05.11.16: FORGOTTEN SONS

Marillion-Hits der „Fish-Ära“ brachten die „80er“ zurück

Coverband „Forgotten Sons“ wurde in Lantershofen gefeiert

Eine Reise in die 1980er Jahre erlebten knapp 200 Fans der britischen Band „Marillion“ am Samstagabend in Lantershofen. Dort ließ die fünfköpfige Cover-Band „Forgotten Sons“ die eigenwillige Musik von Marillion aus deren Anfangszeit aufleben. „Die Hits aus der Fish-Ära“ war das Konzert unterschrieben. Hinter Fish steckt Derek William Dick, der als Sänger 1981 in die 1979 gegründete Band einstieg. Mit ihm als Frontmann konnte die Band sich als eine der einflussreichsten Bands des Neo-Prog etablieren, einer in den 1980er Jahren aufblühenden Form des Progressive Rock. In dieser bis 1988 anhaltenden Formation erschienen vier Alben, darunter „Misplaced Childhood“ mit den beiden größten Single-Erfolgen der Band, „Kayleigh“ und „Lavender.“

Die Forgotten Sons, die bundesweit Fans haben und die immer wieder als beste Marillion-Coverband hierzulande tituliert werden, lockten zahlreiche Fans aus einem großen Umkreis nach Lantershofen. Dort wurde bereits nach wenigen Takten deutlich, dass die Band ihren Vorschusslorbeeren gerecht wird. Keiner der fünf Musiker drängte sich auf. Im Gegenteil, sie produzierten einen präzisen instrumentalen Background, vor dem Frontmann Nico Würsching alle Möglichkeiten hatte, mit seiner doch sehr an Fish erinnernden Stimme Marillion-Klassiker aufleben zu lassen. Dabei legte er vom ersten Ton an einen dynamischen Sound auf. Ihm gelang es mühelos, die vor Spannung berstende Atmosphäre der Songs in den Saal zu transportieren, das Publikum zeigte sich hellauf begeistert und feierte jeden der gecoverten Marillion-Songs lautstark.

Im Mittelpunkt des knapp dreistündigen Konzerts stand dabei das Konzeptalbum „Misplaced Childhood“, das mit Abstand erfolgreichste Werk der Briten. Mit diesem gelang es Marillion durch die Single-Auskopplungen von “Kayleigh” und “Lavender” ein breites Publikum für sich zu gewinnen. Das Album, das eine Sammlung von Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen, vor allem in Bezug auf die Kindheit und Jugend im schottischen Edinburgh darstellt, zeichnet sich durch große Stimmungsschwankungen zwischen Euphorie und Depression aus. Es behandelt Motive aus vergebener Liebe, schlagartigem Erfolg, Akzeptanz und verlorener Kindheit, endet aber trotz aller Probleme optimistisch. Wie bei Marillion üblich, verzichteten auch die Forgotten Sons auf Pausen zwischen den Stücken und spielte die zehn Titel nur mit musikalischen Übergängen an einem Stück – 41 Minuten lang durften sich die Marillion-Fans über diesen perfekten musikalischen Vortrag freuen, ehe sich die Band mit den Zugaben „Forgotten Sons“, „Fugazi“ und „Garden Party“ völlig verausgabt verabschiedete.

Veranstaltungsankündigung

A Tribute To Marillion´s Fish Era

Das Quintett aus dem Rhein-Main-Gebiet entführt die Zuschauer musikalisch in die 80er Jahre, in denen sich Marillion als eine der einflussreichsten Formationen des Neo-Progressivrocks etablieren konnte. Der Erfolg der Anfangsjahre ist eng verknüpft mit dem damaligen Frontmann Derek William Dick – besser bekannt als „Fish“.

Auch heute noch gibt es viele eingefleischte Fans, die sich gerne an diese Zeit und die zwischen 1981 und 1988 entstandenen vier Alben zurückerinnern. Die „Forgotten Sons“ debüttierten vor drei Jahren im etablierten Musiktheater Rex in Lorsch und hinterließen dabei einen bleibenden Eindruck. „Eine bessere Marillion-Coverband ist kaum vorstellbar,“ schrieb der Bergsträßer Anzeiger in der Ausgabe vom 18. Oktober 2011.

Der deutsche Marillion Fanclub „The Web Germany“ wurde relativ schnell auf die hessischen Musiker aufmerksam. Nachdem sich die Verantwortlichen mehrfach von den Live-Qualitäten überzeugt hatten, erschien Mitte 2013 im clubeigenen Magazin „made again“ ein mehrseitiges Feature. Speziell über die Live Präsentation des Albums „Misplaced Childhood“ heisst es dort: „Bei aller Liebe zu Fish, aber hier merkt man doch, dass es nicht nur auf den Sänger ankommt, sondern die ganze Band. Mich berührt diese Version des Klassikers nämlich deutlich mehr als die des ‚Onkels‘ auf seiner Return to Childhood Tour. Hier sitzen eben die Töne und das macht einfach mehr Spaß, als wenn man um das Gelingen jedes Solos bangen muss.“

Neben dem Album „Misplaced Childhood“, das 2015 sein 30-jähriges Jubiläum feiert, und von dem Quintett live in voller Länge präsentiert wird, umfasst die Setliste natürlich auch die Klassiker der weiteren Alben, die auf den heutigen Konzerten der Originale nicht mehr zu finden sind.