06.05.17: KAI KRAMOSTA

Immer einen derben Spruch auf den biergetränkten Lippen

Comedian Kai Kramosta präsentierte das Klischee des deftigen Eifel-Handwerkers

Für den Grafschafter Verein Kulturlant endete am vergangenen Samstag die Saison 2016/17, der Verein begibt sich nun in die Sommerpause. Zum Abschluss wurde es auf der Bühne im ausverkauften Bürgerhaus Ringen noch einmal besonders deftig. 200 Gäste erlebten dort das Mensch gewordene Klischee der Spezies „Eifler“ in Kombination mit „Handwerker.“ Der Eifel-Handwerker war zu Gast: derber Typ, Besserwisser, immer einen flotten Spruch auf den Lippen, sexistisch auf Grundkursniveau und natürlich restlos selbstsicher. Dargestellt wurde die Figur von Comedian Kai Kramosta. Der sollte als Nickenicher und Sohn eines Handwerkers wissen, wovon er spricht. Tat er auch und würzte an allen Ecken und Kanten noch kräftig nach. Dabei sprang der Komödiant, der sein vielfältiges Talent als Comedian, Kabarettist, Karnevalist und sogar Musical-Darsteller auslebt, auch noch von einer Rolle in die andere, verschwand mehrmals von der Bühne, um in den tollsten Kostümen wieder dort aufzutauchen. Der Gelehrte mit schwarzer Robe und Doktorhut referierte zunächst aus dem monumentalen Werk „Im Eifler des Gefechts“ die Definition der Person, in deren Rolle er alsbald schlüpfen sollte. Der derbe Eifler, der Panik auslöst, wenn er die blaue Tonne mal am falschen Tag rausstellt. Und dann der Handwerker, der mit dem Zollstock mehr Bierflaschen öffnete, als er Meter vermessen hatte. Er ist der Vorläufer von Google, weil er eben alles weiß und noch mehr besser weiß.

Dann die Rolle des Bauunternehmers Pütz mit überdimensionalem Schnäuzer unter der Nase und noch größerem Urzeit-Handy am Ohr. Immer am telefonieren und um keine Ausrede verlegen, wenn er behautet: „Ich weiß, was ich denke, wenn ich höre, was ich sage.“ Schließlich dann „Die ahl Schmitz“, mit Küchenkittel, 68 Jahre alt, Lockenwickler im Haar, geschieden und auf Männersuche. Und das ausgerechnet beim Hauptdarsteller des Stücks: Handwerker Peters, kurz: Ha-Pe. Der nahm natürlich die meiste Zeit des Stücks und auch den meisten Platz auf der zur Baustelle umfunktionierten Bühne ein. Ha-Pe, mit Blaumann und Blauhelm, dicker Plautze und flotten Sprüchen, definierte den genüsslichen Verzehr einer Flasche Bier als harte Arbeit und die Lektüre der Volkszeitung als Selbstbildungsauftrag. Der Handwerker sprach über Gott und die Welt, grummelte mal eine seiner Weisheiten vor sich hin, und verfiel dann wieder in Gebrüll, um die Richtigkeit seiner Aussagen zu unterstreichen. Alles übrigens im angehauchten Nickenicher Dialekt. Die Schlüsse, die Ha-Pe aus seinen  Weisheiten zog, überzeugten. Zumindest ihn selbst. Er referierte besonders gerne übers andere Geschlecht, dass „keinen Kasten Bier tragen kann, aber ne 20-Kilo-Handtasche stundenlang durch Koblenz schleppen.“ Zu nahe kommen durften ihm die Frauen nicht, ganz besonders galt das für Ehefrau Lissbett: „Hür mer op met dem Krom. Der schönste Körper em Schlofzimmer is doch der Heizkörper.“ Ebenfalls gern anvisierte Ziele: Lehrer, Beamte oder Studenten: „Studieren ist, wie arbeitslos sein, nur dass die Eltern stolz sind.“ Dabei fand Ha-Pe besonders in den ersten Publikumsreihen ungewollte Mitstreiter in seinem Stück. Wer da saß, war stark gefährdet und tat gut daran, höllisch auszupassen und alle Aussagen bejahen. Stand-up-Comedy in Vollendung, dabei ging Kramosta auf alles, was im Saal passierte, ein. Er antwortete auf jeden Kommentar mit einer Pointe und erntete dabei jede Menge Gelächter, und das gut zweieinhalb Stunden lang.

Veranstaltungsankündigung

Kai Kramostas neues Soloprogramm „Normal müsste dat halten – Eifel, Handwerker, Baustellen“

Wenn Jesus Christus Handwerker war, was hat er dem lieben Gott für die Anfahrt zum Himmel berechnet? Wären Adam und Eva Eifelaner gewesen, hätten sie anstatt dem Apfel die Schlange gefressen? Bedeutet schlüsselfertiges Bauen in der Eifel, dass man bei der Schlüsselübergabe vollkommen fertig ist? Handeln Dorfhandwerker oft im Eifler des Gefechts? Der XXL-Satiriker Kai Kramosta kann dies beantworten – schlau am Bau.

Das Nachwuchsschwergewicht der Comedyszene und der beliebte Showlustige (Fernsehauftritte u.a. bei WDR & ARD, Radiocomedy u.a. bei SWR3) betrat im Jahre 2010 die Kabarettbühnen mit seinem ersten Soloprogramm „Runde Sache“. Zeit, dass sich nun was dreht – und zwar um seine Heimat: Die Eifel. Und wie es sich für einen Pfundskerl gehört: Mit kurvigem Figurenkabarett. „Normal müsste dat halten – Eifel, Handwerker, Baustellen“, so der Titel des Programms.

Für den Radiosender SWR3 entwickelte Kai Kramosta eine Sketchserie direkt aus der Vulkanregion: „Der Eifelhandwerker – Hau vom Bau!“ Diese erfreute die Hörerschaft und später auch die Zuschauer bei diversen Engagements. Nun ist der Moment gekommen, diesem Basaltathleten – der symbolisch für die possierlichsten Geschöpfe der Natur steht, die Handwerker – ein Denkmal zu setzen: Eifelpower, heftig smart & deftig zart…und das mit Handwerker Peters (genannt HP). Am Anfang waren Himmel und Erde – den Rest hat er gemacht; es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – jedenfalls vor ihm…Alltags- und Figurencomedy at their best. HP erzählt von seinem alltäglichen Bauwahnsinn und leutseligem Lebenskosmos in ständigem Dialog mit dem Publikum – seine Art ist liebenswert naiv & heimatlich vertraut. In schönstem Vulkaneifel-Slang poltert er über die Bühne, aktuelle Begebenheiten, bauliche Verfehlungen und familiäre Irrwege – kein Thema ist vor ihm sicher. Passt, wackelt und hat Luft!

Und wenn Kai Kramosta dann noch in Charakteren springt, Skurrilitäten seiner Heimat referiert und die Zuschauer durch die spritzröhrige Putzmaschine manövriert…dann weiß man: Wir sind ohne jeden Zweifel – mitten in der Eifel. „Normal müsste dat halten“: 2 Stunden Kabarett, Comedy und Satire über die Baustelle (und das) Leben.

„Ein echter Volltreffer…Kramosta treibt den Zuschauern Lachtränen in die Augen.“ (Rhein-Zeitung)

„Handwerkercomedy begeistert Kabarettfreunde…Ein wahres Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.“ (Blick aktuell)

„Mit seinem neuen Programm übertrifft Kai Kramosta sich selbst.“ (Pellenzblatt)