06.12.2019: SCHWARZMEER KOSAKEN-CHOR

Russen und Ukrainer im friedlichen Miteinander

In der Lantershofener Lambertuskirche erlebten mehr als 400 Gäste ein beeindruckendes Konzert des Schwarzmeer Kosaken-Chors

Sie bezeichnen sich selbst als gewaltig, mystisch und geheimnisvoll, ihr Anführer – Ataman genannt – spricht von den besten Musikern des Schwarzen Meeres und sie scheinen trotz der Superlativen nicht übertrieben zu haben: der 1938 gegründete Schwarzmeer-Kosaken-Chor gab am Freitagabend in der proppenvollen Lantershofener Lambertuskirche auf Einladung des Verein s Kulturlant ein außergewöhnliches Konzert. Mehr als 400 Gäste waren begeistert von der Stimmgewalt der neun Sänger, jeder für sich ein großer Solist, alle zusammen ein grandioser Chor. „Ein Chor, der singend betet und betend singt“, hatte Nikolai Orloff, der erste Ataman des Chores, einst gesagt.

Heute heißt der Kosakenführer Peter Orloff, seit 1993 steht er dem Chor vor, der 75-jährige singt bereits seit 60 Jahren in diesem Chor. Einem breiten Publikum in Deutschland wurde er allerdings als Schlagersänger bekannt, der Anfang der 1970er-Jahre in den Hitparaden zu finden war. Seine größten musikalischen Erfolge aber feierte Orloff mit den Schwarzmeer-Kosaken, aus jedem einzelnen Sänger hat er einen unnachahmlichen Solisten geformt. Im Konzert trat Orloff mehr als Moderator auf, gesanglich überließ er vor allen Dingen seinen Mitstreitern die Hauptrollen. Dennoch begeisterte auch der Ataman mit seinen Bariton-Soli in der Kloster-Ballade der „Legende von den zwölf Räubern“ oder im „Wolgalied“ vom Kosaken-Hauptmann Stenka Rasin, der seine Frau in der Hochzeitsnacht in die Wolga geworfen haben soll. „Genießen Sie, genau wie wir, jede Sekunde“, hatte Peter Orloff das Publikum zu Beginn des Konzerts aufgefordert. Der Entertainment-Profi versprach einen großartigen Abend, er sollte Recht behalten. Schlank, vornehm ergraut, würdevoll und dennoch fast jugendlich anmutend, stellte er die Mitglieder des Chors und das Programm des Abends vor, Raunen aus dem Saal begleitete die bekannteren Titel. Die Musiker entwickelten auf der Bühne eine besondere Spielfreude, da wurde nicht bloß ein Programm abgespult. Die Tatsache, dass just an diesem Freitag erstmals eine CD der Schwarzmeer Kosaken den Sprung in die deutschen Album Top 100 Hitparade schaffte, sorgte für zusätzliche Freude.

Der Chor brachte sakrale Werke im Original und in altslawischer Sprache und imposante russische und ukrainische Volksweisen und Balladen in den Originalversionen, wie sie seit Jahrhunderten gesungen werden, zu Gehör. Aber die Kosaken können auch „international“, ausgewählte Kostbarkeiten der Klassik standen ebenfalls auf dem Programm. Puccinis „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ mit einem überragenden Solo von Tenor Wladimir Kuzmenko zum Beispiel. Oder das „Ave Maria“ von Franz Schubert, einzigartig und berührend gesungen von Tenor Oleg Kulyeshov, der den Ton eine gefühlte Ewigkeit halten kann. Zum Star des Chors avancierte aber Igor Ishchak mit der betörend klaren und hohen Stimme. Mehrfach musste der männliche Sopran der Kiewer Oper nach seinen Soli aus den Reihen seines Chors treten, um den begeisterten Dank entgegen zu nehmen.

Aber auch die anderen Sänger boten Bemerkenswertes: Ob Stefan Arininsky mit seinem dröhnenden Bass, der freundlich lachende Dirigent und Bariton Nasko Kirtscheff oder Bariton Vitali Schukow Alekseenko – es standen ausschließlich Klassesänger auf der Bühne. Begleitet wurde der Chor von drei Ausnahmemusikern: Am Bajan, dem osteuropäischen Knopfakkordeon, wirbelte Ilya Kurtev, sicher einer der weltbesten Virtuosen an diesem anspruchsvollen und hinreißenden Instrument, was er spätestens beim „Säbeltanz“ bewies. Neben ihm, an der Domra-Laute, Irina Kripakova. Unglaublich auch hier, mit welcher Schnelligkeit und Präzision sie dem Instrument mit den drei Saiten Liebliches, Temperamentvolles und Leidenschaftliches entlockte. Schließlich wirbelte Slava Kripakov die mächtige Bassbalalaika wie ein Spielzeug durch die Luft, auch er beherrschte sein Instrument glänzend. Der musikalische Rundreise, die das Publikum vom Schwarzen Meer an den Baikalsee und dann wieder nach St. Petersburg entführte, verging wie im Fluge und endete nach knapp zwei Stunden viel zu früh, aber natürlich nicht ohne „Kalinka“, eines der bekanntesten russischen Volkslieder. Zuvor durfte sich das Publikum über zwei gemeinsam mit den Kosaken gesungene Weihnachtslieder freuen.

Veranstaltungsankündigung

Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor!

Ukrainer und Russen friedlich vereint im Schwarzmeer Kosaken-Chor

DAS WOLGALIED – Total emotional!

Am Freitag, den 06. Dezember 2019, 20,00 Uhr findet in der St. Lambertuskirche in Grafschaft-Lantershofen, Am Frumech ein festliches vorweihnachtliches Konzert des berühmten Schwarzmeer Kosaken-Chores statt unter der musikalischen Gesamtleitung und persönlichen Mitwirkung von Peter Orloff, der einst als jüngster Sänger aller Kosakenchöre der Welt – damals übrigens gemeinsam mit Ivan Rebroff – im Schwarzmeer Kosaken-Chor seine legendäre Karriere begründete und inzwischen sein 60-jähriges Bühnen-Jubiläum feiert.

Aus dem kleinen Jungen mit der schon damals aufsehenerregenden Stimme wurde die Schlagerlegende Peter Orloff, der „König der Hitparaden“ mit 19 eigenen Charts-Notierungen und zahlreichen Goldenen Schallplatten – u.a. als Sänger für „Ein Mädchen für immer“ und die „Königin der Nacht“, als Textdichter für Bernd Clüver‘s „Junge mit der Mundharmonika“ und als Komponist für „Du“, Peter Maffay‘s bis heute größten Hit, den inzwischen auch Helene Fischer singt ebenso wie Andrea Berg den von Peter Orloff komponierten und getexteten Millionen-Hit „Der kleine Prinz“. Außer Peter Maffay und Bernd Clüver produzierte u.a. er auch Heino, Freddy Quinn und Julio Iglesias.

Beeindruckende Pressestimmen von damals bis heute dokumentieren die Ausnahmestellung, die der einem berühmten russischen Adelsgeschlecht entstammende Peter Orloff selber als Solist des Schwarzmeer Kosaken-Chores innehat. Begeisternde Fernsehauftritte vor einem Millionenpublikum und wiederum zahlreiche Goldene Schallplatten und CDs unterstreichen den Ruf des Schwarzmeer Kosaken-Chores als herausragendes Kosakenensemble unserer Zeit. Die Zuschauer können sich auf ein ebenso faszinierendes wie berührendes Konzertereignis freuen, das die Presse als „Orloff’s Wunderchor“ mit „Stimmen so schön und groß wie Russland“ feiert.

Russland und die Ukraine haben derzeit ein Problem, aber hier konzertieren unter der Leitung von Peter Orloff hochdekorierte ukrainische und russische Sänger der absoluten Weltklasse in herzlichem Einvernehmen – atemberaubende Tenöre, abgrundtiefe Bässe und als besonderes Highlight eine absolute Weltrarität, ein männlicher Sopran von der Kiewer Oper. Stimmwunder oder Wunderstimmen – beides stimmt! Dem Ensemble gehören auch drei der weltbesten russischen Instrumental-Virtuosen an, die nach dem Tode von Ivan Rebroff – quasi als dessen musikalisches Vermächtnis an seinen einstigen Weggefährten und Freund Peter Orloff – hier ihre neue musikalische Heimat gefunden haben.

Dank seiner nahezu einzigartigen Besetzung ist der Schwarzmeer Kosaken-Chor in der Lage, ein wirklich außergewöhnliches Programm aufzuführen, das weit über das hinausgeht, was man von einem Kosaken-Chor üblicherweise erwartet. Oder wann hat man je in diesem Zusammenhang Werke gehört wie „Schwanensee“, „Leise flehen meine Lieder“ oder – das Paradesolo aller großen Tenöre – „Nessun dorma“.

Herzstück des Konzerts sind natürlich auch die schönsten Kostbarkeiten aus dem reichen Schatz der russischen und ukrainischen Musikliteratur wie die berühmten „Abendglocken“ „Die zwölf Räuber“, „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Stenka Rasin“, „Das einsame Glöckchen“, „Kalinka“ und – auf vielfachen Wunsch – „Das Wolgalied“.

Es ist eine musikalische Reise durch das schneebedeckte Land von Moskau bis an den Baikalsee, von Kiew bis St. Petersburg mit Romanzen, Geschichten und Balladen von überwältigender Ausdruckskraft, tiefer Melancholie und überschäumendem Temperament. Heldentaten, Ruhm und Größe vergangener Tage erstrahlen neu in hellem Glanz und rufen Sehnsüchte und Erinnerungen wach – ein wahres Feuerwerk der Emotionen.

Peter Orloff freut sich dabei ganz besonders auf eine Begegnung in Grafschaft-Lantershofen mit den Menschen, die am 06. Dezember die Gelegenheit haben werden, ihn mit seinem Elite-Ensemble, das als Königsklasse seines Genres gilt, live zu erleben und verspricht den Zuschauern schon heute einen unvergesslichen Abend. Oder – so die Kommentare von Zuschauern – „Ein Konzert mit Gänsehaut-Garantie“ und „Ein musikalisches Naturereignis.“

Es gibt viele Kosakenchöre – aber nur einen Schwarzmeer Kosaken-Chor!

DAS WOLGALIED – Total emotional!

www.schwarzmeer-kosakenchor.de

30.11.2019: 3 AUF EINER COUCH

Der Bankmanager kocht und der Moderator singt

Premiere in Lantershofen: „Drei auf einer Couch“ bot einen bunten Mix an Abendunterhaltung

Beim Grafschafter Verein Kulturlant fühlt man sich geehrt, weil das Südwestrundfunk Fernsehen sich ausgerechnet die Bühne im Lantershofener Winzerverein ausgesucht hatte, um dort die Premiere eines neuen Bühnenprogramms zu feiern. Am Samstag kam dazu sogar Simone Schelberg, die verantwortliche Landessenderdirektorin für die Programme des Südwestrundfunks Rheinland-Pfalz aus Mainz an die nördliche Landesgrenze gereist und zeigte sich erfreut über die kulturellen Aktivitäten der Grafschafter Akteure. Sehen wollte sie aber auch, was die drei Moderatoren der Landesschau, Patricia Küll, Martin Seidler und Holger Wienpahl auf der Bühne von sich geben. Es ist durchaus außergewöhnlich, dass Moderatoren von Nachrichtenmagazinen plötzlich für die Samstagabendunterhaltung sorgen und sich dabei auch noch in ihre Privatsphäre blicken lassen.

Da war dann zu sehen, dass der bedachtsame Martin Seidler vor der Arbeit am liebsten erlesene Kaffeespezialitäten und danach nicht minder tolle Weine genießt. Patricia Küll berichtete von ihrer Tätigkeit als Lebensfreude-Coach und künftiger Glückslehrerin und Holger Wienpahl hat als Lebensmittelpunkt ganz klar die Familie und die beiden Hunde, mit denen er sogar in der Pause des Premierenstücks in Lantershofen Gassi ging.

Dass die drei eine Couch in den Mittelpunkt ihrer Show stellten, hat auch etwas mit ihrer Sendung zu tun, denn auch dort nehmen viele bekannte und unbekannte Menschen auf einem riesigen roten Sofa Platz und erzählen ihre Geschichte. Die Sofas zur Show erhofft sich das Moderatorenteam von jeweils einem Gast des Abends. Und darum muss die Couch auch nicht rot und auch nicht riesig sein. Der „Couchgeber“ darf dann in der ersten Halbzeit auf besagtem Möbel sitzen und die Show mitgestalten.

In Lantershofen war es anders, das Möbel kam aus dem Ort, die Spenderin wollte aber nicht auf die Bühne. Ihren Platz nahm Bärbel Gathen ein. Sie leitet einen SWR-Fanclub am Niederrhein, kam extra aus Mönchengladbach angereist und freute sich über den Ehrenplatz. Der war nach der Pause für den „Promi-Talk“ reserviert. Lokale Promis sollen bei der Show, die demnächst durch Rheinland-Pfalz zieht, auf der Couch Platz nehmen. In Lantershofen hatten die „Local Heroes“ allerdings eine weitere Anreise mitsamt Rhein-Überquerung hinter sich, um acht Minuten lang mit Patricia Küll zu plaudern. Hilmar Kopper, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank und einer der mächtigsten Banker global und seine Frau Brigitte Seebacher, Historikerin, Journalistin, Publizistin und Witwe von Willy Brandt, berichteten vom Ruhestand in einem kleinem Westerwalddorf auf 450 Metern Meereshöhe, von guter Luft und ehrlichen Leuten. „Wenn du als erster Guten Morgen zu den Menschen sagst, dann bist du dabei“, so Kopper, der zuhause kocht, während seine Frau den Abwasch macht. Und dann wurde es kurz politisch aktuell, weil Brigitte Seelbacher auf die Frage nach ihrer Meinung zur Entscheidung der SPD-Basis für das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als neue Parteichefs klar Stellung bezog und meinte: „Das kann nicht gut ausgehen.“

Der Rest war gute Abendunterhaltung. Das Publikum durfte Fragen stellen – schriftlich und vorab. Martin Seidler zeigte seine Stärken als Poet und Musiker, las skurrile St-Martin-Gedichte von Ulrich Harbecke und sang einen Song von Nat King Cole. Holger Wienpahl berichtete über Pannen in seiner Zeit als Moderator der Wahl der Deutschen Weinkönigin. Mandy Gieler, die diesen Titel 2010 an die Ahr holte, saß im Publikum und freute sich über das Wiedersehen. Hobbywinzer Franz Etten aus Karweiler erspielte sich die Krone des ersten Ahrweinkönigs. Nach mehr als zwei Stunden bester Unterhaltung sah man bei Akteuren und Besuchern strahlende und zufriedene Gesichter, nahtlos ging es im Lantershofener Winzerverein über in die Geburtstagsparty von Holger Wienpahl.

Veranstaltungsankündigung

Hautnah – persönlich – überraschend
Martin Seidler – Patricia Küll – Holger Wienpahl

Im Fernsehen überzeugen sie seit vielen Jahren mit ihren Moderationen unterschiedlicher TV-Sendungen. Jetzt kommen sie mit einem Programm in Eigenregie gemeinsam live auf die Bühne. Unter dem Titel „3 auf einer Couch“ zeigen die drei SWR-Moderatoren Patricia Küll, Martin Seidler und Holger Wienpahl ab November 2019 ihre Entertainer-Qualitäten in verschiedenen Spielstätten in Rheinland-Pfalz.

Dabei gestatten Sie amüsante Einblicke hinter die Kulissen der „Landesschau Rheinland-Pfalz“, überzeugen aber auch mit eigenen Themen und beweisen, dass es für sie ein Leben neben der TV-Karriere gibt.

Eine poetisch musikalische Lesung, Gedanken über Lebensfreude und Lebenskrisen oder Geschichten über Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen sind Beispiele für die Bandbreite des Programms. Auch eine Couch und ein Überraschungs-Gast werden eine Rolle spielen…

Gute Unterhaltung ist garantiert, wenn sich die drei Fernseh-Profis einmal nicht vor der Kamera sondern ihren Zuschauern direkt und ganz nah „zum Anfassen“ präsentieren werden.

 

 

 

16.11.2019: CHRISTINE PRAYON

Als der „Ami“ dem Deutschen das Kulturgut stibitzte

Politisches Kabarett in Lantershofen: bei Christine Prayon gab es nichts zu lachen

Man konnte die berühmte Nadel fallen hören, als sich am vergangenen Samstag im ausverkauften Lantershofener Winzerverein 250 Gäste bei Kabarettistin Christine Prayon trafen, um ihrer „Abschiedstour“ beizuwohnen. Tags zuvor war Prayon noch in der Rolle der Birte Schneider in der Heute-Show zu sehen, von Köln aus ging es dann direkt nach Lantershofen. Und hier wurde politisches Kabarett mit „besonderer Schwere“ geboten. Wer sich dank des ersten Aufschlags der Kabarettistin mit Clownnase und Mainzelmännchen-Begrüßung auf einen unterhaltsamen Abend mit leichter Muse gefreut hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Prayon stellte blitzschnell unter Beweis, dass sie für den ganz trockenen Humor und messerscharfe Satire steht und nicht umsonst mit dem Dieter-Hildebrandt-Preis ausgezeichnet wurde. Gleichwohl kunstvoll wie sensibel ging sie mit Sprache und Kompromisslosigkeit in der Diskussion brisanter politischer Themen um. Es war eine intellektuelle Herausforderung für die Zuhörer. Das wurde spätestens in der Pause deutlich, als überall Diskussionen über das bis dahin dargebotene aufbrandeten. Prayon sprang in ihren dargebotenen Rollen hin und her, blieb aber dennoch immer in einer Darstellung aus den wohl von höchster Stelle aus gesteuerten Medien heraus, wenn sie fragte, worüber man denn als Kabarettist heute noch reden soll. In einer Zeit, in der die Verursacher der täglichen Skandale keine Bestrafung mehr fürchten müssen. Was soll man da noch aufdecken? Wozu noch Kabarett in Zeiten, wo es doch egal sei, ob Kommunismus oder Kapitalismus herrscht? Kommunismus funktioniert nicht, Kapitalismus schon, aber nur für ein Prozent der Bevölkerung. Da durfte sich in Lantershofen das Publikum angesprochen fühlen.

Sollte Christine Prayon da nicht doch lieber Yoga-Lehrerin werden, fragte sie sich. Oder aber rechter Comedian? Fascho-Comedy als „Grökotz“ – größter Comedian aller Zeiten? „Denn Komiker sind glaubwürdiger als Politiker“ schlüpfte sie in die Rolle des politisch vor allem monetär gesteuerten Komikers, den erst die naive Brennpunkt-Moderatorin entlarvte. Prayon spannte einen weiten Bogen, vom völlig unnützen Projekt „Stuttgart 21“ über Nazis in Deutschland und medial heruntergespielte Klimaprobleme, die in großen Klimagipfeln banalen Themen weichen müssen. Immense Gelder zur Bankenrettung sind halt wichtiger als Flüchtlingsrettungen. Prayon hatte natürlich die AfD im kritischen Blick, samt Schreckensbild einer Alice Weidel als Bundeskanzlerin. Scharf waren ihre Attacken zu der tagtäglichen „Radio-Diarrhö“, der die Hörer ausgesetzt sind. Und mit Fake-News, die dem einfallslosen Medienkonsumenten leicht unterzujubeln sind, sparte sie auch nicht. Es ist doch so, dass der Ami dem Deutschen seine Kulturellen Errungenschaften stibitzte. Beispiel: „Jingle Bells.“ Das ist doch kein amerikanisches Weihnachtslied, es steckt doch das teutonische „Schinkenpelz“ dahinter. Pointen mit Lachgarantie blieben gänzlich aus, Beifall verstummte schnell, als klar wurde, dass der unpassend war. Vielmehr schaffte es die Wahl-Stuttgarterin, ihr Publikum geistig ständig auf Trab zu halten.

Die Reaktionen blieben nicht aus. „Die ist total frech“, war da zu hören, oder „Eine Wohltat.“ Eine Handvoll Besucher ging aber auch zur Pause genervt nach Hause. Der am Ende jedoch langanhaltende Applaus zeigte, dass Kabarett auch mal schmerzhaft sein muss.

Veranstaltungsankündigung

Christine Prayon – Abschiedstour

Sie möchten wissen, was Sie für Ihr Geld hier bekommen? Natürlich, gerne.

christine prayon wird kein kabarett im landläufigen sinne machen sie interessiert sich nicht mehr für die pure kritik am bestehenden wenn nicht gleichzeitig über alternativen und utopien geredet wird auch findet sie dass es an der zeit ist die welt zu retten das kann sie aber nicht alleine was sie übrigens auch nicht kann und noch viel weniger will ist am klavier sitzen und über sogenannte frauenthemen singen dafür ist sie ganz und gar die falsche falls sie das erwarten werden sie bitter enttäuscht also erwarten sie lieber nichts denn ihre sehgewohnheiten werden sowieso unterlaufen werden ach ja und birte schneider steht heute abend übrigens auch nicht auf der bühne wer ist das überhaupt.

Jetzt wissen Sie schon mal, was Sie nicht bekommen. Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, aber Christine Prayon möchte Ihnen noch was persönlich sagen: Geliebtes Publikum! Mit „Abschiedstour“ setze ich auf die ganz großen Gefühle, nachdem ich mit meinem ersten Programm „Die Diplom-Animatöse“ jahrelang auf die ganz kleinen Gefühle gesetzt habe (Weil ich oft danach gefragt werde: Ein kleines Gefühl ist zum Beispiel so mittelviel Sympathie einem ganz guten Bekannten gegenüber). Wenn Ihnen Gefühle wichtig sind, Sie zur Entspannung aber auch gerne mal etwas denken, sollten Sie sich unbedingt dieses Programm ansehen. Es wird mein letztes sein. Sichern Sie sich also schnell noch Karten.

Vielleicht löst das Wort „Abschiedstour“ bei Ihnen Verwunderung, Trauer oder gar Panik aus. Das macht nichts. Genau so ist es von mir und meinem Management beabsichtigt. Ein Abschied steigert den Marktwert dieses Kabarettprodukts durch die emotionale Aufladung nochmal um ein Vielfaches. Dabei spielt es keine Rolle, um welchen Abschied es geht: Verabschiedet Christine Prayon sich von der Bühne? Möglich. Eine Frau stellt ab Mitte 40 eine ästhetische Provokation dar und zieht sich, wenn sie ihr Publikum wirklich liebt, besser unaufgefordert aus der Öffentlichkeit zurück.

Ist das Kabarett tot? Möglich. Wenn Politiker sich als Clowns versuchen, rennen die Clowns in die Politik. Oder reden wir hier von einem Abschied im ganz großen Stil? Vom Ende des Kapitalismus? Möglich. – – – REINGELEGT!! Natürlich nicht möglich. Der Kapitalismus ist das Hinterletzte, aber er ist alternativlos. Ende der Diskussion. Also welcher Abschied nun? Wie gesagt – es spielt keine Rolle. Hauptsache, Sie sind jetzt neugierig.

Christine Prayon, auch bekannt als Birte Schneider aus der ZDF heute show, ist bereits vielfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Deutschen Kabarettpreis und dem Deutschen Kleinkunstpreis.

www.christineprayon.de

 

 

 

02.11.2019: KÖSTER & HOCKER

Mit fremden Federn geschmückt

Köster & Hocker begeisterten im ausverkauften Lantershofener Winzerverein

Unter den Hunderten Kölner Musikern ist Gerd Köster ein ganz schräger Vogel, der zusammen mit seinem introvertierten wirkenden Partner Frank Hocker seit Jahrzehnten immer neue Projekte auf den Musikmarkt wirft, die schon wegen ihrer Skurrilität eine ganz eigene Fangemeinde anlocken. „The Piano has been drinking“ war eine der erfolgreichsten musikalischen Projekte der beiden, die derzeit, und das schon seit Jahren, als Köster & Hocker durch die Lande ziehen und die Bühnen füllen. Als Duo treten sie dabei in der Regel nicht mehr auf, auch nicht bei Kulturlant in Lantershofen, wo Köster & Hocker am vergangenen Samstag gemeinsam mit dem Gitarristen Roger Schaffrath aus der Wolf Maahn Band auf der Bühne standen und vor 250 Gästen das Konzertprogramm der neuen Spielzeit eröffneten.

Im Publikum war gut beraten, wer der kölschen Mundart mächtig war, andere Töne gab es den ganzen Abend über nicht zu hören. Denn der gebürtige Nippesser Köster kennt nur seinen eigenen Kölner Dialekt. Und der findet sich auch in seinen Texten wieder, die eigentlich nicht seine Texte sind. Denn Köster & Hocker präsentierten eingekölschte Coverversionen, hinter denen Hits von Musikgrößen, wie Bob Dylan, Iggy Pop oder Tom Waits stehen. Deren Texte klingen in der kölschen Version, wie für die Musikfans der Domstadt geschrieben. Geborgte Lieder, die ins „Veedel“ passen, wie die Faust aufs Auge. Köster & Hocker haben ihr aktuelles Album nicht umsonst „Fremde Feddere“ genannt, mit denen sie sich so authentisch schmücken, als wären es die eigenen.

Und so singen sie vom ganz normalen Leben, vom Typen um die Ecke, von dem, der verliebt war und von dem, der es nur bedingt geschafft hat. Wie beim Lied vom Fall nach dem hohen Aufstieg: „Dieselve Lück, die du bedrisse op dingem Wääsch huh, siehste widder op dingem Wääsch eraff.“ Übersetzt: man sieht sich zweimal im Leben. Köster und Hocker hadern mit dem kleinen Kosmos um sie herum, sehen mehr Autos mit Allradantrieb auf jedem Kindergartenparkplatz, als es Förster in ganz Köln gibt. Sie zitieren musikalisch Songs der Pogues über gebrochene Herzen, derweil ihr Loblied auf die Frauen den eigenwilligen Namen „Lümmel“ trägt. Und sie kölschen Franz Zappas einzigen großen Hit „Bobby Brown“, der es im englischen Sprachraum über Nacht auf den Index schaffte, bei “Nobby Braun“ fast eins-zu eins ein.

Es geht an dem eindrucksvollen Abend in Lantershofen natürlich nicht ohne die alten Songs. „Denn neue Lieder sind nun einmal vollkommen anekdotenfrei“, so Gerd Köster, der dem Wunsch nach den Gassenhauern gerne nachkommt. Und dann singt der Saal vom „Dress“, der Richtung Düsseldorf schwimmt, oder von der Selbsteinschätzung „Mir sinn all Buuresäu“ und der einzigen Wichtigkeit, „Haupsaach es, de Flönz es joot, alles andere es zu kompliziert.“ Kein Wunder, dass die drei sich bei der Zugabe mit ihrem größten Hits von der Bühne machten, nämlich dem „Ruude Jolf.“ Vom Publikum gab es dafür stehende Ovationen.

Veranstaltungsankündigung

Wupp – do sin se widder, die melancholischen Frohnaturen Gerd Köster und Frank Hocker mit ihrem nunmehr neunten Bühnenprogramm „Wupp“. Im September 2018 wurde ihnen in Mainz der „Liederpreis 2018“ verliehen, von einer der Kölschtümelei unverdächtigen Jury aus den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Das hat die Sprache verdient“, stellen die beiden fest, „und wir auch.“

Das neue Programm besteht neben Köster/Hocker Songs aus eingekölschten Cover – Versionen aus dem Lieblingslieder – Fundus der beiden. Von Bonnie „Prince“ Billy über Ray Davis, Rod Steward, Iggy Popp, Tom Waits bis Frank Zappa. Ergänzt durch den fantastischen Friesen Helmut Krumminga entsteht wieder eine Gefühlswelt zwischen saftiger Lebenslust und Spielfreude, tröstendem Sarkasmus, vollem Ernst und einer Prise kerngesunder Blödelei. Zwei Gitarren, eine Stimme – Wupp.

„Dann verneigten sich die drei Künstler vor ihrem Publikum, und die Zuhörer revanchierten sich stehend. Ein besonderer Abend.“

www.gerd-koester.de

 

 

23.10.2019: SWR1 PUBLIC SINGING

Der größte Chor der Grafschaft

Rund 300 Gäste kamen zum SWR1 Public Singing nach Lantershofen

Zum zweiten Mal hatten Südwestrundfunk und Kulturlant zum „Public Singing“ in den Saal des Lantershofener Winzervereins eingeladen. Dort bildeten am Mittwochabend rund 300 Sängerinnen und Sänger den größten Chor der Grafschaft. „Dirigent“ war Peter Kühn von der Band „Jukebox Heroes“ des Südwestrundfunks. Er hatte zu manch einem der gesungenen Titel Hintergrundinformationen parat und gab gute Tipps zur richtigen Atemtechnik. Da kam schnell allerbeste Stimmung auf. „Rudelsingen“ macht offensichtlich glücklich. Den Besuchern der SWR1-Party machte es jedenfalls jede Menge Spaß. Textfest musste niemand sein, denn auf einer großen Leinwand wurden die zu singenden Zeilen im Karaoke-Stil angezeigt, die Musik dazu kam von Band oder aber von Kühn’s Gitarre. Und da die allermeisten Besucher mit den populären, meist englischen Titeln vertraut waren, verpasste auch kaum jemand den Einsatz. Gesungen wurden in erster Linie Hits der letzten Jahrzehnte, „Every Breath You Take“ von Police, Abba’s „Dancing Queen“ oder Nik Kershaws „I Won’t Let The Sun Go Down On Me“ standen hoch im Kurs. Selbst an die „Bohemian Rhapsody“ von Queen wagte sich der Chor.

Die ganze Bandbreite der Rock- und Popmusik wurde gesungen, die Toten Hosen fehlten ebenso wenig, wie Toto oder Simon & Garfunkel. Konzentration war gefragt, als Männer und Frauen beim Duett „Time of my Life“ aus dem Film „Dirty Dancing“ gesanglich getrennt wurden. Friedlich vereint ging es dann sogar nach Köln, bei „Viva Colonia“ hätte Kühn getrost auf die Anzeige der Textzeilen verzichten können, jetzt war Party angesagt. Noch am Abend verkündete Peter Kühn, dass das SWR1 Public Singing auch im kommenden Jahr wieder in Lantershofen Station macht. Kein Wunder, war von den sechs Veranstaltungen der diesjährigen Tournee die bei Kulturlant doch die am stärksten frequentierte.

Veranstaltungsankündigung

Public Singing im Winzerverein – Die SWR1 Party zum Mitsingen in Lantershofen am 23. Oktober 2019

Unter der Dusche singt mancher gerne lautstark – aber in einem Club mit einem Profi macht es noch mehr Spaß. Erst recht bei einem kleinen Konzert-Event gemeinsam mit anderen stimmgewaltigen Hobbysängern. „Die SWR1-Party zum Mitsingen“ im Winzerverein mit Peter Kühn, Frontsänger der „Jukebox Heroes“, bietet am 23. Oktober 2019 ab 20 Uhr dieses außergewöhnliche Erlebnis.

Ob „In the air tonight“, „Summer of 69“ oder „Major Tom“ – SWR1 Rheinland-Pfalz lädt zu einem musikalischen Gemeinschaftserlebnis. Zusammen mit anderen Gästen in lockerer Atmosphäre die größten Hits aller Zeiten anstimmen: Beim SWR1 Public Singing im Winzerverein kann sich jeder stimmlich einbringen.

Textsicher muss man nicht sein, die Songtexte stehen auf einer Leinwand zur Verfügung. Aber auch wer lieber nur zuhören möchte, ist willkommen und kann die bekannten Hits zusammen mit anderen genießen.

SWR1 Public Singing – Die Party zum Mitsingen:
mit Peter Kühn
Mittwoch, 23. Oktober 2019,
ab 20:00 Uhr (Einlass: 19:00 Uhr)
Winzerverein in Lantershofen

Link: www.swr1.de

 

12.10.2019: INGOLF LÜCK

Ein Meister der Selbst-Suboptimierung

Multitalent Ingolf Lück eröffnete die neue Kulturlant-Saison in Lantershofen

Der Wahl-Kölner und gebürtige Bielefelder Ingolf Lück ist Schauspieler, Moderator, Synchronsprecher, Tänzer – und Comedian. Zwei Mal bereits wurde ihm der Deutsche Comedypreis verliehen. Und in genau dieser Rolle eröffnete der mittlerweile 61-jährige, dem man sein Alter nicht ansieht, am Samstag die neue Spielzeit des Grafschafter Vereins „Kulturlant“ auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein. 250 Gäste im seit Wochen ausverkauften Saal hörten sich die Geschichten aus dem und über das Leben von Lück an. „Sehr erfreut – die Comedy-Tour“ lautete der Titel, wobei der Comedian betonte, es handele sich eher um Kabarett, bei dem das Publikum auch einiges zu schlucken habe. Vorweggenommen: in Lantershofen mussten sich die Besucher schon ganz andere Dinge anhören.

In den zwei Stunden seines Vortrags, meist im Sitzen gehalten und mit Manuskript auf dem Tisch, steigerte sich Lück von Minute zu Minute. Natürlich musste er erst einmal aufs eigene Alter eingehen, um klarzumachen, er sei nicht alt: „Höchstens Vintage.“ Aha. Von „weise“ war auch etwas zu hören, als er den Kollegen Richard Rogler mit dessen Fürsprache für einen Veggie-Day zitierte: „Ich esse gerne einmal in der Woche Salat – am liebsten Wurstsalat.“ Wohlwissend, dass Lantershofen keine Stadt ist, wie er spätestens bei der eigenen Dorferkundung feststellte, machte Lück seine Witze übers Leben auf dem Land in Verbindung mit dem TV-Schlager „Bauer sucht Frau.“ An seiner Heimat Bielefeld ließ er auch kein gutes Haar: „Da bist du auch bei deinem 20. Schützenfest noch immer der Neue.“

Lück, der seit der nicht bestandenen Radfahrprüfung im vierten Schuljahr illegaler Radler ist und schon früh feststellte: „Als Kind konnte ich gar nix“, gab sich mit dieser Erkenntnis eine neue Lebensmaxime: „Ich betreibe keine Selbstoptimierung, sondern Selbst-Suboptimierung.“ Sprich, er stellt sein Licht gerne unter den Scheffel. Das kann helfen, erspart beispielsweise Einladungen, Freunden beim Umzug zu helfen, wenn die wieder mal zu geizig sind, Profis zu bestellen. Da stellt man sich dann einfach mal ein bisschen dumm an. Zwei Mal ging das fast ins Auge. „Da war ich kurz vorm verrückt werden“, berichtete Lück und klärte auf, wann das war: einmal, als er mit vier Jahren einen Kaugummi verschluckte, obwohl die Mutter ihm doch gesagt hatte, davon müsse man sterben. Und dann, als er im Alter von 50 mit seiner Frau zum Kiffen nach Amsterdam fuhr und dem Rest der Familie einen Kulturtrip vorgaukelte. Mehr und mehr begann der Comedian nun, seine schauspielerischen Fähigkeiten auf die Lantershofener Bühne zu bringen.

Selbst-Suboptimierung – unweigerlich kam da auch die Frage auf, ob man denn tatsächlich zivilisiert sei. Zweifel am anderen kamen auf, als der Freund ihm auf die Frage, was er gerade mache, ein Selfie von der Toilette sendete. Zweifel an der eigenen Zivilisation, weil er so gar nicht das Erwachsenwerden der eigenen Tochter akzeptieren will. „Soll ich sie nach der Natascha-Kampusch-Methode erziehen?“, so die Frage ins Publikum. Zu spät – der Freund steht schon auf der Matte. Für Lück die nächste Situation, um verrückt zu werden. Also, so die Selbsterkenntnis, hilft doch nur eins: „Jeder ab 70 Jahren sollte einmal im Jahr testen lassen, ob sich seine Existenz noch lohnt.“ Und dann stellte er fest: in neun Jahren muss ich dann selbst zum Test.

Veranstaltungsankündigung

Es ist schon nicht einfach: Kaum fühlt man sich innerlich dem Bobby Car entstiegen, ist da überall diese Verantwortung. Alles ist nur noch ökologisch, alle sind fit und ständig soll man im Einklang mit sich selbst sein, auf dass der eigene Darm noch charmanter werde. Was für eine Aussicht für jemanden, der gerade 60 geworden ist und sich eigentlich nichts Anderes wünscht, als endlich in der Straßenbahn auch mal einen Platz angeboten zu bekommen? Vier Jahre nach „Ach Lück mich doch“ steht Ingolf Lück mit seinem neuen Programm „Sehr erfreut! Die Comedy-Tour 2019“ wieder auf den Kabarett- und Comedybühnen des Landes. Und diesmal wird ausgeteilt!

Charmant, aber direkt seziert er eine Welt, die sich so schnell dreht, dass es sich manchmal lohnt, einfach stehen zu bleiben, sich umzuschauen und auf die nächste ahn zu warten. Dabei widmet er sich den großen wie auch den nicht ganz so drängenden Fragen dieser Zeit. Warum muss Bio immer so klingen, als ob man dafür erst mit dem Kiffen anfangen muss? Wieso gibt es am Ende von Rolltreppen keine Falltüren? Und wie soll man sich verhalten, wenn man ein 50-Cent-Stück im Döner findet oder die eigene Tochter plötzlich den Veith mitbringt? Nach mehr als 30 Jahren auf der Bühne, weiß Ingolf Lück endlich Rat.

www.ingolf-lueck.de

11.08.2019: LUDWIG SEBUS

„Ich dät et alles su widder dohn“

Der 93-jährige Ludwig Sebus blickte in Lantershofen auf ein erfülltes Leben zurück

Die Bühne ist sein Lebensinhalt, ohne geht es nicht. Gemeint ist Ludwig Sebus aus Köln, stolze 93 Jahre und seit 70 Jahren auf den Bühnenbrettern zu Hause. 1925 geboren hat der Grandseigneur des Kölner Karnevals schon viel erlebt, inklusive eines Weltkriegs und fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland. Kaum zurück in Köln, schloss er sich dort der singenden Zunft an, die ihn schnell zum Karneval führte. An der Seite des Kölnbarden Hans-Jürgen Jansen, der als 72-jähriger in Sebus einen väterlichen Freund sieht, war der rüstige Senior am Sonntag in Lantershofen zu erleben. Vor dem Hintergrund der Restauration einer aufgefundenen alten Fahne, die noch sechs Jahre älter, als Sebus ist, hatten Junggesellen-Schützen und deren ehemalige Fähnriche unter Mithilfe des Vereins Kulturlant zum Kölner Mundartabend eingeladen. Ziel ist es, die Existenz der Fahne zu kommunizieren, um diese einmal einer Restaurierung zuführen zu können.

Sebus berichtete in seinen Ausführungen und im Zwiegespräch mit Jansen über die ganz alten Zeiten, als er die frühen Liedermacher Köln kennenlernte, mit einer Ausnahme: von Willi Ostermann bekam er nur noch in Kindesjahren dessen große Beerdigung auf dem Melatenfriedhof mit. Nach der Rückkehr aus Russland und dem Miterleben einer großen Feier auf dem Alter Markt war dann für Sebus klar: „Da will ich dabei sein.“ Er dichtete und komponierte. Sein Erstlingswerk für den Karneval wäre heute wohl verpönt: „Hück trööte mer die janze Naach, bis morje fröh et Sönnche laach“ hatte durchzechte Nächte zum Thema. Aller Anfang war natürlich schwer, auch für das neue Mitglied im Literarischen Komitee. Nach seinen ersten Vorstellabenden standen gerade einmal 30 Karnevalsauftritte im Kalender. Aber der Aufstieg in der Domstadt war unaufhaltbar.

Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen, der nach dreijähriger intensiver Vorarbeit vor fünf Jahren eine große Sebus-Biographie veröffentlichte, brachte die rund 150 Gäste im Lantershofener Winzerverein am Sonntagabend mit gesungenen Krätzjer von Ostermann, Berbuer und Sebus in Stimmung, schnell wurde sich eingehakt und geschunkelt, die Texte waren den Besuchern auch nach Jahrzehnten noch geläufig, vom schnelllebigen heuten kölschen Liedgut war da nichts zu merken. Dann trat Gentleman Sebus ans Mikrofon, trotz hohen Alters mit erstaunlich guter Stimme ließ er „Am Dom zu Kölle“ erklingen, sang vom „dicke und vom drüjje Pitter“ und davon, dass man sogar „Kölsche in der Südsee“ trifft. Sebus galanter Wortwitz, gespickt mit Komplimenten für die Weiblichkeit und Spitzen an die Männer im Saal sorgte für viel Gelächter, seine Lebensweisheiten und seine positive Art beeindruckten. Dass der 93-jährige seiner Meinung nach im Leben alles richtig gemacht hatte, drückte er am Ende in seinem neuen Lied „Ich dät et alles su widder dohn“ recht deutlich aus. Und weil das Publikum Sebus uns Jansen nach zwei Stunden nicht so einfach von der Bühne lassen wollte, gab es das fast schon obligatorische „Ich möch ze Fooss no Kölle john“ als Zugabe mit auf den Heimweg.

Veranstaltungsankündigung

Ludwig Sebus und Der Kölnbarde schwaade un singe bei uns en Lantesche

Ludwig Sebus ist neben all seinen sympathischen Eigenschaften, die ihn auszeichnen, auch der Grandseigneur des Kölner Karnevals, der bekannteste lebende Krätzchen-Sänger. An ihm kommt in Köln keiner vorbei. Er ist trotz seiner 93 Jahre jung geblieben und das nicht nur äußerlich, sondern auch in seiner Weltoffenheit und Toleranz eine absolute Persönlichkeit.

Der Kölnbarde, Hans-Jürgen Jansen ist bereits zweimal im Winzerverein aufgetreten. Für ihn ist es schon fast ein Heimspiel. Er bringt –  sich als echter Barde mit der Gitarre begleitend –  neben bekannten Kölner Krätzcher seine eigenen Lieder „op Kölsch“ zu Gehör, in dem er diese mit witzigen Anekdoten und Reimen garniert. Mit  Ludwig Sebus, dessen Biografie er 2013 herausbrachte, verbindet ihn eine enge Freundschaft.

Eine Veranstaltung der ehemaligen Schwenkfähnriche der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen

31.05.2019: MAM

„Häng de Fahn eruss“

Lantershofen feiert am zweiten seiner Jubiläumstage gleich drei Geburtstage

Tag zwei der Feierlichkeiten „1000 Lantesche Jahre“ gehörte den Fans des Kölschrock und wurde vom Verein „Kulturlant“ gestaltet. Der hatte gleich dreifachen Grund einzuladen: das „1000-jährige“ im Dorf, selbst wird man in 2019 fünf Jahre alt. Aufhänger eines tollen Konzertabends aber war, dass vor 25 Jahren die Kölschrocker von „BAP“ vier Tage in Lantershofen für ihre Deutschlandtour probten und dort auch ein Konzert gaben, und zwar unter dem Pseudonym „Der Sieben ´Ühnchen“, damit nicht auf einmal tausende BAP-Fans vor dem Winzersaal stehen. Dort freuten sich am Freitag mehr als 400 Kölschrock-Getreue auf „MAM“, die wohl beste Tribute-Band der Kölner, die mit Klaus Drotbohm einen Sänger mit beinahe identischer Stimme, wie der des Wolfgang Niedecken hat. Somit was alles für eine große Party gerichtet, zumal Kulturlant den Fans mit der Band „Schank“ und deren Tresen-Folk noch einen Aufwärmer vorsetzte, der gleich für gute Stimmung sorgte und das Publikum bestens für das MAM-Konzert einstimmte.

MAM konnten sich also in einen bestens gerichteten Saal begeben, mit dem ersten Textfetzen von Klaus Drotbohm schien das einstige BAP-Feeling wieder da. Die dicht gedrängten Gäste, mancher von ihnen noch im 25 Jahre alten Tour-Shirt der „7 Ühnchen“, waren textsicher, nahm Drotbohm teilweise die Arbeit ab und feierten die Cover-Band, als wären es die Originale. Die Stimmung auf und vor der Bühne war großartig, zumal MAM kein einziges der bekannten Stücke aus der Ära des „Major“ Heuser als Songschreiber von BAP ausließen. „Ne schöne Jrooß“ oder die Story vom „Müsli Man“, „Waschsalon“, „Zehnter Juni“, „Nemm mich met“ oder „Anna.“ Ein Gassenhauer der Kölner folgte dem anderen. Balladen, wie „Liebesleed“, „Helfe kann dir keiner“, „Wellenreiter“ und vor allem „Jupp“ klangen aus mehr als 400 Kehlen. Sänger Drotbohm hörte man immer nur „Wahnsinn, was hier los ist“, sagen. Und dann die Kracher im BAP-infizierten Lantershofen: „Verdamp lang her“, „Kristallnaach“ oder „Do kanns zaubere.“ Mehr als drei Stunden lang, ohne Pause, spielten MAM auf ihr Publikum ein, das von einer Begeisterungswelle zur anderen schwappte. Da folgte man am Ende auch gerne der Jubiläumsbitte der Festreigen-Veranstalter, die MAM nochmals bekräftigten: „Häng de Fahn eruss.“

Veranstaltungsankündigung

1000 Lantesche Jahre – Das Konzert

Unter dem Pseudonym „Sieben ´Ühnchen“ standen die Kölsch-Rocker von BAP bereits 1994  auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein und übten für ihre damalige „Pik-Sibbe-Tour“. 25 Jahre später sind die Hits aus den ersten Jahren der erfolgreichen Band wieder in Lantershofen zu hören, dieses Mal dargebracht von der Cover-Band MAM, die ebenso wie das Original aus Köln stammt. MAM ist eine von vielen BAP-Cover-Bands, weithin gilt sie als die beste. Dies dürfte in erster Linie daran liegen, dass Sänger Klaus Drotbohm mit exakt der gleichen Stimme ausgestattet ist, wie BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. MAM begeistert dazu schon seit vielen Jahren als musikalisch erfahrene Live-Band vor allem durch große Spielfreude. Wolfgang Niedecken und Ex-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser haben die Band schon gesehen und waren beeindruckt. Beim Tourstart 2011 in der Bonner Harmonie durfte MAM den „Major“ sogar als „Special Guest“ präsentieren – eine Anerkennung für die Band wie sie größer wohl nicht sein kann.

Die bis zu dreieinhalb Stunden dauernde BAP-Tribute-Show lässt mit den großen Hits der 80er-Jahre, wie „Frau ich freu mich“, „Do kanns zaubere“, „Kristallnaach“ oder „Verdamp lang her“ das BAP-Feeling der Durchbruchzeit wieder aufleben und garantiert einen mitreißenden Kölschrock-Abend. Das MAM-Konzert finden im Rahmen der Veranstaltungen „1000 Lantesche Jahre“ statt.

27.04.2019: RAINALD GREBE

Provokation auf höchstem Niveau

Mit Rainald Grebe war in Lantershofen ein Star und Zyniker der Szene zu Gast

„Das war der Ritterschlag für unsere kleine Bühne“, da war man sich beim Grafschafter Verein „Kulturlant“ einig. Gemeint war der letzte Auftritt im Rahmen des Kabarett-Abo-Programms 2018/19 im Lantershofener Winzerverein, wo am Samstagabend Rainald Grebe zu erleben war. Der im Jahr 2012 mit dem deutschen Kabarettpreis ausgezeichnete Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist und Autor präsentierte sein „Elfenbeinkonzert.“ Mit Konzert hatte das durchaus etwas zu tun, ließ sich Grebe doch immer wieder am Flügel nieder und stimmte zu Gesang und nachdenklichen Texten an. In der Summe war sein Programm, das mitsamt vier Zugaben fast drei Stunden lang dauerte, eine Mischung aus Kabarett und Theater, vor allem aber große Kunst.

Grebe hielt auf seine ganz eigene Art der Gesellschaft, und damit auch dem Publikum in der seit Monaten ausverkauften Vorstellung den Spiegel vor, indem er in ihre Rollen schlüpfte. Schon das Outfit war eine erste Provokation: Sakko, Hemd, Krawatte, Turnhose. In der Hand den großen, sprechenden Koffer mit all dem, was er zu sagen und zu zeigen hat, schluffte der 48-jährige durch den Saal auf die Bühne, von wo aus er ständig mit seinem Techniker Franz kommunizierte. „Ohne den geht es nicht“, stellte Grebe schnell fest. Aber erst einmal wurde ihm wegen eines kleinen Malheurs flugs die Kündigung ausgesprochen.

Grebes Mantra an diesem Abend war die Vermittlung des deutschen Liedguts an Afrikaner. Aber welches deutsche Liedgut? Etwa das, das unter dem Namen Hip-Hop längst sein Reimschema verloren hat. 1992 war alles noch gut, als die Fantastischen Vier mit ihrem schwäbischen Kehrwoche-Hip-Hop noch Reime präsentierten. Das ist verloren gegangen. Aber wo? Kann man das den Ivorern an der Elfenbeinküste, wo Grebe als Kulturbotschafter 2016 einen Volkslieder Kurs im Goethe-Institut gab, vermitteln? Oder doch besser Helene Fischers Schlagerknaller „Atemlos durch die Nacht“, den die Ivorer schließlich fröhlich anstimmten. Dem Publikum in Lantershofen wurde das und manches andere auf der Leinwand vorgeführt. „Atemlos“ erfüllt hat die Kriterien eines Volkslieds, also eingängig, gut singbar und identitätsstiftend. Tja, kommentiert Grebe die Einspieler, „das ist Kolonialismus auf Augenhöhe, sagen wir es mal so.“ Was ist der Mann für ein Zyniker!

Grebe sprang von Rolle zu Rolle, hatte die Jugend auf dem Kicker und bescheinigte ihr, dass der Sprachschatz irgendwo zwischen Selfie und „Lol“ doch was Gutes sei. Dabei gab es die per „Face Swapping“ verballhornten Snapchat-Fotos und Musikvideos, die Teenies mit der App Musically gebastelt haben, zu sehen. Kultur der Zukunft. Was bleibt für die Älteren, außer „Raus in die Arena“, per Song wird die Routine des Tages provokant dargestellt. Dann schon lieber ein Leben wie das des „Dirk“, der schon Grandmaster Flash hörte, als Grebe noch Reinhard Mey verehrte.

Die Show läuft, dann aber der Moment, der dem Publikum beim Lachen das Blut gefrieren lässt. Grebe berichtet von seinem Afrika-Trip und scherzt über die Gefahrenzulage für Mitarbeiter des Goethe-Instituts, von der die alte Freundin, die ihm den Job in Abidjan antrug, berichtete. Doch dann kommt es: „Henrike ist im März ermordet worden, zufällig, zusammen mit 15 anderen am Strand, niedergemäht von Islamisten.“ Das Publikum war mucksmäuschenstill, Grebe schwenkt um, wird wortwitzig, seziert die Gesellschaft noch mehr und lässt einen starken Abend ausklingen. Nach Hause gehen will niemand. Auch nach der vierten Zugebe bleiben die 250 Gäste sitzen und hoffen auf einen weiteren Nachschlag. Dieses Mal vergeblich.

Und warum kommt Grebe, der auch schon Mal vor 10.000 Leuten Konzerte in Berlin gibt, ins kleine Lantershofen? Der Star löst das Rätsel. Sein Musical-Projekt „Effzeh! Effzeh!“ zum Thema 1. FC Köln zog ihn zu Club-Archivar Dirk Unschuld. Der wohnt in Lantershofen und machte für seine Hintergrund-Infos den Auftritt bei Kulturlant zur Bedingung. Grewe willigte ein und legte als Gage die

Bezahlung in Weißwein und Eifelgeist fest. Kistenweise wechselten die Getränke den Besitzer. Was für eine Nacht!

Veranstaltungsankündigung

Das Elfenbeinkonzert

Er tut es wieder. Vier Jahre nach seinem letzten Solo Das RainaldGrebeKonzert setzt sich Rainald Grebe wieder allein ans Klavier. „Alles ging damit los, daß eine alte Bekannte anrief, ob ich nicht einen Volksmusik- Workshop in der Elfenbeinküste machen wolle, mit ivorischen Deutschstudenten, sie sei jetzt Leiterin des Goetheinstituts dort in Abidjan. Dann sagte sie noch, daß das Goetheinstitut einen Steinwayflügel besitzt, und einen Klavierstimmer gibt es auch, den einzigen in der Cote d ´Ivoire. Der betreut etwa ein Dutzend Instrumente und eins davon steht beim Goethe im Institut. Ich sagte zu. Aber was ist jetzt bitte heute Volksmusik, und wie kann ich Deutschland am Äquator musikalisch vermitteln. Und warum nicht auch tänzerisch? Und was ist Volksmusik in der Elfenbeinküste… Oder an der Elfenbeinküste? Ich bin ja jetzt Botschafter. Mit meiner zarten Arthrose meldete ich mich in Berlin erstmal bei einem Breakdanceworkshop an. Eigentlich hab ich für Afrika gar keine Zeit. Ich hab hier 8 Theaterprojekte parallel zu betreuen. Wie immer. Und dann ging die Reise los…“ Das Elfenbeinkonzert ist Rainald Grebes fünftes Soloprogramm. Premiere am 21.10.2016 in der Kölner Philharmonie.

Pressestimmen:

  • „Seine Komik ist ein intellektueller Kollateralschaden auf dem Kriegspfad gegen die Einfältigkeit. Der Grebe 2012 vertieft das Renommee eines unglaublich innovativen Unterhalters.“ (Allgemeine Zeitung Mainz, Feb 2012)
  • „Irgendwie scheint die Logik seiner Gedanken nie von dieser Welt zu sein. Doppelbödig ist das alles nicht – mindestens sieben Böden lassen sich vermuten. Wie falsches Leben im falschen funktioniert – bei ihm erhaschen wir eine Ahnung davon.“ (Thüringer Allgemeine, Feb 2012)
  • „Absolut beeindruckend, wie Rainald Grebe im einen Moment krass überzeichnet, und beinahe im selben Augenblick tief berührt.“ (Siegener Zeitung, Jan 12)
  • „Und weil sein Ego-Trip auch eine Generationenbeschreibung ist, finden sich so viele im Publikum in ihm wieder und bejubeln ihn – nicht zuletzt wegen seiner kleinen, aber scharfen politischen Spitzen.“ (WZ, Jan 12)
  • „Es gibt Kabarettabende, da weißt du nach zwei Minuten, dass es wieder gut wird.“ (Nürnberger Nachrichten, Juni 2012)
  • „Geniale Verschmelzung von Text, Musik und deklamatorischer Wucht“ (Kölnische Rundschau, Juli 2010)
  • „Eine Mischung aus Udo Jürgens und Helge Schneider. Genial!“ (Stern, April 2010)
  • „Grebe besitzt ein immenses Gefühl für Dynamik und Dramatik, Bühnenelemente, die er gnadenlos auszuspielen vermag.“ (Plärrer, Nürnberg, April 2010)
  • „Kabarett in gut. Ja, so was gibt’s. Markenzeichen: aufgerissene Augen. Zwischen der Bissigkeit Wiglaf Drostes, der Eloquenz Dieter Nuhrs und der Romantik Funny Van Dannens.“ (Intro, April 2010)
  • „Bei Grebe…ist das Abseitige Programm. Und wie er mit Kalauern und Sottisen, höherem Blödsinn, schwarzem Humor und Schlagerverhohnepipelung die hohe Kunst der Komik variiert, hat Klasse.“ (FAZ Mai 2009)
  • „Zurzeit scheint er an allen Ecken und Enden zugleich zu brennen. Grebe, seien Sie bitte gut zu sich! Wir brauchen Sie.“ (Die Welt, Mai 2008)
  • „Wer ist schuld, dass uns diese Granate jahrelang vorenthalten wurde?“ (Süddeutsche Zeitung Februar 2007)
  • „Eine unbeschreibliche Melange aus Balladen, die er selbst fulminant am Flügel begleitet, und absurden Betrachtungen“ (tz München, Februar 2007)
  • „Grebes Heimat ist zweifellos die Bühne, und sollte er auf einer in Ihrer Nähe zu sehen sein: Gehen Sie schnell hin!“ (Titanic, April 2007)
  • „Lyrik mit Heimtücke … sublimer Blödsinn mit wetterfester, tragischer Grundierung.“ (Der Spiegel im März 2006)
  • „Hier steht ein Ururenkel des Dadaismus auf der Bühne, ein kluger Kindskopf, der sämtliche Erwartungen bricht.“ (Kölner Stadtanzeiger, Oktober 2004)

 

 

07.04.2019: DIE MAGIER 2.0

Magische Momente und etwas Klamauk

Im Lantershofener Winzerverein wurde gezaubert

Nicht erst, seitdem die Ehrlich Brothers mit ihren magischen Shows in Deutschland ganze Arenen füllen, sind Zaubershows wieder in. In Lantershofen waren jetzt „Die Magier 2.0“ zu Gast. Mehr als 200 Gäste ließen sich am Sonntagabend in Deutschlands erfolgreichster Magic Ensemble Show verzaubern. Dabei ist der heutige Zauberer längst ein Entertainer, vorbei sind die Zeiten von schwarzem Zylinder, Zauberstab und Simsalabim. Was die Show von der der ostwestfälischen Zauberbrüder unterscheidet? „Hier guckst Du nicht aus weiter Entfernung auf riesige Leinwände neben der Bühne, hier bist Du hautnah dran“, so Ober-Magier Christopher Köhler. Er und seine Kollegen ließen das Publikum sogar mittendrin dabei sein. Mitmachen war angesagt, da fand man sich schnell auf der Bühne wieder. So wie Robert aus Birresdorf, der Christopher Köhler bei einem Kartentrick auf den Leim ging, auch wenn dieser mehr im Bereich Klamauk statt Zauberei angesiedelt war. Lars Ruth lockte gleich drei Probanten auf die Bühne, um deren Gedanken zu lesen. Immerhin, bei zweien gelang das. Irreführung und Manipulation seien sein Thema, so der Hypnotiseur und Mentalist. Er hatte zuvor das ganze Publikum verblüfft, ließ scheinbar deren Finger wachsen, was auch bei rund einem Viertel der Gäste zu klappen schien, zumindest hatten diese den entsprechenden Eindruck. Interessant auch die Hypnose von Lars Ruth an Andrea aus dem Publikum. Die wurde in eine Zeit zurückversetzt, in der sie noch nicht einmal lesen konnte. Und tatsächlich, die gezeigten Wörter konnte die Hypnotisierte nicht als solche erkennen, das Publikum aber schon.

Zwischenzeitlich war Sam Cole auf der Kulturlant-Bühne eingetroffen, im gelben Anzug mit Hut und schriller Feder ließ er Dinge aus einem vermeintlich leeren Gefäß wandern und Kugeln oder Feder wie von Geisterhand durch den Raum schweben. Und dass er schließlich mittels dreier Rohre eine Weinflasche in rund ein halbes Dutzend Flaschen verwandeln konnte, entzückte das Publikum.

Ein wenig mystisch kam schließlich „Swann“, der Maskierte daher. Auch er suchte sich seine Mit-Zauberer im Publikum. Diese ließen nur mit ihrer Konzentration Gläser zerplatzen oder schafften es, durch eine vermeintliche Glasscheibe zu fassen. Swann ließ derweil offenes Feuer durch den Winzersaal fliegen und produzierte aus der hohlen Hand Unmengen von Konfetti. Nur Christopher Köhlers Tricks entpuppten sich zunächst als fauler Zauber. Er machte lieber den Conférencier und gut gelaunten Gastgeber, der das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Schließlich machte aber auch Köhler ernst und präsentierte dem Auditorium einige tatsächlich zauberhafte Kartentricks, bei denen am Ende jeder im Saal gefordert war, mitzumachen. Und tatsächlich konnte am Ende der Vorstellung jeder der Gäste ein wenig zaubern.

Veranstaltungsankündigung

Nach der ersten erfolgreichen Deutschland Tour kehren DIE MAGIER mit einer brandneuen Show auf die Bühne zurück. Erleben Sie vier von Grund auf unterschiedliche Magier Charaktere, die alle Meister ihres Fachs sind und erleben Sie eine magische sowie unglaublich unterhaltsame Show, die abwechslungsreicher nicht sein könnte. Mal emotional, mal poetisch. Zum einem unheimlich bizarr, zum anderen zum Kreischen witzig. Eine Achterbahnfahrt der magischen Unterhaltung wie Sie es noch nicht erlebt haben. Und SIE sind live und hautnah dabei! Erleben Sie die neue Show von den Magiern, die so nah und intim wie keine andere Bühnenshow ist. Das sind DIE MAGIER 2.0!

CHRISTOPHER KÖHLER ist „DER LUSTIGE“
Der Rheinländer ist der Gründer und Moderator von DIE MAGIER und macht Schluss mit dem aalglatten und langweiligen Image eines Zauberkünstlers. Auf Augenhöhe mit dem Publikum zeigt Köhler mit saloppem Mundwerk Publikums-Improvisationen die einmalig, saukomisch und absurd sind. Köhler kann man nicht beschreiben. Man muss ihn gesehen haben! Seit nunmehr 10 Jahren begeistert er live sein Publikum und war schon in zahlreichen TV Sendungen zu sehen.

LARS RUTH ist „DER SEHER“
Feinfühlig und empathisch nimmt Lars Ruth Sie mit auf eine Reise in die Welt des Übersinnlichen, in der auch Sie zweifeln werden, ob Ihr Reiseführer „die Gabe“ besitzt und ob Sie Ihren Sinnen trauen können. Folgen Sie Lars Ruth auf eine Expedition ins Reich der Wahrsager und Visionäre, der Hypnotiseure und Traumdeuter. Als ehrlicher Scharlatan weiht Lars Ruth Sie auf Ihrer Reise in diese Welt der Wunder ein.

SWANN ist „DER MASKIERTE“
Die einzigartige Verschmelzung von Illusionen, Musik, Schauspiel, Licht und Tanz begeistert bereits seit 20 Jahren viele Menschen auf der ganzen Welt. Der Kölner hat die Gabe unvergessliche Bilder und eine Atmosphäre auf der Bühne zu schaffen, die mit Worten kaum zu beschreiben sind. Erleben Sie wunderbar liebevolle Magie mit eindrucksvollen Illusionen und geben Sie sich selbst die Möglichkeit mal wieder zu träumen.

SAM COLE ist „DER VERRÜCKTE CHARMEUR“
Gutaussehend, charmant und schräg – das ist Sam Cole! Durch einen Unfall in einer radioaktiven Magnetfabrik in Chicago hat er leider seinen Verstand verloren, dafür aber magische Kräfte entwickelt. Swingen, tanzen oder klatschen Sie mit bei diesem eher ungewöhnlichen Künstler. Erleben Sie außergewöhnliche Zauberei, schnelle Tänze und unvergessliche Musik.

(DIE MAGIER 2.0 ist nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet.)