08.01.2022: JAZZ OHNE STRESS Vol. 17

Beschwingt ins neue Jahr

Bei der 17. Ausgabe von „Jazz ohne Stress“ in Lantershofen setzten nicht nur Tom Gaebel und Soleil Niklasson Akzente

Es ist Tradition, dass das Kulturjahr in Lantershofen mit einem Jazzevent eröffnet wird. Das war in diesem Jahr nicht anders, bereits zum 17. Mal hieß es „Jazz ohne Stress.“ Der im Ort aufgewachsene Musiker Jonas Röser hatte die Serie vor fast 20 Jahren ins Leben gerufen, im Jahr 2016 hatte der Verein Kulturlant die Organisation dann übernommen. Nach wirtschaftlich erfolgreichen Veranstaltungen hatte man 2020 beschlossen, ein Programm zu bieten, dass seinesgleichen sucht. Damals gehörte mit Denis Gäbel der Bruder von Weltstar Tom Gaebel zum Kreis der Musiker auf der Kulturlant-Bühne. Er tat sein Übriges, dass „Tom Gaebel and His Orchestra“ den Weg ins kleine Lantershofen fanden. Wegen der Pandemie im vergangenen Jahr noch ausgefallen, war Gaebel am vergangenen Samstag der Star in einem fantastischen Programm, bei dem der Entertainer mit kleinem „Orchester“ von gerade einmal vier Musikern das Publikum begeisterte. „Je kleiner das Orchester, desto außergewöhnlicher müssen die Musiker sein“, stellte Gaebel sein Orchester vor, bei dem Pianist Jerry Lu, Marcus Bartelt an Saxophon und Querflöte, Bassist Stefan Rey und Schlagzeuger Niklas Walter viele Gelegenheiten hatten, ihre individuelle Qualität unter Beweis zu stellen. Gaebel selbst hatte das Publikum vom ersten Takt an in seinen Bann gezogen, zumal er mit Klassikern aufwartete. Er sang über „Bad Bad Leroy Brown“ und ließ dem Auftakt Gassenhauer, wie „Fly me to the Moon“, „Quando“ oder „My Baby just cares for me“ folgen. Big-Band-Hits, wie „Sunny“ oder „Ol‘ Man River“ fehlten ebenso wenig in der rund einstündigen Vorstellung Gaebels, bei der er es am Ende mit „New York, New York“ auf den absoluten Höhepunkt eines Galaabends für Jazz und Swing brachte.

Das Publikum im Lantershofener Winzerverein tobte, tat dieses aber auch schon in der ersten Stunde von „Jazz ohne Stress.“ Die gestaltete die „Jonas Röser Session Five“, bei der sich Saxofonist Röser neben den beim Lantershofener Jazzabend lange etablierten Caspar van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Schlagzeug) mit Martin Sasse einen der herausragenden Jazz-Pianisten in Europa eingeladen hatte. Sasse, van Meel und Brosowski eröffneten den Abend mit Sasses Stück „Two Souls“, um die Band zu exponieren. Dass es aber, wie Röser sagte, ein „Abend der Stimmen“ werden sollte, wurde schnell deutlich, führte der Saxofonist doch die in Lantershofen nicht unbekannte Soulsängerin Soleil Niklasson auf die Bühne, die sofort das Zepter übernahm. Mit ihrem „Love don‘t come easy“ sang sich die in Chicago geborene Wahl-Bonnerin schnell in die Herzen der Zuschauer. Mit „Love for sale“ oder „I thought about you“ folgten Stücke, in die Niklasson ihre individuelle Interpretation einfließen ließ, die den Musikern hinter ihr aber auch genügend Raum für starke Soli boten. Rösers Stücks „Blues for Mo‘“ stand im ersten Programmteil für die Botschaft an die Kinder, die die Flut im Ahrtal erleben mussten. „Wir wollen die Kinder stark machen, damit sie an der Erfahrung wachsen und stark bleiben“, so Jonas Röser. „Mit „God bless a child“ trug Soleil Niklasson zudem einen Song eigens für eine von der Flut stark betroffene Freundin vor, die nach großen Schicksalsschlägen im Flutopfer-Camp „Ahrche“ in Ahrweiler Halt fand.

Sowohl Röser, als auch der Verein Kulturlant waren nach fast drei Stunden am Samstagabend froh, dass man das aufwändige Jazzprojekt zwei Jahre nach Beginn der Planung trotz Pandemie erfolgreich präsentieren konnte. „Corona tut der Kulturbranche und jedem Künstler echt weh. Umso froher sind wir, dass die schon im Jahr 2019 verpflichteten Künstler nun noch ihrer Zusage nachkommen konnten“, untermauerte Jonas Röser am Ende auch den hohen Stellenwert, den „Jazz ohne Stress“ in Lantershofen unter Musikern genießt. Röser verriet, dass er fürs kommende Jahr Martin Sasse gerne eine tragende Rolle beim Jahresauftakt zukommen lassen würde.

Veranstaltungsankündigung

Lantershofen „Jazz ohne Stress“ heißt es am Samstag, 8. Januar, ab 20 Uhr im Winzerverein Lantershofen. Bereits im Januar 2020 stand ein festes Programm für die nunmehr 17. Auflage auf dem Plan. Umso größer ist die Freude, dass wir kommenden Januar nahtlos anknüpfen können. Der Konzertabend steht ganz im Zeichen großartiger Stimmen. Ganz besonders freuen sich die Konzertbesucher über das Gastspiel von Tom Gaebel und seinem Ensemble.

Seit Tom Gaebel 2005 sein Debütalbum „Introducing: Myself“ veröffentlicht hat, ist der Mann mit der unnachahmlichen Stimme aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken. Kein anderer Entertainer Deutschlands verbindet derart leidenschaftlich knackige Big-Band-Sounds mit der mitreißenden Leichtigkeit des Easy Listening.

Kurzfristig konnten wir einen Überraschungsgast für den Abend gewinnen. Soleil Niklasson wird als featuring Guest der Jonas Röser (Saxophon) Session Five mit ihrer unnachahmlichen Stimme das Konzert eröffnen. Alle Konzertgänger aus 2019 erinnern sich an eine charismatische Stimme. Die aus Chicago stammende Ausnahmesängerin ist mit der Musik des Jazz, Gospel und Soul aufgewachsen und diese Authentizität spüren die Zuhörer auch in ihrer Musik. Ausgehend von der Notsituation im Aartal war es für Soleil eine Herzensangelegenheit, erneut in der Region aufzutreten.

Abgesehen von großartigen Stimmen, die durch den Abend führen, dürfen wir uns ebenso über herausragende Musiker freuen. Kein geringerer als Martin Sasse wird am Klavier die Röser Session Five im ersten Set des begleiten. Sasse hat im Laufe seiner Bühnenkarriere mit nahezu allen Legends im internationalen Jazz zusammengearbeitet und zählt lange schon selbst zu den herausragenden Jazz-Pianisten in Europa. Seine spektakulären Konzertreisen führen ihn rund um den Globus. Außerdem freuen sich alle Besucher der Konzertreihe auf unsere langjährigen Bandmitglieder. Caspar van Meel (Kontrabass) und Dominic Brosowski (Schlagzeug) ergänzen die Session Five im ersten Set. Van Meel arbeitet aktuell fieberhaft an einem CD Release für Mitte 2022 mit Arrangements zu Klavierwerken von Erik Satie.

07.01.2022: ALICE HOFFMANN

Burka wäre auch was für Männer

Schauspielerin Alice Hoffmann hat die Zeichen der Zeit erkannt

Die Zeit rennt, aber jede Zeit hat ihre eigenen Gesetze. Das hat auch Alice Hoffmann erkannt. Die „Kittelschürz‘ der Nation“ aus dem Saarland war am vergangenen Freitag im Rahmen der Kabarett-Serie beim Grafschafter Verein Kulturlant zu Gast. „Die Zeichen der Zeit“ lautet das aktuelle Programm von Alice Hoffmann, die sich überaus glücklich zeigte, wieder einmal vor Publikum auftreten zu können. Auf der Lantershofener Bühne im Winzerverein plauderte fast zwei Stunde vom Küchentisch aus über ihre Sicht auf die Dinge, vor allen Dingen aus der Zeit von „Fünf vor Corona.“ Dabei verhaspelte sie sich immer wieder gerne, scheiterte mit Fremd- und „Bekanntwörtern“ spätestens dann, wenn es zur Übersetzung ins Saarländische kam. Dem Publikum gab sie dafür erst einmal einen kleinen Vokabel-Exkurs in ihrem Dialekt, der beispielsweise gar keine Artikel für Frauen kennt, zumindest nicht die gebräuchlichen. „Es“ heißt es im Saarland, in dem sie in der Kultsendung „Familie Heinz Becker“ als „Es Hilde“ bundesweit zu Bekanntheit gelangte. Und dass keine saarländische Stadt bei Deutschland-Karten im Fernsehen zu sehen sei, gleichen die Sender durch Vergleiche aus. Denn das Saarland sei ein Eichmaß für Katastrophen: „Wenn es in Kanada Hochwasser hat oder in Australien der Wald brennt, dann oft in einer Fläche von den Ausmaßen des Saarlandes“, so Hoffmann.

Die „Hilde“ hat sie mittlerweile abgelegt, auch die Kunstfigur der „Vanessa Backes“, die Person an sich ist aber geblieben, nämlich die Hausfrau, die der Welt die Welt erklären will. Dazu nutzt sie ihre Erfahrungen, zum Beispiel beim Tipp an die älteren Besucherinnen im Saal: „Man kann mit 60 Jahren auch wie eine 40-jährige sein. Aber nur eine halbe Stunde am Tag.“ Wichtig sei dabei die Fitness, zeigte Hoffmann, dass man auch mit Besen und Schrubber zum Nordic Walking ansetzen kann. Großen Raum nahm die Auseinandersetzung mit den Religionen ein, ein aktuell gefundenes Kabarett-Thema. Im Burka-Ersatz, zusammengestellt aus alten schwarzen Tüchern, kann sie die Aufregung um das Kleidungsstück vor allem in der katholischen Kirche so gar nicht verstehen: „Die Nonnen sehen doch genauso aus.“ Im Übrigen wäre die Burka doch auch etwas für Männer, dann könnten sie bei sommerlicher Hitze statt des Anzugs im Büro auch den Schlafanzug drunter tragen. Und auch für Bankräuber biete der Überwurf nur Vorteile. Hoffmanns Forderung und Fazit war also: „Burka für alle!“

Alice Hoffmann berichtete über ihre Lieblingssendung mit „Jauche-Günther“ und spielte mit dem Publikum „Wer wird Millionär.“ Wobei sie dann auch schnell zum leidigen Thema der Finanzen kam. Aber da gibt es eine klare Meinung: „Geld alleine macht nicht glücklich. Es muss einem auch gehören.“

Veranstaltungsankündigung

Als „Hilde Becker“ aus der ARD Kultserie „Familie Heinz Becker“ wurde Alice Hoffmann bundesweit bekannt in ihrer Paraderolle der naiven, lieben aber einfältigen Hausfrau. Aktuell ist sie als Vanessa Backes in der TV-Comedie-Serie „Schreinerei Fleischmann“ und in der Kabarettsendung „Spätschicht“ zu sehen.

„Zeichen der Zeit“ ist der Titel ihres neuen Soloprogramms. Am Kaffeetisch werden die Zeichen der Zeit am eigenen Körper aber auch in der heutigen Gesellschaft gedeutet.

Doch von gemütlicher Kaffeekränzchen-Atmosphäre keine Spur. Ihre Gedanken laufen Amok: Passen Frauenfußball, Burka und Demokratie zusammen in das Deutsche Wohnzimmer? Oder wird der Raum dringend gebraucht für Sahnetorte, Fitnesswahn und Rassismus? Was wird aus dem Saarland, wenn AKK Kanzlerin wird? Wie geht man korrekt mit farbigen Oberärzten um ?

Hinter antiquierter Kassengestell Brille und gewagtem Kittelschürzen-New-Look-Blusenkleid steckt eine patent-gewiefte, begriffsstutzig-schlaue, naiv-kluge, provinzielle Dame von Format. Die brillante Schauspielerin Alice Hoffmann, zeichnet subtil ihr Frauenportrait, unterhaltsam, zum Ablachen, aber auch wohldosiert nachdenklich, kommt von Diäten über den Bauchtanz am Bügelbrett und dem modernen Terrorismus – oder etwa Tourismus? – spielend leicht zur Burka für alle.

04.12.2021: WILDES HOLZ

Flötentöne für Vivaldi und AC/DC

„Wildes Holz“ sorgten für ein außergewöhnliches Weihnachtskonzert in Lantershofen

Der Grafschafter Verein Kulturlant hatte Advent und Weihnachten im Blick. Alljährlich ist man in Lantershofen um ein besonderes Weihnachts-Event bemüht. In diesem Jahr hieß der Titel „Alle Jahre wilder“, dahinter zu finden waren die Musiker von „Wildes Holz.“ Die geben in ihrer Musik vor allem der unter manchem Weihnachtsbaum zu findenden Blockflöte eine ganz außergewöhnliche Hauptrolle. Tobias Reisige beherrscht das Instrument wie kaum ein anderer. Dabei hat er nicht nur eine Blockflöte im Koffer, die ganze Instrumentenfamilie reist mit ihm durch die Republik, von der Mini-Sopranflöte für die Jackentasche bis hin zur mannshohen Subgroßbassblockflöte, die in ihrer eckigen Form mehr an einen Marterpfahl erinnert. Aber auch da kommt Musik raus. An seiner Seite hat Reisige seit zwei Jahrzehnten Markus Conrads. Auch er liebt die Extreme der Instrumentengrößen, bestich am Kontrabass ebenso, wie an der Mandoline. Mit E-Gitarre und akustischer Gitarre komplettierte Johannes Behr die dreiköpfige Instrumentalband, die alles andere spielt, als das, was man von einer solchen Besetzung erwartet. Nur einmal tanzten sie an diesem Abend in Lantershofen nicht aus der Reihe, nämlich beim Vortag von Antonio Vivaldis Konzert für Flöte und Geige. Obwohl: statt drei spielten Wildes Holz nur zwei Sätze, dabei zunächst den zweiten, dann den ersten Satz. Die Tonart war mit C-Dur auch eine andere, als bei Vivaldis Original und die Geigen ersetzte die Gitarre.

„Wildes Holz“ halten sich einfach nicht an die Originale. Zumindest diese Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch das zweistündige Programm. Immer wieder wurden da Titel zusammengemischt. Titel, die eigentlich so ganz und gar nicht zusammenzumischen sind. Aber die Überschrift „Weihnachtskonzert“ verlangte es wohl so. Ein Beispiel: „Maria, come as you are durch ein Dornwald.“ Ein deutschsprachiges Adventslied aus dem 16. Jahrhundert trifft Nirvana. Manchmal muss man es nur mal probieren und siehe da, es passte.

Und was man nicht so alles aus der Blockflöte zaubern kann. Da wurde Heinz Rudolf Kunzes Stück „Brille“ neu interpretiert. Da kam Madonna mit „Like a virgin“ zu Gehör – passt ja irgendwie auch zu Weihnachten. Auf der Mandoline ließ Markus Konrads den R.E.M.-Klassiker „Losing my Religion“ erklingen und aus den „Kling, Glöckchen“ wurden die „Swing, Glöckchen.“ „Frosty the Snowman“ auf Holz klang verblüffend gut vom gestrichenen Kontrabass. Zwischendurch setzte Tobias Reisige zum Loop mit fünf verschiedenen Blockflöten an, ehe er sein größtes Blasinstrument hervorholte, um Grönemeyers „Mensch“ darzubieten. Und dann ging es auch noch den Synthesizer-Sünden der 90er-Jahre an die Kragen. „Rhythm is a Dancer“ oder „Coco Jambo“ hören sich auf der Blockflöte doch mindestens genauso gut an. Man muss es nur probieren. Und weil am Ende statt der dicken Glocke das Weihnachtsglöckchen erklang, wurde der AC/DC-Kracher „Hells Bells“ auch noch mit „Jingle Bells“ garniert. Ein außergewöhnliches Programm, nach dem das Publikum die drei Musiker gar nicht mehr von der Bühne lassen wollte. Erst, als Markus Conrads auch noch einer riesigen Säge „Leise rieselt der Schnee“ entlockte, war das Konzert beendet.

Veranstaltungsankündigung

Weihnachtsprogramm „Alle Jahre wilder“

Die Tradition sieht für die Blockflöte zu Weihnachten eine verhängnisvolle Rolle vor: Eigentlich will sie niemand hören, aber sie gehört halt irgendwie dazu. Also wird monatelang tagein tagaus geübt, um dem kleinen Tinnitus-Simulator weihnachtliche Klänge abzutrotzen. Doch man täusche sich nicht: auch richtige Töne können schief klingen! Selbst ein fehlerfreier Vortrag auf diesem Instrument kann die stille Wut der Verwandtschaft auf sich ziehen. So wird die Blockflöte zum perfekten Instrument gegen Weihnachtsharmonie. Da ist der Punk nicht weit!

Hier kommen die drei Musiker von Wildes Holz ins Spiel: sie kombinieren das kleine Folterholz mit einer akustischen Gitarre, einem Kontrabass und einer ordentlichen Portion Rock ’n‘ Roll. Mit heimlicher Freude üben sie immer neue Weihnachtslieder ein, um zu sehen, wie weit sie es damit treiben können.

Es entsteht eine irrwitzige Musik, die Virtuosität und Trash, Romantik und Disko miteinander verbindet. Klassik und Rock reichen sich die Faust, Grunge und Reggae treffen sich mit Maria im Dornwald. Alle Jahre wilder!

Besetzung: Tobias Reisige (Blockflöten), Markus Conrads (Kontrabass), Johannes Behr (Gitarre)

www.wildes-holz.de

03.12.2021: ONKEL FISCH

Ein Jahresrückblick besser als das Jahr

Das Satire-Duo „Onkel Fisch“ erinnerte mit Musik, Wortwitz und Gags an die Ereignisse aus 2021

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit für Jahresrückblicke. Einen solchen in satirischer Form präsentierte das Duo „Onkel Fisch“ am vergangenen Freitag im Lantershofener Winzerverein. Sicherlich kein leichtes Unterfangen für die beiden Kabarettisten, die aber gleich zu Beginn versprachen: „Der Rückblick wird besser als das Jahr.“ Und schon traten sie hinters Nachrichtenpult, um in bester Tagesthemen- Manier auf die verflossenen elf Monate und ein paar wenige Tage des Dezembers zurückzuschauen. Chronologisch gingen Onkel Fisch vor, hatten für so manch Ereignis einen Gag parat, angefangen im Jahr mit dem Geburtstagsständchen für eine Pandemie: Happy Covid! So manches kam den beiden abstrus vor, wie die „Inauguration“ von US-Präsident Biden, für Onkel Fisch eine Mischung aus Super-Bowl-Pausenprogramm und Messe. Dazu passend eine Anmerkung aus dem April: „Biden ist 100 Tage im Amt – und er lebt noch.“

Der Blick der beiden schweifte durchs In- und Ausland. Interessant im Februar: eine Amnestie für diejenigen, die Bundeswehr-Munition hatten mitgehen lassen. Da kam dann plötzlich mehr zurück, als vermisst wurde. Im März dann die Maskendeals von CDU-Politiker. Einzelfälle wurde da betont. „Ja, Einzelfälle“, konstatierten Onkel Fisch. Einzelfälle, wie sie die besagte Partie in schön-skandalöser Regelmäßigkeit produzierte. Die Aufzählung anderer Einzelfälle wollte kein Ende nehmen. Zehn Jahre Fukushima war da fast schon ein Grund zum Feiern.

Als „Investigativsatiriker“ erinnerte das Duo an den Tanker „Ever Given“, der im April das Nadelöhr der Globalisierung verstopfte. „Da kauf ich lieber bei Amazon Prime“, so die Konsequenz von Onkel Fisch. Und wieder gerieten die Christdemokraten ins Visier, krönte man doch Armin Laschet zum „Kandidaten von Söders Gnaden.“ Einige Namen tauchten übers Jahr immer wieder auf, auch der Deutsche Fussball Bund, der seit Mai einen Präsidenten vermisst. Oder der Vatikan, wo man sich selbst mit der Aufklärung dubioser Dinge beschäftigt: „Da ist Kinderschändung genauso strafbar, wie eine Frau zum Priester zu machen.“ Und nochmal einer für die Christdemokraten und ihren Verkehrsminister Scheuer als Hauptdarsteller in der „Sendung mit der Maut.“ Ja, es flimmerte auf der Mattscheibe. In den Hauptrollen: Jeff Bezos und Elon Musk, die im Juli als „Schweine im Weltall“ daherkamen. Na dann schon lieber den Skandal schlechthin: Spaghetti Bolognese lösten die Currywurst als beliebtesten Kantinenessen ab. „Ach ja“, dürfte so mancher der knapp 100 Gäste angesichts der Erinnerungen an langweiliges Wahlgeplänkel namens „Triell“ im September, eine Fußball-WM-Quali, die auch die Handballer geschafft hätten im Oktober oder einer Weltklimakonferenz unter dem Motto „Mit Vollgas gegen die Wand“ im November geschafft haben. Und auch für den Dezember hatten Onkel Fisch schon geschichtliches parat: Abschiedszeremonie für Angela Merkel mit der Feststellung: „Bei der Bundeswehr funktionieren immerhin die Posaunen.“ Am Ende blieb die Feststellung: der Rückblick war wirklich lustiger als das Jahr.

Veranstaltungsankündigung

WDR 2 Zugabe Pur Jahresrückblick mit ONKeL fISCH
Der satirische Jahresrückblick mit dem Wichtigsten Witzigsten aus 2020

Im Radio blicken ONKeL fISCH für WDR 2 alle sieben Tage in ihrer hochgelobten Sendung auf die Woche zurück. Von der Kurzstrecke für’s Radio geht’s am Ende des Jahres zum fünften Mal auf lange Tour durch die Theater der Republik.

Ein Virus hält die Welt in Atem. Adrian Engels und Markus Riedinger alias ONKeL fISCH sprinten durch ein Jahr, das viele eher zum Weglaufen fanden. Und gerade ein Seuchenjahr verdient ein satirisches Antiviren-Programm mit Klärung der wichtigsten Fragen: 30 Jahre Wiedervereinigung – warum halten Ost und West immer noch 1,5m-Abstand? Bedeutete die Oktoberfest-Absage Saufen im Dahoam-Office? Was ist giftiger: Glyphosat oder Wladimir Putin? Warum ging der Wertpapier-Trend 2020 zu Klorollen? Die Briten verlassen die EU – haben sie ein Ass im Ärmelkanal? US-Wahlen: Mit Dreck bewerfen oder schon Schlammcatchen ohne Hose?

Dieser Jahresrückblick ist anders, denn die beiden Bewegungsfanatiker von ONKeL fISCH präsentieren 365 Tage in 90 atemlosen Minuten: Hier wird nach Herzenslust gespottet, gelobt, geschimpft, gesungen und getanzt. Action-Kabarett direkt aus den kreativen Köpfen zweier preisgekrönter und erfahrener „Meister der Kleinkunst“ (Main Echo).

www.onkelfisch.de

26.11.2021: NEKTARIOS VLACHOPOULOS

Die Maske verhindert die Verbreitung von Mundgeruch

Am Freitag war Slampoet Nektarios Vlachopoulos in Lantershofen – Künstler und Theater befürchten einen neuerlichen Lockdown

Immer mehr Corona-Infektionen, lange Schlangen und stundenlanges Warten dort, wo geimpft wird. Steigende Forderungen nach Einschränkungen des täglichen Lebens bis hin zum Lockdown. Wie geht man da mit lange geplanten Veranstaltungen um? Die seit dem 24. November geltende 28. Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz erlaubt Veranstaltungen und richtet die Beschränkungen, wie alle Bundesländer, nach der  landesweiten Hospitalisierungsinzidenz aus. Aktuell besagt diese, dass Veranstaltungen noch nach der 2G-Regel stattfinden dürfen, also für Geimpfte und Genesene. Wer nicht zu diesen Kreisen zählt, muss draußen bleiben.

In Lantershofen fand am Freitagabend ein Kabarett-Gastspiel statt. Gastgeber im örtlichen Winzerverein war der Verein Kulturlant, der in erster Linie in diesem Haus, das seit Ankauf und Umbau durch die Gemeinde Grafschaft im Jahr 2017 eine kulturelle Versammlungsstätte ist, alljährlich rund zwei Dutzend Kulturveranstaltungen in der dunklen Jahreszeit anbietet. „Wir arbeiten hier nach den geltenden Gesetzen und Verordnungen“, sagt Vorstandssprecher Udo Rehm. Andere Vereine im Ort machen es ebenso, man hat bei der örtlichen Kirmes im September, die man nicht ausfallen lassen wollte, gute Erfahrungen gemacht. Nicht alle sehen es so, es wurden schon Vereinsveranstaltungen aufgrund der Corona-Entwicklung abgesagt.

Udo Rehm selbst steht mit zwei Mitarbeitern des Ortsvereins Grafschaft vom Deutschen Roten Kreuz vor der Eingangstür und kontrolliert dort von jedem Besucher den Nachweis, dass dieser geimpft oder genesen ist. Zusätzlich muss jeder Gast seine Kontaktdaten hinterlassen, entweder durch Einloggen mittels Luca-App oder handschriftlich auf einer Besucherkarte, die der Verein dann vier Wochen lang aufbewahrt. Am Eingang steht ein Spender mit Desinfektionsmittel, hier wird reichlich Gebrauch gemacht. Desinfizieren, Smartphone halten, Tickets in der Hand – das alles ist nicht einfach. Erst nach einer weiteren Kontrolle dürfen die Besucher in den Saal. Außerhalb vom Sitzplatz herrscht Maskenpflicht.

Auf der Bühne ist an diesem Abend Nektarios Vlachopoulos zu Gast, ein aufstrebender junger Kabarettist, der gerade 30 Jahre alt geworden ist. Seinen sicheren Job als Deutschlehrer hat der im Kraichgau aufgewachsene Wortakrobat zugunsten der Tingelei über die Bühnen der Republik aufgegeben und schnell renommierte Preise gewonnen. Er gewann die Kabarett-Bundesliga 2017, die St. Ingberter Pfanne und auch den Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises. Über den Poetry Slam kam Vlachopoulos zum Kabarett, auf der Bühne verbindet er beides und bringt das Publikum zum Lachen. Auch mit seinen Gags über Masken und deren Verhinderung der Verbreitung des Mundgeruchs. Über den Tod hat er sich Gedanken gemacht, sagt Vlachopoulos. Zumindest über seine letzten Worte. Sofern diese einmal der Nachwelt überliefert werden sollten, sollte doch mehr dahinter stecken, als bei Goethes letzten Worten „Mehr Licht.“ In erster Linie aber besticht der selbsternannte Slam Poet mit seinen Texten vom Besuch auf der Technoparty, seiner schwäbischen Version von „Fifty Shades of Grey“ oder der Erweiterung des Vokalgedichts zur Vokaltragödie, in der „A“ wie Anna, „E“ wie Elke, „I“ wie Iris, „O“ wie Otto und „U“ wie Ulf die Hauptrollen spielen. Das Publikum hat sichtlich Spaß und deckt sich nach der Show reichlich mit Büchern des Künstlers ein, die dieser für einen Zehner anbietet und gerne signiert.

Eigentlich wollte er von Lantershofen nach der Übernachtung weiterreisen nach Herne, wo am Samstag sechs Kabarett-Künstler im Finale um den Preis „Tegtmeiers Erbe“ streiten wollten. Am Dienstag hatte die Stadt Herne die Veranstaltung mit 700 Gästen abgesagt. Kulturlant hat bis dato noch keine Veranstaltung abgesagt, das Publikum wird aber immer zurückhaltender. Neben den rund 80 Kabarett-Abonnenten hatten für Nektarios Vlachopoulos nur noch 20 Menschen ein Ticket erworben. „Seitdem die Corona-Zahlen förmlich explodieren, verkaufen wir so gut wie gar keine Tickets mehr“, so Vorstandssprecherin Mary Witsch. Auf die rund 100 Gäste vom Freitag kamen noch einmal 150 leere Stühle. Man habe voll bestuhlt, da sei es nicht ganz so eng, betonte der Verein. Mit einem stündlich fünffachen Luftaustausch im Festsaal und weiteren Luftreinigern im Gebäude habe man viel für die Sicherheit getan. Zudem gelten Theaterbesuche als relativ sicher. Während die Luca-App 49 Prozent der Besucher eines Clubs oder 10,9 Prozent der Gäste eines Restaurants im Anschluss eine Infektionswarnung schicke, liege diese Zahl im Theater bei 0,9 Prozent. „Wir tun alles, damit unser Publikum sicher ist und sich auch so fühlt“, so Vorstandssprecher Rehm. Daher hoffe man auch, am kommenden Freitag den satirischen Jahresrückblick des Duos „Onkel Fisch“ und am Samstag Weihnachts-Rock mit dem Trio „Wildes Holz“ anbieten zu können.

Veranstaltungsankündigung

In Zeiten, in denen sich das brave Bürgertum angesichts einer immer schnelleren, lauteren, verwirrenderenrenderen Lebenswelt nach einfachen Lösungen sehnt, macht ein Mann endlich keine klare Ansage. Blitzschnell referiert der diplomierte Hobbylexikograf und knallharte Straßenkabarettist über die randgesellschaftlichen Probleme der äußeren Mittelschicht.

„Ein ganz klares Jein!“ ist das Manifest der Unverbindlichkeit. Eine in Granit gemeißelte vorsichtige Handlungsempfehlung für unentschlossene Dogmatiker. Die Programm gewordene Ambivalenz des negierten Widerspruchs am Gegeneiltag. Ein Muss für jeden, der nicht will. Also Stifte raus und hingelegt, prokrastinieren kannst du noch morgen. Nektarios verklärt jetzt Tacheles! Oder auch nicht. Er ist sich da nicht so sicher….

www.nektarios-vlachopoulos.de

 

20.11.2021: LISA CANNY & BAND

Ausnahmemusikerin mit Harfe und Banjo

Lisa Canny und Band begeisterten in Lantershofen mit Pop, Rock und irischen Klängen

Musik aus Irland stand am Samstagabend auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein an. Dort gastierte Lisa Canny, immerhin siebenfache Gewinnerin der All Ireland Championships, und das nicht nur auf dem irischen Traditionsinstrument, der Harfe, sondern auch mit dem Banjo. Schon das deutete auf eine große Flexibilität hat. Was Canny mit ihrer Band dann den mehr als 150 Zuhörern boten, übertraf die Erwartungen bei Weitem. Kein Wunder, sieht sie sich zwar von der traditionellen irischen Musik inspiriert, machte dem Publikum aber klar, dass sie und ihre Musik von Genres, wie Pop, Funk, Hip-Hop oder Rock stark beeinflusst werden. Das merkte man schnell, weil Lisa Canny ihr Konzert mit der in gälischer Sprache vorgetragenen Hymne „Mo Ghrá Thú“ eröffnete und dann schnell zu einem ihrer poppigen Hits, nämlich „Freedom“ überleitete. In der Folge erlebte das Publikum einen wilden Ritt durch die Musikstile bis hin zum Jazz, ohne dass die Irin dabei ihre musikalische Heimat aus den Augen verlor. Das war schon gewaltig, was Canny und ihre drei Mitstreiter Patrick Groenland an Gitarre und Keyboard, Todd Doyle am Schlagzeug und Niall Hughes am Bass da boten. Da war pure Spielfreunde zu spüren, es war weitaus mehr, als nur die Präsentation von Cannys aktueller CD „Disgrace.“

Das Publikum ging bei den Stücken mit, klatschte im Takt und lauschte den langsamen Liedern, jedem Lieb aber folgte teils frenetischer Applaus. Die Band spornte das zum Abschluss ihrer Deutschland-Tour mit 28 Konzerten in 35 Tagen mehr und mehr an. Zwischenzeitlich legte Lisa Canny das Banjo auch mal zur Seite und wandte sich nicht der Harfe zu. Dann schnallte sie die Gitarre über und verriet, dass sie in Zeiten des Lockdowns auch auf diesem Instrument komponierte. Schließlich war während der Tour durch Deutschland aber auch der musikalische Dialog „African Set“ zwischen Gitarrist Groenland und Canny am Banjo entstanden. Groenland konnte hier seine musikalische Erfahrung aus einem Besuch des Landes Mali einbringen.

Gut zwei Stunden lang wirbelte die Irin über die Kulturlant-Bühne und sorgte mit ihrem Temperament für Stimmung. Am Ende gab es zwei Zugaben, darunter auch einen Coversong, nämlich das Eurythmics-Stück „Sweet Dreams.“ Nach der Show sah man sie samt Band noch lange bei irischem Bier mit dem Publikum zusammensitzen, ehe es am Sonntag auf die Heimreise nach Irland ging. Fürs kommende Jahr hat Lisa Canny unterdessen erneut eine Tournee nach Deutschland angekündigt.

Veranstaltungsankündigung

Versuchen wir, bescheiden zu beginnen, ganz ohne Superlative:

  • 7-Mal All Ireland champion auf der Harfe und dem Banjo
  • UK Future Music Songwriting Gewinnerin 2016
  • 1st class honours B.A. Irish Music and Dance
  • 1st class honours M.A. Ethnomusicology
  • Event Industry Award Gewinnerin 2015
  • Touren in den U.S.A, Kanada, Europa & Russland als Lead Singer der Bands Celtic Crossroads & The Young Irelanders
  • Auftritte vor 50.000 Menschen
  • 2015 einen Top Ten Hit in Irland mit dem Song “Lifeline”, geschrieben mit der Grammy-Gewinnerin Jodi Marr
  • Von BBC America zu den Top Ten “Irish acts you don’t want to miss” ernannt

Sie sehen, das funktioniert im Falle Lisa Canny nicht. Wenn man 7 Mal die renommierten „All Ireland Championships“ gewonnen hat – und das gleich auf 2 Instrumenten – dann ist es gar nicht mehr möglich, tief zu stapeln.

Ihre Bühnenpräsenz ist schlicht eine Wucht – innovativ und fesselnd. Was sie beispielsweise mit dem Nationalinstrument Irlands, der Harfe, zu spielen vermag, versetzt selbst Experten in Staunen.

www.lisacanny.com

30.10.2021: SUCHTPOTENZIAL

Sie pöbeln, rauchen, saufen und sind aggro

Nach mehr als einem Jahr Abstinenz gab es in Lantershofen wieder einen Kabarett-Abend

„Endlich wieder live – endlich wieder Kultur.“ Julia Gámez Martin schrie es nach zweieinhalb Stunden auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein heraus. Die Berlinerin ist Part des Duos „Suchtpotenzial“, dass am vergangenen Samstag den Reigen der Kabarettveranstaltungen 2021/22 beim Grafschafter Verein Kulturlant eröffnete. Mehr als ein Jahr lang hatte es bei Kulturlant keine Konzerte oder Gastspiele mehr gegeben, immer wieder wurde angekündigt und musste abgesagt werden. Jetzt ließen die Corona-Bestimmungen für Kleinkunstbühnen und die aktuellen Infektionszahlen im Kreis ein beinahe normales Theatererlebnis zu, dem mehr als 200 Gäste beiwohnten. Sie erlebten ein perfekt abgestimmtes Duo, dass mit einer Mischung aus schwarzem Humor und einer guten Prise Gleichberechtigungsforderung dem Publikum im Saal – und nicht nur dem männlichen Publikum – den Spiegel knallhart vorhielt. Ja, der selbstherrliche Mann musste sich schon einiges anhören. Zum Beispiel die Betrachtung der gesellschaftlichen Ungleichheit, festgemacht am „gender pay gap“, der ungleichen Bezahlung der Geschlechter. Pianistin Ariane Müller und Sängerin Julia Gámez Martin hatten ihre ganz eigene Art, auszudrücken, dass man dem Mann in nichts nachstehe: „Wir sind genauso Scheiße wir ihr! Ich denk nicht an meinen Freund, während ich masturbier’. Wir sind genauso scheiße wie ihr. Wir pöbeln, wir rauchen, wir saufen, sind aggro wie ihr. Also Kohle her, bevor wir hier noch eskalieren.“ Das Publikum tobte, hatte da schon zwei Stunden „Sexuelle Belustigung“, so der Titel des Programms der beiden, erlebt.

Ein Programm, mit dem Suchtpotenzial nach acht Jahren Bühnenzeit nun Dauergast in allen großen Kabarettsendungen ist und dass den beiden Frauen so manche Auszeichnung einbrachte, darunter auch den Deutschen Kleinkunstpreis. Und nun waren sie wieder live auf der Bühne. „Kein Bildschirm mehr zwischen uns“, stellten sie gleich mal fest und machten dem Publikum klar: „Wer jetzt Beleidigungen raushaut, muss die Konsequenzen rechnen, wir sind schnell von der Bühne runter bei Euch. Wurde aber nicht nötig.

Suchtpotenzial ließen von der ersten Sekunde ihrer Show an kein heikles Thema aus, betrachteten vieles aber auch aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und sangen ein „Herzlichen Glückwünsch“ allen, die Metoo-Debatten kleinreden. Wobei Ariane Müller aber auch feststellte, dass ihr noch nie eine Wohnung wegen ihres türkisch klingenden Namens verwehrt wurde. Frau weiß sich zu helfen, kann auch zurückzahlen: „Ich rufe die Telekom an, sage, dass ich morgen zwischen 8 und 17 Uhr vorbeikomme und gehe dann nicht hin.“ Und wie ist das mit den Männern? Da gab es eben jenen „Klaus-Dieter“ in ihren Songs: „Du bist der Mann meiner Träume. Du hast volles Haar – in der Nase und den Ohren.“ Was Suchtpotenzial in Lantershofen bot, war perfekt arrangierte Musik in den unterschiedlichen Genres, die auf treffsichere Zeilen und witzige Improvisation traf. Das alles in Wortgefechten, Gesangsduellen und einem Pointengewitter auf Dauerfeuer.

Veranstaltungsankündigung

ALARM!!! Sie sind wieder da! Die Musik-Comedy-Queens von SUCHTPOTENZIAL mit ihrem 3. Programm „Sexuelle Belustigung“: Julia Gámez Martín aus Berlin und Ariane Müller aus Ulm sind zwei preisgekrönte Musikerinnen und bundesweit bekannt für ihre Shows voll rabenschwarzen Humors. Wenn diese beiden Ladies ihrer Albernheit freien Lauf lassen, kann auf der Bühne einfach alles passieren: virtuose Gesangsduelle, derbe Wortgefechte und kluges Pointengewitter. Suchtpotenzial werfen dabei alle Konventionen und Klischees über Bord und nichts ist vor ihnen sicher. Von hippen Instagram-Trends über Wagner-Opern und feministischen Anbagger-Tipps bis zum finalen Weltfrieden werden die wirklich wichtigen Themen bearbeitet.

Suchtpotenzial sind Meisterinnen der gelebten Neurosen, von absurden Gedankengängen und bewegen sich parkettsicher in allen Musik-Genres. Ihre Musik und Comedy-Texte schreiben Ariane und Julia selber und machen auch sonst alle Stunts selbst. Lassen auch sie sich sexuell belustigen von Suchtpotenzial, dem besten Alkopop-Duo der Welt!

Credits:
Deutscher Kleinkunstpreis 2020 (ZDF, 3SAT)
Thüringer Kleinkunstpreis 2020
St. Ingberter Pfanne 2018
Mindener Stichling 2016
Tuttlinger Krähe 2016
Hamburger Comedy Pokal 2016
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10.10.2020: KAISER & PLAIN

Berliner Kabarett in Überlänge

Kaiser & Plain war die Freude über den Auftritt in Lantershofen sichtbar anzumerken

Sechs Gastspiele hatte das Berliner Duo Kaiser & Plain in der vergangenen Woche im Rahmen einer Kurztournee geplant. Am Ende fand nur eines davon statt, nämlich am Samstag bei Kulturlant in Lantershofen. Im dortigen Winzerverein musste jeder zweite Stuhl leer bleiben, knapp 130 Gäste waren zugelassen, die freien Tickets wurden alle verkauft, „Corona-ausverkauft“ sozusagen. Die Menschen wollen wieder Kultur erleben und die Künstler wollen spielen. David Kaiser und Virginia Plain, beide Schauspieler, wollten am Ende gar nicht vor der Bühne und die Gäste im Saal waren froh darüber, sie feierten die beiden lautstark.

Was der schmächtige Kaiser zumeist am Flügel und die „gut gebaute“ Plain am Mikro dem Publikum boten, war ein Programm, dass man ansonsten im Berliner Kabarett erleben kann. Kein Wunder, ist ihre Hausbühne doch das BKA-Theater in Berlin-Kreuzberg. Auf der Bühne gab es viel Musik, die Bezeichnung „Chanson-Abend“ hätte ebenso gut gepasst, wie Kabarett. „Männer haben auch Gefühle“ war der Name des Programms, in dem das Duo seine lebenslang erfahrenen Gefühlswelten musikalisch darstellte. Natürlich begann das in der Jugend, „Auf’m Land“, wo es ohne Mofa nicht ging und wo die ersten Zärtlichkeiten ausgetauscht wurden. Zwischen den Stücken parlierten Kaiser & Plain dann eher über Belanglosigkeiten, die meist darin gipfelten, dass sie ihm mangelnde Kultur vorwarf und er mit wenig Fingerspitzengefühl seine Hassliebe zu ihr nach außen trug.

Musikalisch wussten die beiden da eher zu überzeugen, meist ging es chronologisch in den Liedern zu, und so folgte die Gefühle dem Duo vom Land in die Stadt, wo es auch schon mal sentimental wurde. Vor allem, als Virginia Plain von den Schmetterlingen sang, aber auch von den Konzerten auf Hinterhofbalkonen. Man ging unter die Künstler, auf der Bühne nicht unerfolgreich, bei Wettbewerben immer ganz hinten auf den Platzierungslisten. Mit „Applaus in Iserlohn“ drückten sie aus, wie egal ihnen das doch ist. Mit zunehmender Dauer des Abends wurden die Themen bunter, Kaiser wechselte vom Flügel auch mal zur Autoharp oder der Ukulele. „Freundinnen müsste man sein“, machten beide klar. Nur dann teilt man nämlich alles ohne Diskussionen – bis sich beide eines Tages in denselben Mann verlieben. Kaiser & Plain fanden immer mehr Gefallen daran, endlich wieder vor Publikum zu spielen, kramten das Beste aus ihren älteren Programmen hervor und steigerten sich von Song zu Song. Das Publikum rissen sie mit ihren Lieder Liedern über Sehnsucht oder soziale Netzwerke mit.

David Kaiser wurde mehr und mehr vom Elefant im Porzellanladen zur Prinzessin auf der Erbse und am Klavier, immer auf der Suche nach dem Mann für die Nacht, der in Lantershofen aber nicht zu finden war. Virginia Plain ließ im Gegenzug mehr und mehr erkennen dass sie doch in Wahrheit der Seemann unter den Ladies ist. Sportlicher Höhepunkt des Abends war sicherlich ihr Sprung auf den Flügel. Das war am Ende Kabarett, wie man es in Berlin eigentlich schon seit mehr als 100 Jahren erleben kann.

Veranstaltungsankündigung

Kaiser & Plain: Wir haben auch Gefühle

Musikcomedy

Kaiser & Plain entdecken ihre Gefühlswelt: große Gefühle, Wechselbäder der Gefühle und sogar atemberaubende Gefühlsachterbahnen. Hierbei fragen sie sich verdutzt, ob diese mannigfaltigen Gefühle schon immer da waren? Oder woher kommen die plötzlich alle um die Ecke? Wer von den beiden hat mehr Gefühle, wer die schöneren? Wer kann sie am besten ausdrücken? Kann man zu viele Gefühle haben, und, wenn ja, was macht man dann mit dem überschüssigen Ballast? Sind wir nicht alle ein bisschen Rosamunde Pilcher?

Und jetzt, wo die wahrlich gemischten Gefühle nun schon einmal da sind, was sollen Kaiser & Plain damit anfangen? Natürlich in ein Programm packen, denn Emotionen lassen sich am besten mit Musik transportieren.

Liebe, Eifersucht, Melancholie, Stolz, Angst, Hass, Abneigung… Alle Gemütslagen werden unter die Lupe genommen. Das Musikcomedy-Duo singt und plaudert aus dem Herzen und aus dem Nähkästchen ihres überaus reichen Gefühlslebens, seiner scharfen Beobachtungen und des Hörensagens. Das Publikum kann live erleben, wenn Glückshormone und Stresshormone ihre Kämpfe ausfechten.

Virginia und David präsentieren neue eigene Songs und interpretieren so manche Perle von Musikkabarett-/Singer-Song-Writer-KollegInnen. Sie betören durch Witz, Natürlichkeit und die Harmonie von Virginias außergewöhnlich voller, samtiger Stimme mit Davids gefühlvollem Klavierspiel und Gesang. Plain ist eine beeindruckende Erscheinung, Kaiser der smarte, coole und auch mal widerspenstige Gegenpart. Virginia Plain ist der Seemann unter den Ladies, David Kaiser die Prinzessin auf der Erbse am Klavier.

www.kaiser-und-plain.de

03.10.2020: INGOLF LÜCK

„Neustart Kultur“ in Lantershofen

Erstmals Theater bei Kulturlant – Viel Beifall für Ingolf Lück

Die Corona-Pandemie zwang den Grafschafter Verein Kulturlant im Frühjahr, gleich sieben Veranstaltungen zu verschieben. Am vergangenen Samstag sollte nun die neue Spielzeit 2020/21 starten. Und das tat sie auch. Unter strengen Auflagen der aktuellen Verordnungen schlug der Verein einen neuen Weg ein. Waren bisher auf der Lantershofener Bühne vor allem Kabarett und Konzerte der Unterhaltungsmusik zu erleben, stand nun ein recht ernstes Theaterstück an. „Seite Eins“ schrieb der 1967 in Trier geborene Johannes Kram im Jahr 2014. Das Werk mit dem Untertitel „Theaterstück für einen Mann und ein Smartphone“ hat die Arbeit des Boulevardjournalismus zum Inhalt und bedient dabei sämtliche Klischees. Gespielt wurde das Stück von Ingolf Lück, der eigentlich mehr als Comedian oder Kabarettist bekannt ist, in Lantershofen aber große schauspielerische Qualitäten zeigte.

Lück verkörperte den Boulevard-Journalisten Marco auf der Jagd nach der großen Story. Dabei war er entweder ständig am telefonieren, oder er erklärte Publikum die Sinnhaftigkeit seines Berufsstandes, indem er mit dem serösen Journalismus abrechnete. Boulevard sei keine Lügenpresse, er interessiere sich vielmehr für die Menschen und die Wahrheit der Menschen. In seinem Monolog über die Herrlichkeit des Boulevard drückte Marco sogar mehrmals Anrufe weg, immer wieder ertönte die Handymelodie „Don‘t Stop me Now“ von Queen. Marco redete derweil über Respekt und Verantwortung. Dann ging er ran ans Handy. Am anderen Ende war Lea, eine junge Sängerin mit erster CD, ein Frischling im Business auf der Suche nach Werbemöglichkeit. Die gab ihr Marco, aber auf seine Art und Weise. Nicht Leas Musik stellte er in den Vordergrund, sondern ihre vermeintliche Liebe zum Unternehmer-Erben Philipp. Und so kam Lea recht fragwürdig auf Seite Eins, wo getitelt wurde: „Der Industrie-Erbe und das Partygirl – ist das wirklich Liebe?“

Nur zu gut, dass er sich bei seinen Recherchen vertan hatte, denn nicht der angehende Großerbe war besagter Philipp, es war ein anderer Philipp. Der Erbe meldete sich und drohte mit Klagen, Lea meldete sich und drohte damit, in einer Talkshow alles richtigzustellen. Jetzt zeigte sich der wahre Boulevard-Journalist und trieb Lea durch eine kleine, perfide Erpressung in die Enge. Das Kalkül ging auf.

Johannes Krams „Seite Eins“ ist ein gleichermaßen unterhaltsames wie bitterböses Stück, das beim Lantershofener Publikum ankam, Lück erhielt minutenlangen Beifall von den rund 90 Besuchern. Das waren noch einmal 40 Gäste weniger, als aktuell bei Kleinkunst in Lantershofen zulässig sind. „Wir dürfen rund die Hälfte unserer gut 250 Plätze besetzen, aber die Karten muss man erst einmal verkaufen“, so Vorstandssprecherin Marie-Luise Witsch. Dass der Verein derzeit so gut wie immer defizitär arbeitet, betonte die Sprecherin auch, machte aber gleichzeitig auch klar: „Wir haben als Grafschafter Verein weder Miet-, noch große Personalkosten und werden eines nicht tun, nämlich Agenturen bitten, die Künstlergagen zu verringern. Dazu ist die Branche zu sehr betroffen.“ Man sei guter Dinge, unter den gegebenen Voraussetzungen noch eine Weile Kultur anbieten zu können, zumal es große Unterstützung von der Kommune, aus der Wirtschaft und von Privatleuten gebe, ergänzte Vorstandssprecher Udo Rehm. Das Hygienekonzept mit Fiebermessungen durch das DRK am Eingang, Platzzuweisungen und ständigem Luftaustausch fand viel Lob bei den Besuchern.

Veranstaltungsankündigung

Ingolf Lück in „Seite Eins – Theaterstück für einen Mann und ein Smartphone“
Von Johannes Kram

Marco ist Journalist. Boulevardjournalist aus ganzer Überzeugung. Tratsch und Klatsch sind überall, sie haben es vom Frisörsalon bis in die „seriöse“ Presse gebracht. Die voyeuristischen Stimmen begleiten und verfolgen Menschen durch Affären und Krisen, an deren Ende sie entweder schnelle Popularität erlangen oder daran zugrunde gehen. Marco liebt diese Macht und verehrt sein Metier als Kunst. „Zuckerbrot und Peitsche“, das ist seine Maxime. Auf der ständigen Jagd nach einer gut verkäuflichen Story lernt er Lea kennen. Sie hat gerade ihre erste CD rausgebracht und ist noch ein echter Frischling im Business. Marco wittert mit seinem untrüglichen Instinkt sofort die perfekte Beute. Er stellt Lea eine Titelstory und damit den großen Durchbruch in Aussicht. Lea sind Boulevard-Medien zwar suspekt, sie lässt sich aber von den scheinheiligen Versprechungen des skrupellosen Journalisten einlullen. Er bringt die Story, wenn auch etwas anders als besprochen. In seiner aus Halbwahrheiten zusammenphantasierten Version wird Lea von einer ernstzunehmenden Künstlerin zum Promiluder, das sich als Imagepolitur den Erben einer Unternehmerdynastie geangelt hat. Das schlägt ein, allerdings auch für Marco etwas anders als erwartet. Einen kurzen Moment steht er selbst mit dem Rücken zur Wand. Doch dann schafft er es, Lea durch eine kleine, perfide Erpressung in die Enge zu treiben. Er bringt sie zur nächsten Entblößung und macht sie damit endgültig zum Freiwild im Blitzlichtgewitter. Johannes Krams „Seite Eins“ ist ein gleichermaßen unterhaltsames wie bitterböses Stück, das die zum Teil verantwortungslose Maschinerie moderner Massenmedien entlarvt. Ein Angebot, hinter die Kulissen zu schauen, die eigene Haltung gegenüber Medien zu reflektieren. Wo hört investigativer Journalismus auf und wo fängt menschenunwürdige, respektlose Berichterstattung an? Und welche Rolle spielt dabei die eigene Lust am Voyeurismus?

07.03.2020: 3. YOUNG SCOTS TRAD AWARDS WINNER TOUR

Weltmeister auf der Kulturlant-Bühne

Schottlands beste Nachwuchsmusiker gastierten auf Deutschlandtour auch in Lantershofen

Sie spielen traditionelle schottische Musik und sind die Besten ihres Landes. Drei junge Nachwuchsmusiker samt Gitarrenbegleitung touren derzeit durch Deutschland. Die „3. Young Scots Trad Awards Winner Tour“ machte am Samstag in Lantershofen Station. Im ausverkauften Saal des Winzervereins feierten rund 250 Gäste die jungen Musiker, die in den beiden vergangenen Jahren die wichtigsten Nachwuchspreise in ihrer Heimat gewinnen konnten. Dort veranstalten die großen Radio- und Fernsehstationen, allen voran BBC Scotland, regelmäßig Wettbewerbe für junge Menschen, die die traditionelle Musik des Landes hochhalten. Wer dort einen Preis gewinnt, dem steht jede Bühne offen, auch weit über die Grenzen Schottlands hinaus.

Ross Miller beispielsweise tourt mit verschiedenen Formationen durch die ganze Welt. Der Dudelsackspieler, der 2016 Gewinner bei den Celtic Connections wurde, hat es sogar bis zum Weltmeister geschafft, er gewann mit seiner Band im Jahr 2017 die „World Pipe Championships.“ In Lantershofen zeigte er, wie er aus dem oftmals als angestaubt geltenden Instrument moderne Klänge locken kann, Dudelsack-Tanzmusik sozusagen. Hannah Rarity gewann im Jahr 2018 mit dem „BBC Radio Scotland Young Tradition Musician of the Year“ den wichtigsten Nachwuchspreis, auch sie tourt seitdem durch die Welt. Auf der Kulturlant-Bühne stellte sie ihre kraftvolle und klare, seelenbehaftete Stimme vor allen Dingen bei Balladen aus ihrer Heimat unter Beweis. Und Geiger Benedict Morris, der im vergangenen Jahr den begehrten BBC-Radio-Preis erringen konnte, brannte ein wahres musikalisches Feuerwerk ab. Begleitet wurden die drei Musikanten von Luc McNally an der Gitarre, der bereits zwei Mal den BBC-Award gewinnen konnte.

In der Konzertreihe stellte sich zunächst jeder der drei Musiker, begleitet von McNally, musikalisch vor. Zu hören waren schottische, aber auch irische Traditionals aus den vergangenen Jahrhunderten. Dazu präsentierten die jungen Schotten eigene Werke, zumeist aus ihren Debutalben. Schon bei der Vorstellungsrunde ließ sich das Publikum zu lauten Beifallsbekundungen hinreisen. Das wurde im zweiten Konzertteil noch enthusiastischer, jetzt waren alle vier Musiker zu erleben, spielten traditionelle Titel, wie „In Freenships Name“ oder „Erin Go Bragh“, dazu mit „The Snow They Melt The Soonest“ ein von allen vier Musikern neu arrangiertes traditionelles Stück. Musik von Norman Blake (Church St. Blues) oder Phil Cunningham (Cathcart) komplettierten das Programm, bei dem die Musiker erst nach mehreren Zugaben von der Bühne gingen. Zu ganz später Stunde, die meisten Gästen waren längst auf dem Heimweg, tauchten alle vier im Thekenbereich des Winzervereins noch einmal auf, packten die Instrumente aus und gaben noch ein kleines Konzert für die Nachtschwärmer. Derweil sagte die Tour-Organisatorin Petras Eisenburger zu, dass man trotz einer Verdopplung der Besucherzahlen der aktuellen gegenüber der letztjährigen Tour auch im kommenden Jahr gerne wieder auf die Kulturlant-Bühne nach Lantershofen kommt, dann mit neuen, jungen Preisträgern.

Veranstaltungsankündigung

Young Scots Trad Awards Winner Tour 2020 – junge Preisträger spielen frischen Scottish Folk vom Feinsten!

Nach den erfolgreichen Konzerten der Young Scots Trad Awards Winner Tour in 2018 und 2019 werden auch in 2020 vom 26.02. bis zum 15.03.2020 vier junge schottische Ausnahmemusiker/innen in 19 Spielstätten in Deutschland aufspielen. Wie bereits in 2018 und 2019 geben Preisträger und Finalisten von renommierten Folk-Wettbewerben wie u.a. BBC Radio Scotland Young Trad Musician of the Year Award Zeugnis ihres Könnens.

Ziel dieser Wettbewerbe ist es, junge schottische Musiker zu animieren, schottische Musiktraditionen mit der eigenen musikalischen Virtuosität fortzuführen und zu beflügeln. Bei den BBC Radio Scotland Young Trad Awards beispielsweise bewerben sich jährlich zahlreiche Musiker – sechs Finalisten kämpfen anlässlich eines Prestigekonzerts beim berühmten Celtic Connections Festival im schottischen Glasgow um den ersten Platz. Der oder die beste Musiker/in wird mit dem BBC Radio Scotland Young Traditional Musician Award des entsprechenden Jahres ausgezeichnet.

Benedict Morris (Geige), Hannah Rarity (Gesang), Ross Miller (Dudelsack) und Luc McNally (Gitarre) begeistern mit ihrer Virtuosität und ihrem Mix aus aufpeitschenden Instrumentalstücken und sanften Balladen. Mit ihrer Solo-Performance im ersten Programmteil und ihrem gemeinsamen Auftritt in der zweiten Programmhälfte nehmen Benedict, Hannah, Ross und Luc ihr Publikum mit auf eine aufregende und vielfältige Musikreise nach Schottland.

Aus Rezensionen der Young Scots Trad Awards Winner Tour 2018 und 2019:

  • „So authentisch, klangschön und leidenschaftlich interpretiert hört man schottischen, mit individueller Note versehenen Folk wohl selten.“ (Der Patriot, Lippstadt)
  • „Musiker bestechen mit Spielfreude und technischer Perfektion“, …“einmaliges Klangerlebnis…“ (Syker Kurier)
    …spielten und sangen junge Musiker, die mit leidenschaftlicher Spielfreude und großer Virtuosität die Fans der schottischen und irischen Folklore begeisterten …“ (Syker Kurier)
  • „Vier schottische Musiker begeistern Publikum im SWR-Foyer“… (Allgemeine Zeitung Mainz)
  • „Am Ende hat es sie von den Stühlen gerissen. Hielt das Publikum im Glashaus während des fulminanten Konzerts der „Young Scots Trad Award“-Gewinner zunächst noch auf den Stühlen durch – wobei diverse „Sitztanz“-Variationen zu beobachten waren –, brachen sich wippende Füße, klatschende Hände und nickende Köpfe am Ende Bahn: Die Leute standen in den Sitzreihen, manche tanzten an den Rändern (Hertener Allgemeine)
  • „..was die vier Musiker …bei ihrem Auftritt im Rahmen der 2. Young Scots Trad Awards Winner Tour 2019 präsentierten, war mitreißend gespielte Musik auf ganz hohem Niveau;… da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr“ (Emsdettener Volkszeitung)

Benedict Morris: Geige

Auszeichnungen/Titel: Gewinner BBC Radio Scotland Young Traditional Musician of the Year Award 2019, zahlreiche Regional- und Provinztitel, drei Medaillen bei gesamtirischen Musikwettbewerben

Aktuelle Projekte: Projekt Smok mit den BBC-Preisträgern Ryan Murphy und Pablo Lafuente; Duo mit Cormac Crummey, weitere Bandprojekte, Video-Projekt “Backers”

Hannah Rarity: Gesang

Auszeichnungen/Titel: BBC Radio Scotland Young Traditional Musician of the Year Award 2018

Aktuelle Projekte: Solo- und Bandauftritte in ganz Großbritannien

Sängerin bei der letzten Highland Blast Tour in Deutschland

Ross Miller: Dudelsack

Auszeichnungen/Titel: u.a. Weltmeistertitel – World Pipe Band Championships 2017, North American Piobaireachd Champion 2019, Danny Kyle Open Stage Gewinner bei den Celtic Connections 2016

Aktuelle Projekte: weltweite Solo- und Bandauftritte mit Charlie Stewart und Luc McNally

Luc McNally: Gitarre

Auszeichnungen/Titel: Finalist 2017 und 2018 des BBC Radio Scotland Young Traditional Musician of the Award, Gewinner “Battle of the Folk Bands” 2017 in Edinburgh, mit der Band Dosca, Gewinner Molloy Award (‘Trip to Birmingham TradFest’), mit Iona Fyfe und Charlie Grey

Projekte: Bands Dosca, Snuffbox, Sketch

Weitere Infos unter:

www.concert-connections.com
Young Scots Trad Awards Winner Tour