29.09.2018: PADDY GOES TO HOLYHEAD

Folk-Rocker „Paddy“ lockte große Fangemeinde

In Lantershofen feierten „Paddy Goes to Holyhead“ 30 Jahre Bühnenjubiläum

30 Jahre ist es her, als ein gewisser Paddy Schmidt aus dem hessischen Süden die Folkmusik in Deutschland zu modifizieren begann, mit rockigen Klängen unterlegte und gegen alle Prognosen damit Erfolg hatte. Der Name seiner Band: Paddy Goes to Holyhead. Der Bandname ist nicht nur eine Anspielung auf die seinerzeit erfolgreiche Band „Frankie Goes to Hollywood“, sondern bezieht sich auch auf die „Paddies“, Auswanderer aus Irland, sowie auf die walisische Hafenstadt Holyhead, die für viele Iren Durchgangsstation bei der Auswanderung war. Die Anfängerjahre der Band sind daher auch geprägt durch viele Auswandererlieder aus Irland. Erst 1993 wurde aus der traditionellen Irish-Folk-Besetzung eine Folk-Rock-Formation. Mit der Neuorientierung wurde die Band erfolgreicher. So entstand ein aufwändiges Video zur Singleauskopplung „Bound Around.“ Es sollte das erfolgreichste Stück der Band werden.

Paddy blieb immer bodenständig, nahm jeden auch noch so kleinen Gig an und tourt seitdem durch die Republik. Am Samstag war er im Rahmen seiner derzeit laufenden unplugged-Tour zu Gast bei Kulturlant im Winzerverein Lantershofen. Knapp 300 Gäste hatte er angelockt, nicht immer sind es so viele. So manche einer war von weither angereist, um den Folk-Rocker und seine unplugged-Band zu erleben. „Das hat richtig Spaß gemacht, die Leute waren richtig gut drauf, das hat mich schon berührt“, zeigte sich Paddy nach drei Konzertstunden angetan. Auf der Bühne gab Paddy alles, Gesang, Gitarre und Mundharmonika waren sein Metier. In den Mittelpunkt der Band spielte er aber zu keiner Zeit. Immer wieder wechselten die Hauptrollen in den vorgetragenen Stücken. Almuth Ritter an der Geige sorgte oftmals für rhythmisches Klatschen im Publikum, dass mit jedem gespielten Song enthusiastischer wurde. Selbst Bassist Uwe „Uhu“ Bender, der an seinem Instrument brillierte, stand im Rampenlicht und war weit mehr, als der Rhythmusgeber.

Dem Publikum wurde ein buntes musikalisches Programm geboten. Mittendrin natürlich die Hits von Paddy: „Bound around“ war schon ganz früh zu hören, „Far away“ eröffnete die zweite Konzerthälfte, bei „Here’s to the People“ oder „Johnny went tot he war“ wurde das Auditorium zu einem großen Chor. Viele der Zuhörer waren textsicher, eine ganze Menge verfolgte Paddys Bühnenleben von den Anfängen im Jahr 1986 an. Seinerzeit war er im Sinziger Helenensaal aufgetreten, sprang doch auf und von der Bühne. Das machte er in Lantershofen nicht mehr, die volle Konzentration galt der Musik. Und da griff Paddy auch in die Kiste der bekanntesten irischen Traditionals, da durften Gassenhauer, wie „Dirty old town“ oder „Whisky in the jar“ keinesfalls fehlen. Selbst für das romantische „Streets of London“ war Platz und Zeit. Und alle sangen mit.

Veranstaltungsankündigung

Mehr als 30 Jahre “on the road”. Wer hätte gedacht, dass Paddy Schmidt und seine Mitstreiter sich einmal selbst besingen würden? Ihr großer Hit „Bound Around“ und die große Spielfreude von Paddy Goes To Holyhead ließ die bekanntesten Folkrocker Deutschlands in den Neunzigern ein keltisches Feuerwerk nach dem anderen abbrennen.

Paddy Schmidt (Gesang, Gitarre, Mundharmonikas) Almut Ritter (Geige, Concertina) und Uwe „Uhu“ Bender (Bassgitarre, Gesang) sind zur Zeit als Akustik-Trio unplugged auf Tour.

„Das wird ein Jahr voller Paddy-Parties“, freut sich Veranstalter Bert Sender, der als Chef einer Agentur die Geschicke der Band begleitet, „Superkultstätten und Medien habe nach Ausrufung des Jubiläums bereits Anfragen gestartet!“

Die Triebfeder des Erfolgs waren vor allem Schmidts markant-rauchige Whiskystimme und sein weithin anerkanntes virtuoses Spiel der keltischen Mundharmonika. Auch der Einsatz der pulsierenden Geige als Soloinstrument, die Anlehnung an keltische Ornamentik und die konsequente Umsetzung der Songs aus aktuellen und geschichtsträchtigen Themen spielt eine Rolle. Bestimmt aber war es die natürliche volksnahe Ausstrahlung des fröhlichen Trios, das sich in unermüdlicher Präsenz in die Herzen der Zuhörer spielte. Tausende Live- Konzerte erzählen Geschichten von Liebe und Leid, Fernweh, Krieg und Frieden. Und genau diese Themen waren es, die Lieder wie „Here’s To The People“, „Titanic“, „Doolin“ u. v. a. zu Radiohits und Dauerbrennern gemacht haben.

Als „formatuntaugliche Spartenmusik“ von der Musikindustrie betitelt, zogen Paddy Goes To Holyhead erstmals mit Ihrem Longplayer „Ready For Paddy?“ in die Deutschen CD-Charts ein, deren Titel „Johnny Went To War“ sich damals beim Radiosender SWF3 über ein Jahr in den Top-Ten hielt. Und auch in Dutzenden Fernsehshows konnte das PGTH-Logo, das grüne Notausgangsmännchen, gesichtet werden.

Nun hat Paddy Schmidt ein spezielles Programm erarbeitet und präsentiert PGTH als Akustik-Trio mit den bekanntesten Hits der „Paddies“ und vielen beliebten Stücken aus der Irish Folk Music. Back to the roots, ein Programm zum Zuhören, Träumen und Mitmachen.

Gereift sind sie, die Paddies von heute. Ihrer  unbändigen Spielfreude tut das keinen Abbruch. Aber in ihre Musik, die sie wieder zurückführen wird in die verspielte, erdige und fröhliche „Ready For Paddy- Zeit“, lassen sie sich so wenig reinreden wie zuvor. Und das ist auch gut so.

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