17.11.2018: RENÉ SYDOW

Intellektuell hochklassiger Rundumschlag

Politisches Kabarett mit René Sydow sorgte für nachdenkliche Mienen

Politisches Kabarett muss nicht zwanghaft etwas zum Lachen sein. Bestimmt nicht, wenn man sich ein Programm von René Sydow anhört. Der 38-jährige Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Kabarettisten sprach am vergangenen Samstag vor 180 Gästen bei Kulturlant im Lantershofener Winzerverein und machte dem Publikum dabei gleich zu Beginn klar: „Wenn Sie Unterleibskomik erwarten, muss ich Sie wahnsinnig enttäuschen.“ Natürlich streute Sydow hin und wieder einen Gag ein, auch schon Mal einen uralten Witz. Die Aufmerksamkeit hochhalten, während man sich mit den aktuellen Problemen im Kleinen, wie im Großen beschäftigt, so der Tenor. Sydow, der zuletzt mit Kabarettpreisen nur so überschüttet wurde und der dennoch kein Dauergast in den einschlägigen Formaten ist, weil er sich ob seiner Texte gerne mit den Entscheidern in den Sendern anlegt, setzte zu einem Rundumschlag an und forschte dabei immer wieder nach der „Bürde des weisen Mannes.“ So lautete auch der Titel des Programms.

Dabei klagte Sydow nicht an. Immer wieder, wenn er Missstände aufzudecken versuchte, machte er auch klar: „Das muss wohl so sein.“ Vielleicht, um das Publikum nicht allzu sehr aufzuschrecken. Denn dort saßen einige, die sich direkt angesprochen fühlen konnten, wenn der Kabarettist sich über Kirche, Religion oder Schule äußerte. Und darüber, dass es immer nur ums eigene Ego und ums Geldvermehren gehe. „Krieg, Handel und Piraterie – dreieinig sind sie“, legte er Faust neu auf. Sydow befasste sich mit Europa, das den Glauben an sich selbst längst verloren habe. Nun mache die Politik ein Kaufhaus daraus, bei dem die Reichen immer reicher würden, die Armen, wie Spanien oder Italien aber nur den Zugang zu den Grabbeltischen im Erdgeschoss erhielten. „Die Politik erwartet Europa-Patriotismus, denkt aber selber nicht daran“, so Sydow, der neue Begriffsdefinitionen vorstellte: Imperialismus heißt heute Welthandel, Krieg nennt man neudeutsch Friedenseinsatz.

An der Kirche ließ der Kabarettist ebenfalls kein gutes Haar, wen er auch betonte: „Religionen sind schwer im Kommen.“ Aber sie seien auch ewige Vertröstungsmaschinen. Und eines sei auch klar: „Solange ein Münzlein im Kästchen liegt, der Bischof erster Klasse fliegt.“ Sydows ganz große Themen: Fernsehen, Internet, Schule. Aufs TV-Programm hatte er sich eingeschossen. Das Leben der Prominenten (und wie schnell wird man bei RTL2 prominent) biete Sendezeit für Dorftrottel, weil sie doch so authentisch daherkämen. Für Sydow eher „Analphabetismus als Chance.“ Man müsse die Zuschauer doch dort abholen, wo sie sind“, argumentieren die Privatsender. „Schwachsinn“, so der Kommentar des Kabarettisten, der in seinen Vortrag Zwiegespräche einstreute, eines sogar mit dem Teufel persönlich. Auch der wusste: Billigläden sind die neue Religion, Shopping-Malls die neuen Kirchen. Und der Menschen unterscheidet sich vom Maulwurf nur dadurch, dass er Bausparverträge unterschreibt.

Zuletzt dann Sydows Blick auf die Schulen, die heute mehr der Sozialarbeit, als der Lehre dienten, denn: „Das Kind ist heute ein Objekt, der Lehrer der Insolvenzverwalter der Windel-Ich-AGs.“ Wieso werden 2,8 Milliarden Euro in Deutschland in die Digitalisierung der Schulen investiert und dafür nicht viel besser Instrumente gekauft, Lehrer besser bezahlt und neu eingestellt? Flächendeckende Förderung? Gibt es nicht. „Wir fördern heute Exzellenzen und bieten keine Bildung mehr. So züchten wir uns eine McDonalds-Kultur ran, es geht nur noch um Wirtschaftskenntnisse, Geisteswissenschaften werden an Schulen komplett vernachlässigt.“ Vieles in Lantershofen war starker Tobak, aber auch politisches Kabarett als intellektueller Hochgenuss, auf den Punkt gebracht mit scheinbar unerschöpflichem Wortwitz. „Am Ende werden wir sagen“, bilanzierte der Kulturlant-Gast, „jeder einzelne von uns hat 30.000 Facebook–Kommentare geschrieben, 3.000 Fotos hochgeladen und die ganze Welt fotografiert, aber sie nie begriffen. Wir haben die Kinder digitalisiert und standardisiert, haben ihnen Kompetenzen statt Bildung vermittelt, bis sie gesichtslos in der Masse waren – und von den verlorenen Gesichtern haben wir Selfies gemacht.“

Veranstaltungsankündigung

„Die Bürde des weisen Mannes“

Nach seinem ersten, mit 11 Kabarettpreisen ausgezeichneten Programm GEDANKEN! LOS!, wurde René Sydow von der Presse als der „am lautesten geflüsterte Geheimtipp“ des politischen Kabaretts bezeichnet. Mit seinem zweiten Solo löste er dieses Versprechen ein und präsentierte uns ein Programm über den Irrsinn in der Politik. Er nahm sich Minister, Medienmacher und andere Mitglieder des organisierten (V)Erbrechens vor.

In seinem dritten Soloprogramm geht der Träger des Deutschen Kabarettpreises etwas weniger laut, aber umso intensiver der Frage nach, was uns zum Menschen macht: Bildung? Wahlrecht? Oder doch nur freies WLAN?

Warum wird die Welt nicht klüger, wenn der Zugang zu Wissen noch nie so leicht war? Warum verarmen Menschen, bei all dem Reichtum der Welt? Woher kommen Hass, Fanatismus und Turbo-Abi? Wer ist schuld an diesem Elend? Und wer trägt eigentlich die Bürde des weisen Mannes?

Zum Schreien traurig und schockierend lustig. Dunkel und hoffnungsvoll. Politisches Kabarett auf der Höhe der Zeit.

Pressezitate:

„Sydow beherrscht das schwere Metier der bitteren Ironisnahmemusiker sein Instrument. Seine Pointen streicheln nicht, sie kommen mit der Wucht einer Maschinengewehrsalve. Rotzfrech. gnadenlos ehrlich und mit so viel gedanklichem Zündstoff, daß man ein Städtchen damit sprengen könnte.“ (Schwarzwälder Bote)

„Interessant, vielschichtig, fesselnd (…) Kein Witze-Reißer oder Pointen-Trickser spricht da, sondern ein Dichter.“ (Ostsee-Zeitung)

„René Sydow ist eine Bereicherung für das deutsche Politkabarett.“ (Bonner Generalanzeiger)

„Der Abend wird erleuchtet von einer eloquenten Brillanz, die ihresgleichen suchen darf: Eine Sprache von wütender Schönheit und bezaubernd poetischen Wendungen.“ (Mainzer Allgemeine Zeitung)

„Ein fantastisches Zusammenspiel aus bissiger Politsatire und literarischen Texten.“ (Kölnische Rundschau)

„Ein linguistischer Höllenritt, ein Wortgefecht der Extraklasse.“ (Badische Neueste Nachrichten)

Preise und Auszeichnungen:

Deutscher Kabarett-Preis 2016 (Förderpreis) / St. Ingberter Pfanne / Stuttgarter Besen in Silber / Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg (Förderpreis) / Dresdner Satirepreis / Tuttlinger Krähe in Silber / Das schwarze Schaf in Silber / Rostocker Koggenzieher in Gold / u.v.m.

Link: www.rene-sydow.de

 

 

14.11.2018: SWR1 PUBLIC SINGING

Der größte Chor der Grafschaft

Zum Mitsingkonzert in Lantershofen kamen 300 begeisterte Gäste

„Wer singt im Chor, wer unter der Dusche und wer im Auto?“ Peter Kühn von der Band „Jukebox Heroes“ des Südwestrundfunks wollte es ganz genau wissen, als er das Publikum im Lantershofener Winzerverein zum „Public Singing“, oder besser zum Rudelsingen begrüßte. Erstmals hatte der Sender dazu auf die Grafschaft eingeladen, der örtliche Verein Kulturlant kümmerte sich um die Rahmenbedingungen. Rund 300 Gäste waren der Einladung zum gemeinsamen Singen gefolgt, der allergrößte Teil von ihnen weiblich. Sie alle sorgten dafür, dass in Lantershofen für gut zwei Stunden der größte Chor der Grafschaft entstand. Mindestens. Eines Dirigenten bedurfte es nicht, dennoch war Peter Kühn der Vorsänger, griff auch mal zur Gitarre, verschenkte Plastikgitarren und verbreitete allerbeste Laune. Die kam sowieso schnell auf, denn Rudelsingen macht offensichtlich glücklich. Den Besuchern der SWR1-Party machte es jedenfalls jede Menge Spaß.

Textfest musste niemand sein, denn auf einer großen Leinwand wurden die zu singenden Zeilen im Karaoke-Stil angezeigt, die Musik dazu kam von Band oder aber von Kühn’s Gitarre. Und da die allermeisten Besucher mit den populären, meist englischen Titeln vertraut waren, verpasste auch kaum jemand den Einsatz. Gesungen wurden Hits der letzten Jahrzehnte, „Yesterday“ von den Beatles oder aber „Wonderwall“ von Oasis. Besonders emotional wurde es bei den Balladen.

Nik Kershaw’s „I won‘t let the sun go down on me“ eröffnete den Chorgesang, “What’s up” von den Four Non Blondes beendete ihn. Dazwischen gab es die ganze Bandbreite der Rock- und Popmusik zu singen, die Toten Hosen fehlten ebenso wenig, wie Abba, Toto oder John Denver’s „Country Road.“ Noch am Abend verkündete Peter Kühn, dass das SWR1 Public Singing auch im kommenden Jahr wieder in Lantershofen Station macht. Kein Wunder, war von den fünf Veranstaltungen der diesjährigen Tournee die bei Kulturlant doch die am stärksten frequentierte.

02.11.2018: LA SIGNORA

Die Anführerin der untoten Hausfrauen

„La Signora“ hielt in Lantershofen 250 begeisterte Zuschauer auf Trab

„Ladies Night“ in Lantershofen, denn La Signora war da. Ihr Markenzeichen: langer, enger, schwarzer Rock, schwarze Bluse, Dutt mit schwarzem Haarnetz drüber. La Signora ist längst Kultfigur im deutschen Kabarett. Verkörpert wird sie von Carmela de Feo, Ruhrgebiets-Schauspielerin mit italienischen Wurzeln und daher mit massenhaft Feuer im Blut beschenkt. Die einen bezeichnen sie als „total durchgeknallt“, für andere bringt sie ihre Zuhörer in wenigen Sekunden von Null auf 100. Auf alle Fälle lockte sie bei ihrem zweiten Gastspiel bei Kulturlant die Massen, der Winzersaal in Lantershofen war mit rund 250 Gästen schon lange ausverkauft. Im Publikum saßen aber nicht nur Frauen, La Signora hat auch eine Menge männliche Fans. Vielleicht, weil sie diese nicht allzu sehr mit ihrem Programm strapaziert. Gut, wer in den vorderen Reihen sitzt, hat Mitspielgarantie. Und wehe, er oder sie lenkt die Signora ab. „Bist du bald fertig“, raunzt sie den Herrn an, der erstmal zu Snacks und Getränk greift. Und die drei, die nicht direkt zuhören, tauchen in La Signoras Programm immer wieder auf, allerdings als Tick, Trick und Track. Man(n) traut sich nun doch kaum zu falschen Bewegungen, während La Signora aus ihrem Alltag berichtet und sich als „mit Talent vollgestopftem Medienstar“ tituliert, die sich Abend für Abend im „Ballungsgebiet des Nichts“, also in der Provinz, auf die Bühne stellt. Diese Bühne, in Lantershofen wegen der großen Kartennachfrage dieses Mal auf 15 Quadratmeter verkleinert, ist ihre „Schablone, in der ich wohne.“ So heißt auch das neue Programm von La Signora, die ihre tägliche Autobahnfahrerei musikalisch verflucht: „Mein Herz ist ein Katalysator“ oder „Abgase – der Duft in meiner Nase.“

La Signora spielt „Pokemon go“ auf dem Jakobswegs und erinnert als Plumpsack an die Abzählspiele ihrer Jugend. Sie definiert die „Quallen der Liebe“ und stellt verliebt fest: „Ich hab Rücken, er hat Bauch.“ Immer wieder greift die studierte Musikerin zum Akkordeon, mit dem sie nicht nur zu musizieren, sondern auch Menschen und Dinge musikalisch darzustellen weiß. Zum Beispiel die Protagonisten ihres noch zu schreibenden Krimis, im dem sie den Mörder schon kennt: „Karla, die Schrankwand.“ Klingt abstrakt, aber La Signora schafft es, die Möbel zum Leben zu erwecken.

Ihr Programm ist weitaus mehr, als eine Aneinanderreihung von Nummern. La Signora ist Meisterin der Stand-up-Comedy, weiß ihr Publikum auszufragen und die Informationen so zu verarbeiten, dass sich die Gäste krümmen vor Lachen. Sie hat ihre eigene Sicht auf die Dinge, macht kein Yoga, weil es kein Mannschaftssport ist und sie schon gar nicht glücklich durch Yoga werden will. Warum? Weil es älter macht, denn „der Tod macht einen großen Bogen um mies gelaunte Frauen.“ Und darum bekommen die Männer am Ende des Programm von der selbsternannten „Anführerin der untoten Hausfrauen“ doch noch musikalisch einen mit: „Heul doch, Pappnase, heul doch“ singt sie sie zur Melodie „Papaoutai“ und wird doch noch zum „Pretty Woman 2018.“ Der Saal tobt, drei Zugaben sind Pflicht.

Veranstaltungsankündigung

Die Schablone, in der ich wohne

La Signora, der Nachtspeicher aus dem Süden mit seinem treuen, tastenreichen Gefährten dem Akkordeon, ist wieder unterwegs im Auftrag der Bespaßung. Gefangen in der Endlosschleife der guten Laune, macht sie böse Miene zum abgekarteten Spiel. Das Leben als Showgirl hat sie sich einfacher vorgestellt. Und während jeder Show stellt sie sich die gleiche Frage: Kommt jetzt der Durchbruch oder ist es nur der Blinddarm?

Fest steht jedoch, dass La Signora nicht von dieser Welt ist, sondern eine Außeritalienische. Schräg wie der schiefe Turm von Pisa, farbenfroh wie die Sixtinische Kapelle, fertig wie das Colosseum, heißer als der heilige Stuhl so ist La Signora. Mit der Grazie neapolitanischer Eseltreiber tanzt sich La Signora durch ihr neues Programm auf der verzweifelten Suche nach dem Unsinn ihres Lebens! Und so macht sie sich als Anführerin der untoten Hausfrauen in ihrem Showboot auf die Welt zu retten. Oder zumindest sich selbst. Falls das nicht klappt, wird sie mit Sicherheit noch einige aus dem Publikum mit in den Abgrund ziehen.

Getreu dem italienischen Lebensgefühl: Misserfolg ist auch Erfolg, nur anders! La Signora, die Callas des Akkordeons, lädt ein zu einem Abend, an dem Herzen gebrochen, Seelen verkauft und echte Gefühle täuschend echt imitiert werden.

Die Schablone, in der ich wohne! „Komm rein, dann kannste raus gucken“.

Der Westen: „Diese Frau ist total durchgeknallt…“

Kreiszeitung: „Unwiderstehlich komisch von der ersten Minute an…“

Badische Zeitung: „Unbändig im Temperament, hemmungslos in den Pointen. bietet die „italienische Unke“ geballte Frauenpower, die alle Konventionen sprengt!“

Süddeutsche Zeitung: „Von Null auf 100 braucht diese Frau handgestoppt 3,5 Sekunden….Für den Zuschauer bedeutet das: Zurücklehnen, abschalten, mitlachen.“

Eine Zuschauerin: „Dank La Signora bin ich ein glücklicher Singlewitwe!“

Ihre Agentin: „Ich werde ihr Talent knechten und in die richtigen Bahnen lenken.“

La Signora selber: „Ich hätte gerne mal einen Tag frei!“

Link: www.carmeladefeo.de

 

13.10.2018: MARC HALLER

„Erwin aus der Schweiz“ verzauberte Lantershofen

Marc Haller verband Magie, Comedy und Kabarett perfekt

Mal Comedy, mal Kabarett, mal Zauberei, die Mischung macht es. Von jedem etwas gab es am vergangenen Samstag auf der Kulturlant-Bühne im Lantershofener Winzerverein zu erleben, dargebracht von nur einer Person, dem Schweizer Marc Haller. Es war der Auftakt zum neuen Kleinkunstprogramm der Grafschafter mit insgesamt sieben Kabarett- und Comedyabenden bis zum kommenden April.

Marc Haller bedankte sich dabei nach zwei Stunden auf der Bühne beim ausrichtenden Verein Kulturlant, dass dieser sein Abo-Programm nutze, auch so auch weniger bekannten jungen Künstlern eine Bühne zu geben. Zugegeben, mit 31 Jahren gehört Haller der Kategorie „jung“ noch an, weniger bekannt ist er keinesfalls, zumindest nicht in seinem Heimatland Schweiz. Dort, wie auch im benachbarten Österreich, hat er sich über Talentshows einen Namen gemacht und gehört bereits jetzt zur Riege der Entertainer auf den Bildschirmen. In seinem Bühnenprogramm schlüpfte er am Samstag in die Rolle des „Erwin aus der Schweiz“, ein verunsicherter und schüchterner Typ, der es allerdings faustdick hinter den Ohren, oder besser im Ärmel hat. Aus diesem zauberte er gut gefüllte Orangensaftgläser oder den Kult-Zauberwürfel aus den 1980er-Jahren, den er einmal kurz in die Luft warf, und schon war das Rätsel gelöst. Haller verschluckte einen aufgeblasenen Luftballon oder machte aus einer gleich acht Weinflaschen. Nicht unbedingt neue Tricks, wie auch das immer wieder getrennte und wie durch Zauberhand wieder reparierte Seil. Die Art und Weise, wie der sympathische Schweizer seine Zauberei aber rüberbrachte, war neu. Die Besucher in Lantershofen klebten förmlich an den Lippen des Zauberers, der im bedächtigen Ton und manchmal sogar flüsternd seine Zaubershow mit einem Comedyprogramm verband. Im Saal des Winzervereins konnte man die berühmte Stecknadel fallen hören.

Haller erzählte einiges, brachte immer wieder die klugen Sprüche seines Großvaters zu Gehör, sprach über seine beiden Goldfische mit den Namen „Eins“ und „Zwei.“ „Wenn Eins stirbt hab ich immer noch Zwei.“ Mit seinem unschuldig wirkenden Schweizer Dialekt war er sich auch nicht zu schade, der großen Politik, vor allem der aus den USA, markante Seitenhiebe zu verpassen. „Trumps Bibliothek im Weißen Haus ist abgebrannt. Beide Bücher. Dabei hatte er das zweite noch gar nicht fertig ausgemalt.“ Programmsprünge, die das Publikum immer wieder überraschten und dabei köstlich unterhielten. Und wer in Lantershofen in einer der ersten Reihen saß, hatte auch noch große Chancen, in das Programm mit einbezogen zu werden. Auf alle Fälle war die Aufforderung ans Publikum „lassen Sie uns einen Abend lang lachen“ nicht zu viel versprochen, zum Lachen gesellten sich unter den 150 Gästen zudem Staunen über die perfekt dargebotenen Zaubertricks des Marc Haller.

Veranstaltungsankündigung

MARC HALLER – „Erwin aus der Schweiz“: Die Erfolgs-Comedy & Zauber Show aus der Schweiz kommt auf Deutschland-Tour

Marc Haller ist 1987 in der Schweiz mit zwei nichtmagischen Drillingsbrüdern geboren. Bereits mit 14 Jahren besuchte er die Zauberschule in Zürich und gewinnt schon zwei Jahre später den Förderpreis des Magischen Rings der Schweiz. Das Zaubern alleine reicht dem jungen „Wettswiler“ allerdings nicht und er bildet sich weiter. Der Weg führt ihr über die ScuolaTeatro Dimtri in Verscio, dem Musischen Gymnasium Zürich und der Lee Strassbergschule in New York nach Wien, wo er 2013 den Abschluss am Konservatorium im Hauptfach Schauspiel absolvierte.

In der ORF TV Show „Die Grosse Comedy Chance 2012“ beeindruckte ERWIN alias Marc Haller die Fachjury derart, dass sie ihn mittels „Jury Joker“ direkt ins Finale katapultierte. Die ORF Liveübertragung „Die grosse Comedy Chance – Das Finale“ beförderte Marc Haller über Nacht zum Shooting Star in Oesterreich.

Die Teilnahme bei der SRF-1 TV-Show „Die Grössten Schweizer Talente 2015“ löste ebenfalls eine wahre „Erwinmania“ aus und etablierte Marc Haller auch in der Schweiz vom Geheimtipp zu einer festen Showgrösse.

Jetzt ist Marc Haller, Gewinner des „Kleinen Prix Walo 2013“, des „SWISS TALENT AWARD 2014“ und Finalist „Die Grössten Schweizer Talente 2015“, mit seinem Programm ERWIN AUS DER SCHWEIZ auf grosser Tour. Der schräge, etwas verklemmte aber immer liebenswerte ERWIN ist die tragende Figur in Marc Hallers Comedy & Zauber Show. Vergessen sie das TV Format „Die Auswanderer“ jetzt kommt DER EINWANDERER. Begleiten sie Erwin auf seiner abenteuerlichen Reise, raus in die große weite Welt (Wien!). Zwerchfellüberbelastung garantiert.

Link: www.marchaller.ch

02.10.2018: SAHNEMIXX

SahneMixx beherrscht den Stil von Udo Jürgens

Authentische Tributeshow im Lantershofener Winzerverein

Gestern Berlin, morgen Luxemburg: die Tribute-Show „Einfach Udo“ der Eifler Band „SahneMixx“ hält das Vermächtnis des Udo Jürgens deutschlandweit und darüber hinaus hoch. Zwischendrin gab es für die Band in kleiner Besetzung mit neun Musikerinnen und Musikern eine Art Heimspiel in Lantershofen. SahneMixx gastierten am Dienstagabend bei Kulturlant im Winzerverein und lieferten dem am Ende restlos begeisterten Publikum eine Show, wie es Udo Jürgens genauso getan hätte. Perfekt abgestimmt kam Sänger Hubby Scherhag dem Original stimmlich ganz nah. Am weißen Flügel sitzend oder davor stehend, im Hintergrund das ganz in weiß gekleidete Orchester war schon das Bühnenbild eine, wenn auch verkleinerte, Kopie des Originals. Mehr als zwei Stunden lang gab es dann eine ganze Reihe von Hits und weniger bekannten Melodien, Medleys, Gassenhauern oder Balladen aus dem Vermächtnis des 2014 verstorbenen Künstlers zu erleben. Dabei brillierte nicht nur Sänger Hubby Scherhag. Die Instrumentalisten des Orchesters wussten immer wieder mit ihren Soli zu begeistern, Sängerin Jutta Capallo konnte den Gesang von Scherhag stimmlich perfekt untermalen. Bei „New York, New York“, dass die Band in Jürgens Hit „Ich war noch niemals in New York“ eingebaut hatte, kam sie ebenso als Solistin zum Zuge, wie im Duett bei „Liebe ohne Leiden“, dass Udo Jürgens einst mit Tochter Jenny gesungen hatte.

SahneMixx beherrschten auch den Spannungsbogen perfekt, sie hielten sich in der ersten Hälfte des Konzerts bewusst mit den ganz großen Hits zurück und brachten dem Publikum nicht ganz so bekannte Stücke rüber. Aber auch da gab es schon „Griechischer Wein“ zu hören, ein Lied, mit dem Jürgens auf die Sorgen und Nöte der ersten Gastarbeiter aufmerksam machen wollte und das vom Publikum zum Trinklied gemacht wurde. „Der gekaufte Drachen“ oder „Hautnah“ sorgten für nachdenkliche Mienen im Auditorium, dass dennoch jeden Titel frenetisch feierte, was sich mit jedem Titel noch ein steigerte.

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Die Gassenhauer „Aber bitte mit Sahne“, „Siebzehn Jahr, blondes Haar“, „Ehrenwertes Haus“ oder „Mit 66 Jahren“ wurden von SahneMixx mehr zelebriert, als vorgetragen. „Danke für den Abend“ hieß es nach knapp zwei Stunden. Aber dann ging es auch in Lantershofen zu, wie bei den Konzerten des Stars Udo Jürgens: Hubby Scherhag kam alleine wieder auf die Bühne, passend echt im weißen Bademantel, setzte sich an den Flügel und begann zu spielen: „Mathilda“, „Es wird Nacht Senorita“ oder „Was ich Dir sagen will.“ Am Ende betrat die komplette Band zu einem furiosen Finale mit „Vielen Dank für die Blumen“ und dem abschließenden „Was wichtig ist“, noch einmal die Bühne, um sich gemeinsam mit ihrem Sänger endgültig zu verabschieden, 250 Gäste waren restlos begeistert.

Veranstaltungsankündigung

„Das wahre Gesicht zeigt Musik nur, wenn sie live gespielt wird …“ – Treffender als Udo Jürgens bei seiner „Einfach ich“-Tour im Jahr 2009 kann man es nicht ausdrücken.

Seit 14 Jahren stellt sich SahneMixx der musikalischen Herausforderung, die schönsten Lieder des Ausnahmekünstlers zu präsentieren und sein musikalisches Erbe auf den Konzertbühnen zu bewahren. Mit begeisternder Bühnen-Show und ansteckender Spielfreude nimmt SahneMixx das Publikum mit auf eine emotionale Zeitreise – geradewegs zurück in die unvergleichliche Atmosphäre der Livekonzerte von Udo Jürgens.

Udo Jürgens höchstpersönlich hat SahneMixx anerkannt und brachte dies sowohl bei verschiedenen Treffen, als auch in Form von Briefen und Gratulationen zum Ausdruck. Im Lauf der Jahre begeisterte SahneMixx in unzähligen Live-Konzerten regelmäßig das Publikum und entwickelte sich so zur Nummer 1 der Udo-Jürgens-Shows.

Ein Beleg für die herausragende musikalische Qualität der Band ist die Tatsache, dass regelmäßig auch langjährige Weggefährten von Udo Jürgens mit SahneMixx auf der Bühne stehen, wie zum Beispiel von der Pepe-Lienhard-Band die Ausnahmemusiker Rolf Mayer (Bass), Jörg Brohm (Trompete) und Udo’s enger Freund Billy Todzo.

SahneMixx-Sänger Hubby Scherhag interpretiert die Lieder des großen Vorbilds derart gut, dass sich die Zuschauer vom ersten Ton an in ein echtes Udo-Konzert versetzt fühlen. Vom perfekten  Orchester-Sound über den weißen Flügel und das rote Jacketfutter bis hin zum legendären Bademantel-Finale stimmt bei SahneMixx selbst das kleinste Detail. Und wenn Hubby Scherhag nach den Zugaben zum „Bademantel-Finale“ zurück auf die Bühne applaudiert wird … spätestens dann wird SahneMixx zum Gänsehaut-Erlebnis !

SahneMixx wurde u. a. mit dem Deutschen Rock und Pop Preis 2005 und 2010 ausgezeichnet und zudem als „Künstler des Jahres 2010“ vom Fachmagazin „Künstlerkatalog“ geehrt.

Udo Jürgens ist von uns gegangen… doch sein Werk bleibt unvergänglich !

Links: www.sahnemixx.de | Facebook

29.09.2018: PADDY GOES TO HOLYHEAD

Folk-Rocker „Paddy“ lockte große Fangemeinde

In Lantershofen feierten „Paddy Goes to Holyhead“ 30 Jahre Bühnenjubiläum

30 Jahre ist es her, als ein gewisser Paddy Schmidt aus dem hessischen Süden die Folkmusik in Deutschland zu modifizieren begann, mit rockigen Klängen unterlegte und gegen alle Prognosen damit Erfolg hatte. Der Name seiner Band: Paddy Goes to Holyhead. Der Bandname ist nicht nur eine Anspielung auf die seinerzeit erfolgreiche Band „Frankie Goes to Hollywood“, sondern bezieht sich auch auf die „Paddies“, Auswanderer aus Irland, sowie auf die walisische Hafenstadt Holyhead, die für viele Iren Durchgangsstation bei der Auswanderung war. Die Anfängerjahre der Band sind daher auch geprägt durch viele Auswandererlieder aus Irland. Erst 1993 wurde aus der traditionellen Irish-Folk-Besetzung eine Folk-Rock-Formation. Mit der Neuorientierung wurde die Band erfolgreicher. So entstand ein aufwändiges Video zur Singleauskopplung „Bound Around.“ Es sollte das erfolgreichste Stück der Band werden.

Paddy blieb immer bodenständig, nahm jeden auch noch so kleinen Gig an und tourt seitdem durch die Republik. Am Samstag war er im Rahmen seiner derzeit laufenden unplugged-Tour zu Gast bei Kulturlant im Winzerverein Lantershofen. Knapp 300 Gäste hatte er angelockt, nicht immer sind es so viele. So manche einer war von weither angereist, um den Folk-Rocker und seine unplugged-Band zu erleben. „Das hat richtig Spaß gemacht, die Leute waren richtig gut drauf, das hat mich schon berührt“, zeigte sich Paddy nach drei Konzertstunden angetan. Auf der Bühne gab Paddy alles, Gesang, Gitarre und Mundharmonika waren sein Metier. In den Mittelpunkt der Band spielte er aber zu keiner Zeit. Immer wieder wechselten die Hauptrollen in den vorgetragenen Stücken. Almuth Ritter an der Geige sorgte oftmals für rhythmisches Klatschen im Publikum, dass mit jedem gespielten Song enthusiastischer wurde. Selbst Bassist Uwe „Uhu“ Bender, der an seinem Instrument brillierte, stand im Rampenlicht und war weit mehr, als der Rhythmusgeber.

Dem Publikum wurde ein buntes musikalisches Programm geboten. Mittendrin natürlich die Hits von Paddy: „Bound around“ war schon ganz früh zu hören, „Far away“ eröffnete die zweite Konzerthälfte, bei „Here’s to the People“ oder „Johnny went tot he war“ wurde das Auditorium zu einem großen Chor. Viele der Zuhörer waren textsicher, eine ganze Menge verfolgte Paddys Bühnenleben von den Anfängen im Jahr 1986 an. Seinerzeit war er im Sinziger Helenensaal aufgetreten, sprang doch auf und von der Bühne. Das machte er in Lantershofen nicht mehr, die volle Konzentration galt der Musik. Und da griff Paddy auch in die Kiste der bekanntesten irischen Traditionals, da durften Gassenhauer, wie „Dirty old town“ oder „Whisky in the jar“ keinesfalls fehlen. Selbst für das romantische „Streets of London“ war Platz und Zeit. Und alle sangen mit.

Veranstaltungsankündigung

Mehr als 30 Jahre “on the road”. Wer hätte gedacht, dass Paddy Schmidt und seine Mitstreiter sich einmal selbst besingen würden? Ihr großer Hit „Bound Around“ und die große Spielfreude von Paddy Goes To Holyhead ließ die bekanntesten Folkrocker Deutschlands in den Neunzigern ein keltisches Feuerwerk nach dem anderen abbrennen.

Paddy Schmidt (Gesang, Gitarre, Mundharmonikas) Almut Ritter (Geige, Concertina) und Uwe „Uhu“ Bender (Bassgitarre, Gesang) sind zur Zeit als Akustik-Trio unplugged auf Tour.

„Das wird ein Jahr voller Paddy-Parties“, freut sich Veranstalter Bert Sender, der als Chef einer Agentur die Geschicke der Band begleitet, „Superkultstätten und Medien habe nach Ausrufung des Jubiläums bereits Anfragen gestartet!“

Die Triebfeder des Erfolgs waren vor allem Schmidts markant-rauchige Whiskystimme und sein weithin anerkanntes virtuoses Spiel der keltischen Mundharmonika. Auch der Einsatz der pulsierenden Geige als Soloinstrument, die Anlehnung an keltische Ornamentik und die konsequente Umsetzung der Songs aus aktuellen und geschichtsträchtigen Themen spielt eine Rolle. Bestimmt aber war es die natürliche volksnahe Ausstrahlung des fröhlichen Trios, das sich in unermüdlicher Präsenz in die Herzen der Zuhörer spielte. Tausende Live- Konzerte erzählen Geschichten von Liebe und Leid, Fernweh, Krieg und Frieden. Und genau diese Themen waren es, die Lieder wie „Here’s To The People“, „Titanic“, „Doolin“ u. v. a. zu Radiohits und Dauerbrennern gemacht haben.

Als „formatuntaugliche Spartenmusik“ von der Musikindustrie betitelt, zogen Paddy Goes To Holyhead erstmals mit Ihrem Longplayer „Ready For Paddy?“ in die Deutschen CD-Charts ein, deren Titel „Johnny Went To War“ sich damals beim Radiosender SWF3 über ein Jahr in den Top-Ten hielt. Und auch in Dutzenden Fernsehshows konnte das PGTH-Logo, das grüne Notausgangsmännchen, gesichtet werden.

Nun hat Paddy Schmidt ein spezielles Programm erarbeitet und präsentiert PGTH als Akustik-Trio mit den bekanntesten Hits der „Paddies“ und vielen beliebten Stücken aus der Irish Folk Music. Back to the roots, ein Programm zum Zuhören, Träumen und Mitmachen.

Gereift sind sie, die Paddies von heute. Ihrer  unbändigen Spielfreude tut das keinen Abbruch. Aber in ihre Musik, die sie wieder zurückführen wird in die verspielte, erdige und fröhliche „Ready For Paddy- Zeit“, lassen sie sich so wenig reinreden wie zuvor. Und das ist auch gut so.

10.05.2018: LOKALDERBY

„Lokalderby“ könnte eine Zukunft haben

Erstes Mini-Festival mit regionalen Musikern bei Kulturlant kam gut an

Für den Grafschafter Verein „Kulturlant“ endete am Mittwochabend die Spielzeit 2017/18, der rührige Kulturverein begibt sich nun die Sommerpause. Nachdem bundesweit bekannte Kabarettisten und Musiker im vergangenen halben Jahr auf der Bühne im Lantershofener Winzerverein präsent waren, stand diese nun regionalen Künstlern zur Verfügung. Erstmals, möglicherweise aber nicht zum letzten Mal, fand das Festival „Lokalderby“ statt. Idee und Konzept dazu hatten Gernot „Monty“ Montkowski und Stephan Maria Glöckner erarbeitet, 150 Zuschauer verzichteten bei sommerlichen Temperaturen auf den abendlichen Grillspaß zugunsten der Musik. „Man singt deutsch“ hatte Glöckner das Festival untertitelt und spielte dabei auf den Kult-Spielfilm „Man spricht deutsch“ mit Komiker Gerhard Polt an, der vor 30 Jahren über die Kinoleinwände flimmerte.

Glöckner selbst eröffnete das kleine Festival, lobte den gastgebenden Verein für dessen kulturelles Engagement überschwänglich und griff in bester Singer/Songwriter-Manier zur Gitarre. Glöckners musikalische Wortspiele handelten vom „Chaos im Kopf“ und der Aufforderung „Macht Spiele“ statt Machtspiele. „Ohne jeden Plan“ war der Ahrtaler Musiker entgegen seinem Song keineswegs. Die Titel seiner Stücke kurz und prägnant: „Ziehlos“, „Kür“, „Raum“ oder „Rään.“ In einer gesungenen Persiflage setzte er zudem dem Sting-Song „Englishman in New York“ einen neuen Text auf und sang vom „Kölsche in Düsseldorf.“

„Monti“ durfte mit seinem aktuellen Bandprojekt „Montkowski“ als zweites ran. Was für ein Unterschied. Erst der bedächtige Liedermacher Glöckner, dann der Wirbelwind Montkowski mit dunkler Stimme, die teilweise bedrohlich wirkte. Montkowski brachten allesamt eigens getextete und komponierte Songs zu Gehör. Die Band, bei der neben Sänger „Monty“ noch David Stricker am Bass, Klaus Saal (Gitarre) und Wolli Köhler am Schlagzeug mitwirkten, unterhielt das Publikum rund eine Stunde lang mit klug vertonten Lebenssituationen. „Komm geh“, „Was besseres gibt es nicht“, oder „Und dann“ mit einprägsamen Melodien waren zu hören, das hatte schon eine gewisse Ohrwurm-Qualität.

Die jüngsten und nach der Einschätzung des Publikums auch die Besten kamen zum Schluss: Lampenschirm. Die vier Jungs mit Wurzeln in der Grafschaft haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie musikalisch viel drauf haben. Die Chance, nach dem Nachwuchswettbewerb „Toys2Masters“ eine professionelle CD zu produzieren, packte das Quartett beim Schopfe und ließ das Werk „Lauter Lichter“ entstehen. Songs, die „An dich“, „Keine Spur“ oder „Irgendwas fehlt“ aus dem Album waren in Lantershofen ebenso zu hören, wie gut gecoverte Hits von Westernhagen oder Sportfreunde Stiller. Dem Publikum schien die Mischung der drei Bands zu gefallen, man fühlte sich wohl beim Lokalderby, so dass Stephan Maria Glöckner bereits über eine Fortsetzung mit dem Versuch, ein solches Mini-Festival heimischer Bands zu etablieren, nachdachte.

Veranstaltungsankündigung

LOKALDERBY Festival | Man rockt deutsch
mit Montkowski, Lampenschirm und Stephan Maria Glöckner Solo

Montkowski

Eine Band, die man kennt, stellt sich vor: Vier Köpfe und 12 Jahre Bandgeschichte. Die Liebe zur Musik vereint die Band um Frontmann und Namensgeber Monty (Gernot) Montkowski, Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist, David Stricker am Bass, Klaus Saal, Gitarre und Wolli (Wolfgang) Köhler am Schlagzeug. Nach mehr als einem Jahrzehnt, öffnet das Quartett neue musikalische Türen und setzt auf Lieder in der Muttersprache. Direkt, ehrlich, aus dem Leben, mitten ins Herz. Unverkennbar „Montkowski“ mit Ohrwurmgarantie. Echte Musik mit Live – Qualität und vier einzigartigen Typen.

Lampenschirm

Die Band Lampenschirm aus dem Kreis Ahrweiler/Köln ist seit 2010 in der Musikszene unterwegs. Neben eigenen deutschsprachigen Songs, die im Bereich Pop/Rock anzusiedeln sind, covert die Band auch Songs aus diesen Genres. Nachdem sie bereits im Jahr 2011 ihre erste EP „Licht an“ veröffentlicht hat, erschien am 05. Dezember 2015 das erste eigene Album „Lauter Lichter“. Darauf zu hören ist eine geballte Mischung deutschsprachiger Rock-Pop-Lieder, die von gefühlvollen Balladen bis hin zu mitreißenden und aufregenden Rhythmen reicht.

Stephan Maria Glöckner Solo

Die Umsetzung seiner Ideen war schon immer die große Leidenschaft von Stephan Maria Glöckner. Seine Band ‚menino’ präsentiert seit über 20 Jahren brasilianische Beats und portugiesische Texte aus eigener Feder. Das Kinder-Projekt ‚RingoTingo’ errang Preise und Chart-Platzierungen, er singt Jazz in der Koblenzer Big-Band, schreibt Mundart-Lieder für Kölner Bands, arbeitet für internationale Trance-DJs und moderiert seit 2004 das Koblenzer Horizonte-Festival. Gemeinsame Projekte gab es  mit Katja Ebstein, Purple Schulz, Götz Alsmann, dem ‚Fluch der Karibik’-Komponisten Klaus Badelt und den Weather Girls.

Der studierte Grafiker und ausgebildete Musiker und Maler gründete die Werbeagentur shapefruit AG und das Marienthaler Atelier. Sein Musik- und CD-Artwork zeichnet und entwirft er selbst. Für eine Kultur-Idee, die mit Volkswagen realisiert wurde, erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Heute singt er sich quer durch sein großes selbstgeschriebenes Repertoire, das von deutschen Songs über Mundart bis zu englischen oder portugiesischen Texten reicht. Hauptsache aussagekräftig, gehaltvoll und melodiös. Seine extrem Sting-ähnliche Stimme lässt die Performance sehr charismatisch klingen.

 

06.05.2018: MATTHIAS NINGEL

Auf der Bühne will der Ningel flügge werden

Mit Matthias Ningel war einer der begehrtesten Nachwuchs-Kabarettisten in Lantershofen

Kann man bei einem Musik-Kabarettisten, der binnen weniger Jahre bereits zehn hochwertige Kabarett- und Musikpreise abholen durfte, überhaupt noch von Nachwuchs reden? Die Antwort ist ein klares „Vielleicht.“ Jedenfalls bei Matthias Ningel. Der wurde gerade 30 Jahre alt, steht schon knapp die Hälfte seines jungen Lebens auf der Bühne und macht dies seit einigen Jahren professionell. Dafür schmiss der im kleinen Eifelort Hambuch geborene Nigel einen gar nicht so schlechten Job: an der Mainzer Musikhochschule unterrichtete er die Fächer Musiktheorie und Gehörbildung.

Für den Begriff „Nachwuchskünstler“ steht auf jeden Fall der Inhalt seines zweiten Soloprogramms. In „Jugenddämmerung“ berichtet Ningel vom Abschied von besagter Jugend, dem Rauskomplimentieren aus elterlicher Umgebung, der verpassten großen Liebe und all dem, was das Erwachsenwerden sonst noch mit sich bringt. Dabei lief Ningel jedes Mal zu großer Form auf, wenn er sich an den Flügel setzte. Und das tat er am Samstagabend auf der Kulturlant-Bühne in Lantershofen unentwegt. Der junge Mann mit Old-School-Handy, der nur die Eltern-App kennt und bei der eigenen Großmutter den „Enkeltrick“ versuchte, muss „endlich in die Pötte kommen“, wie er es ausdrückte. Aber wie soll das gehen, bei einem Menschen der „Generation Y-ohweiwei“? Diese Jugend ist doch gar nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. „Ist jemand meines Alters hier“, fragte Ningel. Ja, einer. „Gratulation, Du hast tatsächlich eine Entscheidung getroffen, nämlich hierher zu kommen“, frohlockte der Lockenkopf auf der Bühne. Warum ist die „Generation Y“ so entscheidungsschwach? Klarer Fall für Ningel, die Fernsehserien der 1990er-Jahre sind schuld.

Da hatte er es sich noch leicht gemacht. Aber was haben die Gleichaltrigen aus seiner Umgebung vollbracht? Ningel nahm sie alle unter die Lupe und aufs Korn. Karl-Leonhard, den mit acht Jahren schon sadistisch ausgeprägten Spielplatz-Schurken. Oder Rolf, das Feindbild, wollte der doch der geliebten Ilona an die Wäsche und führt heute ein „Hyper-Hyper-Leben“, bei dem der Samstag der Qualitäts-Tag in Sachen Familienleben ist. Jedenfalls für eine halbe Stunde zwischen zwei Terminen. Und immer wieder Ilona, für die er zum 18. Geburtstag sogar ein Lied geschrieben, es aber nie vorgesungen hat. Stattdessen schenkte er ihr lieber einen Tankgutschein und bekam prompt die Quittung dafür. Den Song bekam immerhin das Lantershofener Publikum zu hören, und da hieß es zwangsgereimt: „Ilona – wär ich ein Drucker, wärst Du Toner.“ War er aber nicht und der Papierstau ließ grüßen. Der Song erfüllte nach Ningels Aussagen übrigens die Merkmale eines Schlagers, unter anderem wegen des „zwiefachen (Andy) Borg“ in der Melodie, die beim Schlagerfan unwillkürlich zu silbereisener Hühnerhaut führt. Ein kleiner Exkurs in Ningels alten Job.

Aber irgendwie schaffte es Matthias Ningel in seinem Programm nicht, der Jugend zu entfliehen, da trug er doch lieber immer mal wieder den zerfledderten beigefarbenen und viel zu großen Pullover, für den sich seine Freunde fremdschämen, der aber das junge Ningel‘sche Leben in all seinen Facetten miterlebte. Oder aber er setzte zur Hymne auf die Eifel an, ein Hohelied, mit dem er den meisten im Saal auf der Seele sang: „An jedem Haus ein Garten und in jedem Garten ein Trampolin.“ Da brauchte Ningel gar nicht erst lange nach dem Selbstverständnis der Besucher zu fragen: „Grafschafter Land-Ei oder urbaner Szenemensch?“ Der Ausmarsch in die große, weite Welt, bringt sowieso nichts, auch nicht für befristete Zeiten. So jedenfalls war in Ningels Zugabe zu hören, in der er über „Traurige Touristen“ sang.

 

Veranstaltungsankündigung

Nachdem Matthias Ningel mit seinem ersten Programm Omegamännchen über sieben (nämlich acht!) Kleinkunstpreise erntete und deutschlandweit konzertierte, scheint er seine künstlerische Reifeprüfung erfolgreich bestanden zu haben. Heißt das, er ist jetzt endlich erwachsen? Ist da ein Küken flügge geworden? Wohl kaum! Als junger Milder seiner Generation vermeidet er es weiterhin sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Mit Gesang, Klavierspiel und Wortbeiträgen widmet sich Matthias Ningel in seinem zweiten Programm Jugenddämmerung den Schwierigkeiten des  rwachsenwerdens. Humorvoll und nachdenklich seziert er spielerisch sich selbst, sowie die ominöse Generation Y, analysiert deren Eigenschaften, Ängste, Spleens und Sehnsüchte. Da entlarvt er eine Perspektivlosigkeit aufgrund zu vieler Möglichkeiten, entdeckt die Hintergründe multipler Medienabhängigkeit und vermutet eine tiefe Sehnsucht nach dem Klinkerhaus auf dem Land. Er schildert die Vorteile und Probleme von Fernbeziehungen und diagnostiziert den Artgenossen eine aus dem Gleichgewicht geratene Work-Life-Balance.

Der süße Vogel Jugend beabsichtigt das Nest zu verlassen. Wird ihm dieser Flugversuch auch gelingen? Ist er überhaupt windelfrei? Unter beherzten Flügelschlägen entstehen hinreißende Abgesänge auf die Zeit im Hotel Sorglos. Ein Musikkabarettprogramm für alle Generationen.

Auszeichnungen:
Deutscher Meister Kabarettbundesliga 2016 (Erster Platz)
Leedermokker Wettbewerb Mainz 2015 (Erster Platz)
Goldener Rottweiler 2014 (Publikumspreis)
Emmendinger Kleinkunstpreis 2014 (Jurypreis + Publikumspreis)
Troubadour 2014 (Jurypreis + Publikumspreis)
Nightwash Talent Award 2014 (Zweiter Platz)
Melsunger Kabarettwettbewerb 2014 (Nachwuchspreis)
Kabarett Kaktus 2014 (Erster Platz)
Online-Voting-Gewinner beim Jugend kulturell Förderpreis 2014 „Kabarett & Co“

Link: www.matthiasningel.de

Keine Informationen unter:
#comingofagekabarett, #qualitytime*

* Nicht jedem Hype muss man gerecht werden. Hashtags existieren in diesem Programm lediglich als musikalische Versetzungszeichen, denn (und das ist die gute Nachricht!) der Künstler ist am Klavier auch mit den schwarzen Tasten vertraut.

28.04.2018: EMMA6

Emma6 lockt Besucher aus ganz Deutschland nach Lantershofen

Kölner Band war erstmals in diesem Jahr live zu erleben

„Zugegeben, Lantershofen kannten wir bisher auch noch nicht.“ Emma6, recht erfolgreiche Band mit Wurzeln in Heinsberg bei Aachen und heute in Köln beheimatet, zeigte sich am vergangenen Samstag im Lantershofener Winzerverein recht erstaunt. Weniger von der Spielstätte in dem Grafschafter Ort, als vielmehr von der Tatsache, dass Fans aus der ganzen Republik dorthin gekommen waren, um die Band mal wieder live zu erleben. Weil Emma6 nach ihrer letztjährigen Deutschland-Tour derzeit nämlich nur im Studio arbeiten und es der erste öffentliche Auftritt in diesem Jahr war, schien dies für den ein oder anderen wohl ein „Muss.“ „Wir haben Tickets nach Stuttgart, Berlin, Frankfurt oder Dortmund verschickt“, war beim veranstaltenden Verein Kulturlant zu hören, der gerne noch mehr Musikfreunde aus der Region begrüßt hätte.

Emma6, die es im Jahr 2011 mit ihrem Song „Paradiso“ schon einmal auf Platz 60 der deutschen Singlecharts geschafft haben und deren aktuelles Album „Wir waren nie hier“ ebenfalls den Weg in die Hitparaden gefunden hatte, spielten natürlich die Songs aus ihrer aktuellen Veröffentlichung. Was den Zuhörern geboten wurde, war äußerst melodischer deutscher Pop. Kein Kitsch und kein Schlager, sondern Texte mit Hintergrund. Ein Beispiel hierfür bildet die aktuelle Single „Kapitulieren“, in einem Song über das „Alt-Sein“ heißt es dort „Du kannst hier drinnen bleiben und dich blenden.

Doch das, worauf du wartest, kommt ziemlich sicher nicht.“ Ein weiteres schönes Beispiel für die Visionskraft des Albums ist das Stück mit dem Titel: „Das Haus mit dem Basketballkorb“, das für viele eigene Assoziationen sorgt. Und in „10 Jahre“ reflektieren Emma6 ihre nun schon ein ganzes Jahrzehnt andauernde und recht erfolgreiche Musikkarriere. „Vor 10 Jahren hab ich mich gefragt wer bin ich in 10 Jahren? Habe ich ein Lied geschrieben, dass alle Leute lieben?“, fragt Sänger Peter Trevisan und macht klar: „Wenn man gar nichts vermisst ist alles gut. Das Leben ist so schön wie es wehtut.“ Trevisan gründete die Band einst mit seinem Bruder und Schlagzeuger Henrik. Dritter im Bund des Studiotrios ist Bassist Dominik Republik. In Lantershofen wurden die drei, deren Auftritt nah nur 75 Minuten endete, noch von Gitarrist ‎Florian Sczesny begleitet.

Auf das Konzert eingestimmt wurden die rund 150 Besucher vom heimischen Singer/Songwriter Silvan Dünker, der mit seiner Band ein halbes Dutzend eigener Stücke, unter anderem von seiner aktuellen CD „Ein bisschen weniger mehr“ präsentierte.

Veranstaltungsankündigung

„Wir waren nie hier“

Eine gute Band öffnet Dir Welten – ganz gleich ob exotisch fremde oder angenehm vertraute. EMMA6 gelingt es dabei, schon mit wenigen Worten, mit ausgesuchten Bildern so viel Welt sichtbar zu machen, als wäre ein Song eines dieser 180-Grad-Kinos, die es früher auf dem Jahrmarkt gab. 180-Grad-Kino?Was soll das denn für eine Referenz sein? Nun, man könnte auch schreiben, „Songs wie eine Virtual-Reality-Brille“, aber das trifft es nicht. EMMA6 besitzen einfach etwas zutiefst Analoges. Nullen & Einsen, Cyberphantasien spielen woanders. Ein schönes Beispiel für diese Visionskraft ihres dritten Albums ist das Stück mit dem Titel: „Das Haus mit dem Basketballkorb“. Die eigene Assoziationsmaschine rattert sofort los! Endlich mal wieder Pop, der sie kitzelt und nicht alles bereits hermetisch und eindimensional vorgibt. EMMA6 geben einem mit Songs wie diesem ganz viel zu verstehen. Der Rest steht hier: Die heute in Köln beheimatete Band begegnete sich schon in ihrer Jugend – und in ihrer ganz persönlichen Kleinstadt. Heinsberg, kaum größer als ein Dorf und fast übertrieben nah an der Grenze zu den Niederlanden. Wobei der Nukleus der Band sich sogar auf eine noch kleinere Einheit zurückführen lässt: Peter und Henrik Trevisan sind nicht nur Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger des Trios sondern auch Brüder. Bassist Dominik Republik teilte Schulwege mit den beiden – und vom Kicken kannte man sich ohnehin schon eine lange Zeit. Eine Jugend in den 90ern.

Die Texte verwischen das nicht, im Gegenteil. Sie suchen, sie forschen, sie graben. Warum ist man heute der, der man ist? Und welche Aussage trifft das eigentlich über das, was noch kommt? Wobei die Texte immer so gehalten sind, dass die eigenen Assoziationen weiter getriggert werden, die Fragen, die sich diese Band und diese Platte stellen, werden schnell zu den eigenen – vermutlich weil sie es schon immer waren. So hängt man schnell mit Haut und Haaren in diesem Album. Wie wichtig diese Platte der Band selbst ist, spürt man dabei in jedem Moment. Die erste nach dem Abenteuer, bei einer Major-Plattenfirma unter Vertrag gewesen zu sein. Die erste nach einer Zeit, in der es um Charts, Budgets und Marktförmigkeit ging. Die erste … eigene. „Wir waren nie hier“ fühlt und hört sich an wie Befreiung. EMMA6 steht dafür, lieber mal laut zu hupen, statt beflissen das eigene Profil unsichtbar zu schleifen. Man muss nicht EMMA6 oder gar Musik studiert haben, um zu merken, wie gut dem Sound die Absenz einer alles gleichmachenden Majorproduktion tut. Und wie gut aber auch für die Texte die damit einhergehende Unsicherheit ist. Jetzt gehört man sich also wieder selbst, und was fängt man damit an?

Link: www.emma6.de

14.04.2018: ANKA ZINK

Keiner will da sein wo er gerade ist

Anka Zinks Kabarett mit Feinschliff begeisterte mehr als 200 Gäste in Lantershofen

Buchstäblich mit auf die Reise nahm die Bonner Kabarettistin und „Springmaus“-Mitgründerin Anka Zink am vergangenen Samstag mehr als 200 Besucher der Kulturlant-Bühne im Grafschafter Kulturzentrum Winzerverein Lantershofen. Doppeldeutig war der Name ihres aktuellen Programms: „Leben in vollen Zügen.“ Ob sie das Leben tatsächlich derartig genießt, wurde dabei nicht so ganz klar, wohl aber die Tücken ihrer vielen dienstlichen und privaten Reisen, von denen auch letztere manches Mal gar nicht gewollt waren. Nur konnte sie sich nicht entscheiden, an entscheidender Stelle „nein“ zu sagen. Aber von vorne: Zink machte zunächst einmal ihre Definition von Kabarett und Comedy deutlich und erklärte: „Ich mache Comedy mit Relevanz. Ich sage zum Beispiel nichts über Donald Trump. Dazu fällt mir sowieso nichts mehr ein.“

Anka Zink hatte sich vielmehr aufs Reisen versteift und fragte das Publikum, warum heute keiner mehr da sein will, wo er gerade ist. Macht Reisen Spaß, auch in jedem Alter? Oder heißt es irgendwann mal: „Mobilität dank Mobilat“ oder alternativ „vom Roller zum Rollator“? Schon der Start ist problematisch, zumindest wenn er an einem Freitag stattfindet. „Da gibt es um 15 Uhr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen 170 Kilometer Stau. Andere Bundesländer haben gar nicht so viele Autobahnen.“ Und wer steht dort: SUV’s, also Geländewagen, die nicht ins Gelände dürfen, aber mit Dreckfolien beklebt werden, damit es so aussieht, als wären sie im Gelände gewesen. „Gehen sie nachts mal durchs Villenviertel, da hören sie hinter den Garagentoren die SUV’s weinen“, verriet Zink. Und auch das: „Die Staus werden von Warnbaken produziert, hinter denen es keine Baustellen gibt. Es ist nur billiger, die Baken auf der Autobahn lagern, als in großen Hallen.“

Schnell wechselte sie das Thema, vom Straßen- zum  Flugverkehr. Da findet vieles in englischer Sprache statt. „Du musst aber nur zwei Wörter kennen: „delayed“ und „cancelled“, also „kommt später“ oder „kommt gar nicht.“ Und das Wort „Berlin“ in Zusammenhang mit Flugverkehr geht gar nicht: „Air Berlin fliegt nicht und am Flughafen Berlin fliegt nichts.“ Dafür aber werde der Fluggast von Anfang bis Ende wir ein Terrorist behandelt. „Das beginnt schon am Fummel-Check“, so Zinks Definition der Sicherheitskontrolle.

Im Verlauf des mehr als zweistündigen Programms hatte Anka Zink noch jede Menge Reiseerlebnisse parat, sei es der all-inclusive-Urlaub mit der Schwester oder der ungewollte Besuch des Neffen in Ecuador am Äquator, anstelle der Schwester. Ein Fazit von beidem: „Nichts ist einfacher, als sich im Ausland daneben zu benehmen.“ Dabei redete die Kabarettistin ununterbrochen, manchmal ohne Punkt und Komma, aber immer mit einem gewissen Feinschliff, wobei sie beinahe in jedem Satz einen Lacher produzierte, oftmals mit ihren unerwarteten Nebensätzen. Das Publikum in Lantershofen zeigte sich begeistert und zollte der Bonnerin einen donnernden Applaus.

Veranstaltungsankündigung

Eine kabarettistische Reise von und mit Anka Zink

Niemand will da sein, wo er gerade ist. Darum ist fast jeder gedanklich die meiste Zeit des Tages ziemlich weit weg. Das nennt man: Fernweh!

Der moderne Mensch holt den Rollkoffer vom Schrank, schnürt den Funktionsrucksack oder aktiviert die Strandschläppchen, um endlich losziehen zu können in Richtung Freiheit und Glück!

„Leben in vollen Zügen“: Auf ihre ureigene, unverwechselbare Weise befasst sich Anka Zink mit der Sehnsucht, der Routine zu entfliehen – und der Erleichterung, sie endlich wieder zu haben.

Denn die Probleme des Reisens sind so alt wie die Menschheit: Schon bei Maria und Josef waren die Herbergen überbucht, ein singendes Sirenengrüppchen versuchte mit allen Mitteln, Odysseus von seinem All-inclusive-Roundtrip abzubringen und bereits auf der Arche Noah musste man sich mit vielen kleinen bissigen Tieren arrangieren.

Als Kabarettistin permanent „on Tour“, ist Anka Zink Fachfrau für Staumanagement, Streitschlichtung mit dem Navi, Turbulenzen im Flugverkehr und für diese wunderbare Vertrautheit von Pay TV und Minibar – ob in schwäbischen Pensionszimmern oder in der neuen Ferienanlage von Papua Neuguinea.

Das intimste und persönlichste Programm von Anka Zink lädt ein zum Träumen, zum Lachen und zur Reise in das Innere des Universums.

„Wenn Du im Urlaub jemand kennenlernen willst, musst Du mit jemandem verreisen, der so ähnlich aussieht wie du, nur etwas schlechter.“

Haben Sie schon gebucht?

Link: www.ankazink.de