „Mathilda“, „Es wird Nacht Senorita“ oder „Was ich Dir sagen will.“ Am Ende betrat die komplette Band zu einem furiosen Finale mit „Vielen Dank für die Blumen“ und dem abschließenden „Was wichtig ist“, noch einmal die Bühne, um sich gemeinsam mit ihrem Sänger endgültig zu verabschieden, 250 Gäste waren restlos begeistert.

Veranstaltungsankündigung

„Das wahre Gesicht zeigt Musik nur, wenn sie live gespielt wird …“ – Treffender als Udo Jürgens bei seiner „Einfach ich“-Tour im Jahr 2009 kann man es nicht ausdrücken.

Seit 14 Jahren stellt sich SahneMixx der musikalischen Herausforderung, die schönsten Lieder des Ausnahmekünstlers zu präsentieren und sein musikalisches Erbe auf den Konzertbühnen zu bewahren. Mit begeisternder Bühnen-Show und ansteckender Spielfreude nimmt SahneMixx das Publikum mit auf eine emotionale Zeitreise – geradewegs zurück in die unvergleichliche Atmosphäre der Livekonzerte von Udo Jürgens.

Udo Jürgens höchstpersönlich hat SahneMixx anerkannt und brachte dies sowohl bei verschiedenen Treffen, als auch in Form von Briefen und Gratulationen zum Ausdruck. Im Lauf der Jahre begeisterte SahneMixx in unzähligen Live-Konzerten regelmäßig das Publikum und entwickelte sich so zur Nummer 1 der Udo-Jürgens-Shows.

Ein Beleg für die herausragende musikalische Qualität der Band ist die Tatsache, dass regelmäßig auch langjährige Weggefährten von Udo Jürgens mit SahneMixx auf der Bühne stehen, wie zum Beispiel von der Pepe-Lienhard-Band die Ausnahmemusiker Rolf Mayer (Bass), Jörg Brohm (Trompete) und Udo’s enger Freund Billy Todzo.

SahneMixx-Sänger Hubby Scherhag interpretiert die Lieder des großen Vorbilds derart gut, dass sich die Zuschauer vom ersten Ton an in ein echtes Udo-Konzert versetzt fühlen. Vom perfekten  Orchester-Sound über den weißen Flügel und das rote Jacketfutter bis hin zum legendären Bademantel-Finale stimmt bei SahneMixx selbst das kleinste Detail. Und wenn Hubby Scherhag nach den Zugaben zum „Bademantel-Finale“ zurück auf die Bühne applaudiert wird … spätestens dann wird SahneMixx zum Gänsehaut-Erlebnis !

SahneMixx wurde u. a. mit dem Deutschen Rock und Pop Preis 2005 und 2010 ausgezeichnet und zudem als „Künstler des Jahres 2010“ vom Fachmagazin „Künstlerkatalog“ geehrt.

Udo Jürgens ist von uns gegangen… doch sein Werk bleibt unvergänglich !

Links: www.sahnemixx.de | Facebook