28.10.2022: CHRIS KRAMER & BEATBOX’N’BLUES

Schwierigkeiten der Kulturszene treten zutage

Kaum Gäste und eine Absage beim ersten Wochenende der Kulturlant-Saison

Das war fast zu erwarten: die aufflammende Corona-Pandemie und die hohe Inflation treffen aktuell die Kulturszene erneut hart. Davon wird auch die Grafschafter Bühne „Kulturlant“ in Lantershofen nicht verschont. Am Wochenende war Auftakt zur neuen Spielzeit 2022/23, und der fiel für die Mannschaft des gemeinnützigen Vereins äußerst düster aus. Nachdem am Donnerstag einer der beiden Kabarettisten des Duos „Podewitz“ positiv auf das Corona-Virus getestet worden war, musste die Auftaktveranstaltung der Kabarettreihe kurzfristig abgesagt werden. Die Veranstaltung wurde auf Samstag, 15. April 2023, verlegt, alle Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Stattfinden konnte dagegen das Auftaktkonzert des Dortmunder Trios Chris Kramer & Beatbox’n’Blues am Freitagabend. Viele Stühle musste die Veranstalter dafür nicht in den Saal des Winzervereins stellen, nur knapp 50 Gäste kauften ein Ticket, Platz wäre für 250 Personen gewesen. „Das ist schon bitter, aber irgendwie war es ja zu erwarten und die Vorverkaufszahlen haben das Dilemma schon angekündigt“, meinte Vorstandssprecher Udo Rehm. Hoffnung machen ihm und dem Verein einige Ausreißer nach oben bei den weiteren Veranstaltungen der Saison.

Die, die am Freitag den Weg nach Lantershofen eingeschlagen haben, haben das auf jeden Fall nicht bereut. Chris Kramer machte gleich einmal klar, dass es in der Kulturszene ungeschriebene Gesetze gibt. Eines davon: „Wenn ein Gast mehr im Saal ist, als die Band Mitglieder hat, dann wird die Bude gerockt.“ Auf der Bühne waren sie zu dritt und davor musste sich niemand Sorgen machen, dass das ungleiche Trio nicht alles geben wird. Zweieinhalb Stunden beeindruckten Kramer, Kevin O’Neal und Paddy Zimmermann das Publikum nicht nur mit einem Parforceritt durch Blues, Beat und Rock’n’Roll. Auch das Zustandekommen ihrer Musik war äußerst ungewöhnlich. Das galt vor allem für den „Schlagzeuger ohne Schlagzeug“, Kevin O’Neal. Der erzeugt nämlich die Töne und den Wumms, den ein echtes Schlagzug von sich gibt, ausschließlich mit Mund und Stimme. Beatboxen heißt diese Art, Musik zu machen, O’Neal geht dieser Passion seit zwei Jahrzehnten nach und bewies, dass er nicht umsonst mehrfacher Deutscher Meister im Beatboxen ist. Wenn O’Neal zu seinen Soli ansetzte, machte sich im Publikum nur großes Staunen breit, dass schnell in Begeisterung umschlug.

Ungewöhnlich auch Chris Kramer, er ist ein Meister der an der Mundharmonika, von denen er ein ganzes Sortiment dabeihatte. Zudem ist Kramer, der mit vielen hochdekorierten Musikern arbeitete, ein perfekter Bluessänger mit durchdringender Stimme. Und Mundharmonika mit Gesang vereinen, konnte er ebenfalls. Dritter im Bunde war Paddy Zimmermann, er komplettierte das Trio mit der Gitarre und lieferte sich immer wieder herrliche Duette mit Beatboxer O’Neal. Die, die den Auftakt der Kulturlant-Saison erlebten, waren am Ende hochbegeistert.

Veranstaltungsankündigung

Zwei junge Wilde und ein alter Blues-Barde schmieden gemeinsam einen innovativen Mix aus traditionellem Blues und modernen Beatboxsounds: ihre frische, unverbrauchte, hochoriginelle, tanzbare, stets virtuose und sehr unterhaltsame Art des Musikmachens peitscht die drei Vollblutmusiker mit unbändiger Spielfreude nach vorne, sodass beste Unterhaltung garantiert ist.

Bandleader Chris Kramer ist  nicht nur ein  begnadeter Geschichtenerzähler, Sänger und gewiefter Songschreiber, sondern darüber hinaus vor allem durch sein großartiges Mundharmonikaspiel bekannt, wofür der sympathische Ruhrpottler auch bei hochrangigen Kollegen beliebt ist. Chuck Leavell (Pianist der Rolling Stones) sagt über Chris: „Oh man, what an amazing harpplayer“, Cream-Bassist Jack Bruce nennt den deutschen Kollegen einen „Master of the Blues-Harp”. Götz Alsmann empfiehlt „Chris Kramers faszinierende CD“ und Jürgen von der Lippe lud ihn in seine Samstagabendshow „Geld oder Liebe“ ein. Peter Maffay hat ihn gleich mehrmals auf Tour und ins Tonstudio mitgenommen.

Gitarrist Sean Athens ist seit seinem 14. Lebensjahr im Showgeschäft. Direkt am Anfang seiner Karriere konnte er feststellen, was es heißt, von der Plattenindustrie entdeckt zu werden und in der ausverkauften „Barclay Arena“ in Hamburg bei „THE DOME“ zu spielen. Und genauso schnell wieder fallengelassen zu werden, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt. Das hat seiner tiefen Liebe zur Musik und insbesondere zu seiner Gitarre keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil, denn trotz seiner Jugend verfügt er über eine erstaunliche musikalische Erfahrung und auf der Bühne verwandelt er sich zu einer energiegeladenen „Rampensau“, lebt und stirbt für jeden einzelnen Ton und verschmilzt förmlich mit seiner Gitarre. Diese Hingabe hat dazu geführt, dass er seine starke Spielweise u.a. auch schon für Thomas Godoj unter Beweis gestellt hat.

„Beatboxen“ heißt die Kunst, ein komplettes Schlagzeug mit dem Mund zu imitieren. Kevin O Neal ist als zweifacher deutscher Beatboxmeister ein wahrer Meister seines Fachs. Wenn er zum Solo ansetzt, ist es im wahrsten Sinne des Wortes „atemberaubend“. Als Pulsschlag der Band zieht er alle Register seines Könnens. Er treibt zum einen die beiden Solisten zu Höchstleistungen an und versteht sich zum anderen auch auf die leisen Töne. Bei seinem Solo-Spot zeigt er dem Publikum nicht nur eindrucksvoll, was Beatboxen ist, sondern hier kommt auch sein Comedy-Talent zum Vorschein. Seine witzige und virtuose Show bringt den Zuschauer gleichermaßen zum Lachen wie zum Staunen.

Kevin O Neal kommt aus dem Hip-Hop, Sean Athens aus dem Rock und Chris Kramer aus dem Blues. Jeder bringt sich und seine musikalischen Vorlieben in die Band ein und aus dieser Reibungshitze entsteht der Sound des energiegeladenen Trios, der generationsübergreifend für Begeisterung sorgt. „Chris Kramer & Beatbox ’n’ Blues“ sind drei außergewöhnliche Musiker, die auf der Bühne wechselseitig im Vordergrund stehen und auf höchstem Niveau mit spannendem Entertainment ihr Publikum unterhalten. Besonders Live eine dicke Empfehlung!